Was tun bei Lausalarm?
 
Apotheker-Tipp in der Kleinen Zeitung vom 24. Oktober 2020
 

APOTHEKER-TIPP
von Dr. Gerhard Kobinger
Kopfläuse haben mittlerweile ganzjährig Saison, wenngleich am Ende der Sommer- und der Weihnachtsferien ein Höhepunkt feststellbar ist. Sobald die Kinder „die Köpfe zusammen stecken“, findet die Übertragung statt, wobei diese blutsaugenden Parasiten gesundes unbehandeltes Haar bevorzugen. Lausbefall ist also keine Frage mangelnder Hygiene.

Läuse werden auch nicht über Hund, Katze oder andere Haustiere übertragen. Die Parasiten haften sich meist maximal einen Zentimeter vom Haarboden entfernt an den Haarschaft und kleben auch dort ihre Eier, die Nissen an, besonders der Bereich der Schläfen, hinter den Ohren und im Nacken bietet ideale Bedingungen dafür.

Läuse werden bis zu drei Millimeter groß und brauchen alle zwei bis vier Stunden eine Blutmahlzeit, ohne die sie innerhalb eines Tages absterben. Der Stich der Laus löst bei den Betroffenen starken Juckreiz aus, durch das folgende Kratzen kann es zu kleinen Wunden kommen, die sich auch entzünden können.

Wenn man einen Lausbefall entdeckt, ist eine sofortige Behandlung der ganzen Familie mit einem Lausshampoo erforderlich, normale Shampoos helfen nicht. Die Wirkstoffe sind entweder Pyrethrum-Extrakte, ein Pflanzeninhaltsstoff, gegen den es immer mehr Resistenzen gibt. Produkte mit Dimeticon, einem Silikonöl, wirken physikalisch, indem sie die Läuse und deren Nissen ersticken, wobei es keine Resistenzen geben kann. Wichtig ist eine ausreichende Einwirkzeit und die wiederholte Behandlung nach etwa einer Woche. Nach dem Auswaschen des Shampoos empfiehlt sich eine Spülung mit Essig, der die angeklebten Nissen vom Haar löst und das Ausfrisieren des feuchten Haares mit einem feinzahnigen Nissenkamm.

Eine Übertragung über Dinge wie Pölster, Mützen oder Kuscheltiere ist nahezu auszuschließen, dennoch schadet ein Bettwäsche- und Pyjama-Wechsel sicher nicht.