Mineralstoffe: Ist Zink ein Schnupfenkiller?
 
 
Jeder Erwachsene klagt im Durchschnitt zweimal jährlich über Husten, Heiserkeit, Schnupfen, Kopf- und Muskelschmerzen. Trotz umfangreicher Forschungen ist die moderne Medizin bis heute nur in der Lage, die Symptome einer Erkältung zu maskieren, das heißt, mit Medikamenten zu verschleiern. Das Spurenelement Zink bildet hier nach neuesten Erkenntnissen eine Ausnahme.

Ob mit oder ohne Medikamente, die Dauer einer Erkältung ließ sich bisher nicht beeinflussen. Wie eine aktuelle Studie am Wayne State University Health Center in Detroit (veröffentlicht in: Ann Int Med 2000; 133(4):245-52) zeigt, übertrifft Zink die Wirksamkeit der herkömmlichen Erkältungsmedikamente und kann die Dauer und Intensität einer Erkältung deutlich reduzieren. An der Doppelblindstudie nahmen insgesamt 48 Probanden teil, die seit weniger als 24 Stunden über mindestens zwei von zehn festgelegten Erkältungssymptomen klagten. Die Probanden nahmen alle zwei bis drei Stunden eine Pastille, die sich in Gewicht, Aussehen und Geschmack nicht unterschieden. Die Pastillen der Zink-Gruppe enthielten jedoch 12,8 Milligramm Zink. Das Ergebnis der Studie:ie Studien-Teilnehmer der Zink-Gruppe (25 Teilnehmer)zeigten eine deutlich verkürzte Dauer der Symptome. Die Erkältungssymptome hielten durchschnittlich 4,5 Tage an, bei der Placebo-Gruppe (23 Teilnehmer) hingegen durchschnittlich 8,1 Tage. Auch die Intensität der Symptome war bei der Zink-Gruppe reduziert.
Das Spurenelement Zink spielt in unserem Körper eine besondere Rolle. Es ist ein Schlüsselelement, das in zahlreiche Stoffwechselvorgänge eingreift und vielfältige Aufgaben im Organismus übernimmt. Zinkmangel kann daher verschiedene Wirkungen zeigen: eine schwache Immunabwehr, häufige Erkältungen, ständige Müdigkeit, Erschöpfung, schlechte Wundheilung, Hauterkrankungen sowie Haar- und Nagelschäden.

Manifeste (= deutlich erkennbare) Zinkmangelzustände sind zwar bei uns selten, doch eine latente (= verborgene) Unterversorgung ist häufiger als bisher angenommen. Einseitige Ernährung, „moderne“ Ernährungsweisen – Fast Food oder die hauptsächliche Verwendung von Fertigprodukten - häufige Diäten, intensive sportliche Aktivität oder chronisch entzündliche Erkrankungen können dazu beitragen .

Da der Körper keine großen Zinkspiecher hat, ist eine kontinuierliche Zufuhr notwendig, damit Zink seine Funktionen im Stoffwechsel erfüllen kann. Für die Bedarfsdeckung mit Zink ist nicht nur die aufgenommene Menge entscheidend. Auch die Art der chemischen Bindung, in der Zink vorliegt oder Wechselwirkungen mit anderen Nahrungsbestandteilen sind von Bedeutung. Die „Ausnutzung“ (=Bioverfügbarkeit) von Zink aus tierischen Produkten ist im allgemeinen besser als jene aus Pflanzlichen. Lebensmittel, mit ursprünglich hohem Zinkgehalt (z.B. Weizen) können außerdem durch technologische Verarbeitung wesentliche Einbußen erfahren (z.B. hoch ausgemahlenes Mehl). Gute Lebensmittel-Quellen für Zink sind Rindfleisch, Geflügel, Schweinefleisch, Milch, Käse oder Ei.

Die Erklärung: Zink liegt in tierischen Produkten häufig an den Eiweißbaustein Histidin gebunden vor. Histidin erleichtert den Transport von Zink durch die Darmwand und verbessert seine spätere Verwertung. Darüberhinaus wirkt Histidin selbst entzündungshemmend. Die Verbindung von Zink und Histidin erscheint daher auch im therapeutischen Einsatz sinnvoll.

Die Experten des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik (D.I.E.T.) empfehlen, während der Erkältungszeit über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen zur Vorbeugung die Einnahme von Zink-Histidin. (15 mg ) Und wen es bereits erwischt hat, der kann „mit Hilfe von Zink die Erkältung eindämmen und verkürzen“, so Sven-David Müller, Sprecher des D.I.E.T.

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsmedizin und Diätetik