Der Österreichische Influenza-Pandemieplan
 
 
Unter einer Influenzapandemie versteht man das weltweite Auftreten einer großen Anzahl von Krankheits- und Todesfällen, welche durch einen neuen Influenzavirus-Subtyp hervorgerufen wird. Der vorliegende Influenza Pandemieplan ist als Grundgerüst zu verstehen, das die wesentlichen Inhalte der operativen Pandemiepläne auf Landesebene enthält und doch flexibel genug gestaltet ist, um jederzeit an die jeweilig konkrete Situation angepasst werden zu können.
    Der Österreichische Pandemieplan steht im hier als Download zur Verfügung:
      pandemieplan3Auflage.pdf
    Österreichische Pandemie-Vorbereitungen Version 25.04.2009
      pandemie-vorbereitungen_bmg_2.pdf
    Aktuelle Informationen zur "Schweinegrippe"
    Die Merkblätter des Gesundheitsministeriums enthalten alle Informationen zur Erkrankung, möglichen Komplikationen, Übertragungswege und Empfehlungen zum weiteren Umgang (Heimquarantäne!) und können in der jeweils aktuellen Fassung von der Homepage der AGES ausgedruckt werden.

    Die Tatsache, dass die Gesundheitsbehörden Österreichs wie auch anderer Länder Vorkehrungen zur Bekämpfung einer eventuell einmal eintretenden Pandemie treffen, ist eine kluge und vorsichtige Maßnahme, soll jedoch nicht als panikauslösend gewertet werden.

    Der österreichische Pandemieplan für den Fall einer Influenza-Pandemie gibt die Organisationsstrukturen vor, die im Ernstfall alle Einsatzkräfte sowie die Einrichtungen des Gesundheitssystems koordinieren sollen. Details werden auf Länderebene geregelt. Dort wird auch entschieden, in welcher Form der niedergelassene Bereich in die Maßnahmen eingebunden wird.

    Zuständigkeiten und Maßnahmen der Gesundheitsbehörden

    Sowohl im Bereich der WHO als auch der EU gibt es Netzwerke zur laufenden Überwachung der Influenzaaktivität, sowie Möglichkeiten der raschen Informationsübermittlung an die internationale Staatengemeinschaft bzw. die europäischen Mitgliedsstaaten. Zusätzlich haben sowohl die WHO als auch die EU bereits Rahmenkonzepte vorgegeben, welche an die jeweiligen nationalen Gegebenheiten adaptiert werden müssen.

    Um die Zuständigkeiten innerhalb Österreichs darzustellen, wird folgende Einteilung der interpandemischen Phase (Phase 1-5) und der Pandemie gewählt:

    Phasen (in Anlehnung an die WHO)

    Phase 1:
    Kein neuer Influenzavirus-Subtyp beim Menschen feststellbar Das Risiko von menschlichen Infektionen durch ev. zirkulierende tierpathogene Influenzaviren wird als gering eingestuft, auch wenn
    diese bereits Erkrankungsfälle beim Menschen ausgelöst haben sollten

    Phase 2:
    Wie oben, aber zirkulierende tierpathogene Influenzaviren stellen ein beträchtliches Risiko für humane Erkrankungen dar

    Phase 3:
    Humane(r) Erkrankungsfall/-fälle durch einen neuen Influenzavirus-Subtyp, aber keine Mensch zu Mensch - Übertragung (bzw. nur äußerst selten bei sehr engem Kontakt)

    Phase 4:
    limitierte Mensch zu Mensch - Übertragung streng lokal begrenzt

    Phase 5:
    Größere Ausbrüche, aber Mensch zu Mensch - Übertragung noch lokal begrenzt

    Phase 6:
    Pandemie: zunehmende und anhaltende Ausbreitung in der Bevölkerung
    Pandemie erreicht Österreich oder angrenzendes Ausland
    Ende der Pandemiewelle
    Zweite und weitere Wellen

    Post-pandemische Periode: Ende der Pandemie
    Rückkehr zur interpandemischen Periode

    Mehr als die Hälfte der Todesfälle könnte verhindert werden.
    In Österreich erkranken pro Jahr ca. 380.000 Personen an der Influenza, ca. 4.500 Personen müssen stationär behandelt werden. Obwohl die Influenza somit zu den häufigsten und folgenschwersten Infektionskrankheiten gehört, besteht in der Bevölkerung kein adäquates Risikobewusstsein. Dies schlägt sich in dramatisch niedrigen Durchimpfungsraten von durchschnittlich 17% nieder, welche trotz intensiver Aufklärungsarbeit nur sehr langsam gesteigert werden können. Bei einer Influenza-Pandemie rechnet man mit Erkrankungsraten von 15 bis 30 Prozent der Bevölkerung, das würde bedeuten:
      1. Bei keiner medikamentösen Prophylaxe und keiner ursächlichen Therapie würden 0,4 Prozent der Erkrankten wahrscheinlich sterben. Das wären 9.672 Todesfälle.
      2. Bei Verwendung von medikamentöser Prophylaxe für die Angehörigen des Gesundheitsbereiches und die der Infrastruktur und der Therapie aller Erkrankten könnten 60 Prozent der Todesfälle verhindert werden. Der prophylaktische Einsatz von Medikamenten oder Impfungen könnte den Ausbruch behandungsbedürftiger Influenza-Erkrankungen um 80 Prozent reduzieren.



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