Rosmarin
 
Heilpflanze des Jahres 2011
 

Rosmarin ist ein wohlduftender, über 2 m hoher Strauch mit stark verzweigten Ästen und ledrigen, auf der Oberseite glänzenden, unterseits filzigen Blättern. Rosmarin trägt blassblaue, kleine Blüten, die quirlförmig in der oberen Hälfte der Zweige angeordnet sind.
Rosmarin ist an sonnigen Felsenhängen im Mittelmeerraum zu Hause. Einen Hinweis auf diesen Standort liefert schon der Name, der sich vom lateinischen „ros marinus“ ableitet und so viel wie "Tau des Meeres" bedeutet. Die Römer glaubten, dass sein würziger Duft durch den Tau des Meeres kommt, die vielen kleinen blassblauen Blüten erinnern tatsächlich an Tautropfen.
    Das ätherische Öl der Rosmarinblätter enthält als Hauptkomponente Campher, der den Kreislauf stärkt und auf das Nervensystem ausgleichend wirkt. Rosmarin wurde von Pfarrer Kneipp besonders als kreislaufanregendes Mittel geschätzt und bei Schwächezuständen und bei niederem Blutdruck empfohlen. Beliebt ist Rosmarin als Badezusatz, man sollte dieses Bad, um den Schlaf nicht zu beeinträchtigen, jedoch niemals abends nehmen. Rosmarin ist auch ein vorzügliches Gewürz, es wirkt verdauungsfördernd, man würzt damit Suppen, gekochte Kartoffel, Käse, Teigwaren, Salate. Weiters passt Rosmarin zu Gemüse- und Fleischeintöpfen, zu Braten und Bratensaucen, zu Geflügel und besonders zu Pilzen. Doch man muss in der Küche mit dem Rosmarin sparsam umgehen, da er schnell eine Speise „verwürzen“ kann. Eine Mischung aus Pfeffer, Thymian, Rosmarin und Cayennepfeffer (gemahlene Chilis) hilft Kochsalz zu reduzieren.
    Bekannt ist auch der der Rosmarin-Wein, den man leicht selber zubereiten kann: Man gibt einige Zweige Rosmarin (etwa 20 g) in eine Flasche mit 1 Liter Weißwein und stellt sie gut verschlossen an ein sonniges Plätzchen, zum Beispiel auf die Fensterbank. Mindestens einmal am Tag kräftig durchschütteln, nach fünf Tagen den Wein durch ein Leintuch gießen. Wenn man sich müde und abgespannt fühlt, ein bis zweimal täglich ein Likörglas des aromatischen Weines trinken. Das weckt die Lebensgeister. Übrigens Rosmarinwein soll auch ein Aphrodisiakum sein. Nicht umsonst sagt der Grieche, er trinke Rosmarinwein, wenn er meint, er sei verliebt.

    Rosmarin pharmazeutisch betrachtet

    Mittwoch, 17.06.2015
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    Rosmarin
    Lieben Sie auch den Geruch von Rosmarin? Werden dabei auch Erinnerungen an Italien- oder Griechenlandurlaube wachgerufen? Kaum ein Gewürz ist so mit der mediterranen Küche verbunden wie Rosmarin. Über die heilsame Wirkung des Rosmarin spricht Apothekerin Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager im Studio.


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    Rosmarin: Heilpflanze des Jahres 2011
    Rosmarin ist eines der beliebtesten Gewürze. Er kann aber viel mehr. Rosmarin wurde zur Heilpflanze des Jahres 2011.
    TV-Apothekerin Mag.pharm. Sonja Burghard in der Sendung Winterzeit am 26.1.2011 um 17:40 Uhr im ORF 2.
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    Lateinische Bezeichnung: Rosmarinus officinalis L.
        Das lateinische Wort "officinalis" gibt einen Hinweis auf die Apotheke (vergleiche „offizinell“ für „in der Offizin = Apotheke erhältlich“).

    Volksnamen: Anthoskraut (Folia Anthos), Brautkraut, Hochzeitsbleaml, Kid, Krankrautblätter, Kranzenkrautblätter, Meertau, Röslimarie, Weihrauchkraut.
    Rosmary leaves (engl.); Feuilles de rosmarin (franz.).

    Stammpflanze: Rosmarinus officinalis L. (Lamiaceae)

    Vorkommen / Verbreitung: Rund um das Mittelmeer

    Verwendeter Pflanzenteil: Laubblätter (Folium Rosmarini).

    Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl: 1-2,5 %, Hauptkomponenten Campher, 1,8-Cineol und alpha-Pinen. Die quantitative Zusammensetzung ist je nach Kulturvarietät unterschiedlich.
    Gerbstoffe: Rosmarinsäure.
    Bitterstoffe: Diterpenphenole (Carnosolsäure, Rosmadial).
    Weitere Inhaltsstoffe: Flavonoide, Triterpene.

    Verwendung: Innerlich bei Verdauungsbeschwerden: 1 Teelöffel voll (2 g) Rosmarinblätter werden mit heißem Wasser (ca. 150 ml) übergossen und nach ca. 15 min durch ein Teesieb gegeben. Soweit nicht anders verordnet, wird 3 – 4mal täglich eine Tasse frisch bereiteter Teeaufguss warm zwischen den Mahlzeiten getrunken.
    Äußerlich: zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Erkrankungen, zur Förderung der Hautdurchblutung, Kreislaufbeschwerden.

    Zubereitungen mit Rosmarin im Arzneibuch:
    Aetheroleum Rosmarini: Wasserdampfdestillat der Blätter und beblätterten Stängel; Gehalt an Gesamt-Borneol 10-15 %, an verestertem Borneol 1,5-5,5 %.
    Gallerta saponata camphorata (Opodeldok): Schweineschmalz wird mit Natriumhydroxid verseift, Zusatz von Campher, Ammoniak, Rosmarinöl und Thymianöl.
    Unguentum aromaticum: mind. 3 % ätherisches Öl; Salbengrundlagen mit Lorbeeröl, Lavendelöl, Rosmarinöl und Wacholderöl.

    Empfohlene Dosierung:
    Innerlich: Tagesdosis 4-6 g getrocknete Rosmarinblätter, 10-20 Tropfen ätherisches Öl.
    Äußerlich: 50 g Rosmarin mit 1 Liter Wasser kurz aufkochen und anschließend 15-30 min lang zugedeckt stehen lassen. Abseihen und dem Vollbad zugeben.

    Gegenanzeigen: Zubereitungen aus Rosmarinblättern sollen während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Das ätherische Öl sollte innerlich nur mit Vorsicht verwendet werden, weil es bei Überdosierung zu einer Reizung des Verdauungstraktes und zu Entzündung der Nieren kommen kann.

    Rosmarin in der Parfüm- und Likörherstellung:
    Rosmarinöl ist z.B. einer der Bestandteile von Köllnisch Wasser, auch Magenbitter und Kräuterliköre ("Benediktiner") enthalten Auszüge von Rosmarin.


    Rosmarin wurde zur Heilpflanze des Jahres 2011 gewählt.

    Link:
    Wer wählt die Arzneipflanze bzw. Heilpflanze des Jahres