Cincinnati Prehospital Stroke Scale
 
Hilft Laien, einen eventuellen Schlaganfall festzustellen und sofort Notversorgungsmaßnahmen einleiten
 
In Österreich erleiden jährlich mehr als 24.000 Personen einen Hirnschlag, das bedeutet 1 Schlaganfall alle 22 Minuten ! Ein Schlaganfall ist stets ein Notfall. Entscheidend sind die ersten Stunden.


Ein einfacher Test hilft Laien, einen eventuellen Schlaganfall festzustellen und sofort Notversorgungsmaßnahmen einleiten. Der Test ist bekannt als Cincinnati Prehospital Stroke Scale, kurz CPSS, und fragt Schlüsselsymptome für einen Schlaganfall ab:

Bitten Sie die Person zu lächeln.
Bei Lähmungserscheinungen infolge eines Schlaganfalles verzieht sich das Gesicht einseitig.

Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen.
Bei einem Schlaganfall verwäscht die Stimme, der Betroffene kann nicht mehr korrekt formulieren.

Bitten Sie die Person, gleichzeitig beide Arme nach vorne zu heben und die Handfläche nach oben zu drehen.
Bei einer Lähmung sinkt ein Arm ab oder dreht sich.

Zeit ist Hirn
Heute gibt es die Möglichkeit, beim Schlaganfall im Gehirn aufgetretene Blutgerinnsel medikamentös aufzulösen. Man spricht von „Lyse“. Ähnlich wie beim Herzinfarkt kann dadurch die Blutversorgung wiederhergestellt werden. Das vermindert den zurück bleibenden Schaden oder verhindert ihn sogar.

Für eine erfolgreiche Therapie stehen aber
nur wenige Stunden zur Verfügung. Die Intensivbehandlung sollte innerhalb eines Zeitfensters von maximal viereinhalb Stunden nach dem Auftreten von Symptomen erfolgen.

Daher gilt eben die Devise „Jede Minute zählt – time is brain“.

Bei Verdacht auf Schlaganfall sollten Sie bitte sofort die Rettung (Tel.-Nr. 144) rufen und sich an die nächste Neurologische Abteilung (Stroke Unit) einweisen lassen.

Nehmen Sie Alarmsignale ernst!
Das Tückische am Schlaganfall: Betroffene haben meist keine Schmerzen – daher wird die Gefahr oft unterschätzt. Umso mehr muss auf die typischen Anzeichen geachtet werden:
      • Halbseitige Schwäche: Es können eine ganze Körperhälfte – zum Beispiel Gesicht, Arm oder Bein – oder Teile betroffen sein. Die Schwäche (Lähmung) kann leichtgradig oder schwer ausgeprägt sein.
      • Halbseitige Gefühlsstörungen: Es können wieder eine ganze Körperhälfte oder Teile davon betroffen sein. Meist werden diese als taub empfunden, Berührung wird nicht bemerkt.
      • Sprachstörungen: Die Sprache von Betroffenen ist nicht oder nur eingeschränkt verständlich. Umgekehrt können die Betroffenen auch selbst Schwierigkeiten haben Gesprochenes zu verstehen. Sie können daher einfache sprachliche Anweisungen oft nicht mehr befolgen.
      • Sehstörungen: Es kommt plötzlich zum Verlust der Sehwahrnehmung in einem Teil des Gesichtsfeldes, eventuell auch zu vorübergehender Blindheit auf einem Auge.

Bei solchen Beschwerden sollten Sie bitte sofort die Rettung (Tel.-Nr. 144) rufen und sich an die nächste Neurologische Abteilung (Stroke Unit) einweisen lassen


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