Stechmücken als Überträger von tropischen Viren
 
 
Dengue-Fieber, Zika-Virusinfektionen, Malaria, Japanische Enzephalitis - Fernreisende haben meist nur eine Möglichkeit, sich zu schützen: Konsequente Abwehr von Mücken.
Zika-Virus-Infektion

Der Erreger gehört zu den Flaviviren und wurde erstmals 1947 in einer Forschungsstation im Zika Forest in Entebbe/Uganda isoliert bei Rhesusaffen identifiziert. Das Virus wird auf den Menschen durch Stechmücken (Gattung Aedes) übertragen und ist mit anderen Flaviviren wie Dengue-Virus und West-Nil-Virus verwandt. Alle diese Viren werden als sogenannte "emerging pathogens" eingestuft wird, d. h. als Krankheitserreger, der sich möglicherweise noch weiter über die Welt ausbreiten werden.
Eine Infektion mit dem Zika-Virus kann Hautausschlag, Fieber, Gelenkschmerzen, Konjunktivitis, sowie seltener Muskel- und Kopfschmerzen und Erbrechen verursachen.
Die zunehmende Zahl an Kindern in Südamerika, die mit Mikrozephalie geboren werden, wird mit einer anhaltenden Zika-Virus-Epidemie in Zusammenhang gebracht.
Das europäische Zentrum zur Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC) empfiehlt, dass sich Personen, die in Endemiegebiete (vor allem Brasilien, Kolumbien, Surinam, Samoa und Kap Verde) reisen, vor allem Schwangere, vor Stichen der Überträgermücken schützen sollen:
  • Da diese Mücken der Gattung Aedes (Vektoren der Übertragung) tagsüber, drinnen und draußen stechen, sollte Mückenschutzmittel ganztägig angewendet werden, vor allem während erhöhter Mückenaktivität (vormittags und spätnachmittags bis zum Abend).
  • Mückenschutzmittel sind dabei laut Gebrauchsanweisungen anzuwenden.
  • Das Tragen von langärmligen Hemden und Hosen, vor allem während erhöhter Mückenaktivität, ist anzuraten.
  • Insektizid-imprägnierte Moskitonetze sind wesentlich, wenn in den Unterkünften die Mückenfreiheit nicht gewährleistet ist.
  • Schwangere, Personen mit Immunerkrankungen, schweren und chronischen Erkrankungen oder Personen, die mit Kindern reisen, sollen im Vorfeld der Reise medizinischen Rat betreffend Mückenschutz und anderen Vorbeugungsmaßnahmen einholen.
  • Reisende, die innerhalb drei Wochen nach Rückreise aus einem betroffenen Gebiet, Symptome die vereinbar sind mit Dengue-Fieber, Chikungunya-Fieber oder Zika-Virus-Infektion zeigen, sollen ihren Arzt/Gesundheitsanbieter kontaktieren.
  • Schwangere, die in vom Zika-Virus betroffene Länder gereist sind, sollen ihre Reiseanamnese bei Vorsorgeuntersuchungen angeben, damit sie entsprechend untersucht und beobachtet werden können.
Informationen zum Zika-Virus auf gesundheit.gv.at
WHO-Seite zu Zikavirus-Infektionen
Epidemiologisches Update der WHO
Weltweite Verbreitung von Zika
Persönliche Schutzmaßnahmen
European Centre for Disease Prevention and Control: Zika-Virus, Maßnahmen
CDC-Seite zu Zikavirus-Infektionen
Informationen zum Zika-Virus des Robert Koch Instituts

Reunion Mücke und Chikungunya

Beim Erreger von Chikungunya handelt es ich um ein Virus, das durch Stechmücken übertragen wird und beim Menschen eine fieberhafte Allgemeinerkrankung hervorruft, die mit deutlichen Gelenkschmerzen und gelegentlich neurologischen Symptomen (deutliche Kopfschmerzen) einhergeht. Die Inkubationszeit ist 2-4 Tage, danach treten Fieber, Hautrötung und massive Muskel- und Gelenkschmerzen auf. Nach einigen Tagen klingen die Beschwerden wieder ab. Nicht lebensgefährlich, aber unangenehm, inbesondere weil die Gelenkschmerzen lange anhalten können (12 Prozent der Betroffenen haben mehr als 3 Jahre lang schwere Gelenkschmerzen!). Todesfälle betreffen nur Personen, deren Allgemeinzustand schon vorher sehr schlecht war. Mückenschutz sinnvoll, derzeit ist keine Impfung möglich.
Informationen zu Chikungunya auf gesundheit.gv.at
European Centre for Disease Prevention and Control
WHO-Seiten zu Chikungunya https://www.who.int/features/qa/63/en/, https://www.who.int/emergencies/diseases/chikungunya/en/
Robert Koch Institut

Dengue-Fieber

Das Dengue-Fieber zählt zu den am weitesten verbreiteten und am häufigsten übertragenen fieberhaften Infektionen. Jährlich infizieren sich 390 Mio Menschen weltweit mit dem Dengue-Virus, in erster Linie im Mittleren und Fernen Osten, Australien und Ozeanien, in Afrika und in Süd- und Mittelamerika, vereinzelt auch in den Südstaaten der USA. 95 Millionen davon erkranken am Dengue-Fieber und 11.000 sterben daran. Nach Europa importiert werden Dengue-Virusinfektionen häufig durch Reise-Rückkehrer aus Endemie-Gebieten, vor allem aus Südost-Asien.
Dengue ist eine Viruserkrankung mit vier unterschiedlichen Subtypen. Die Übertragung erfolgt ausschließlich über weibliche Stechmücken (Aedes). Dengue ist eine ernste, grippeähnliche Erkrankung, die sowohl Kinder, Jugendliche als auch Erwachsene befällt, aber nur sehr selten tödlich endet. Zweitinfektionen zeigen im Allgemeinen einen schwereren Verlauf.
Die Übertragung erfolgt nicht direkt von Mensch zu Mensch, sondern nur über infizierte Stechmücken. Sobald sich diese tagaktiven Stechmücken einmal bei einer Blutmahlzeit infiziert haben, können sie dieses Virus lebenslänglich an andere weitergeben, sogar auch an ihre nächsten Generationen.
Bei Dengue werden drei verschiedene Verlaufsformen unterschieden. Die typischen Krankheitszeichen des klassischen Dengue-Fiebers sind plötzlich auftretendes, hohes Fieber, flüchtige Hautrötung, Glieder- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Druckschmerz hinter dem Auge und starke Kopfschmerzen. Das Virus zirkuliert ungefähr 2 - 7 Tage im Blut der infizierten Person, ungefähr ebenso lang hält auch das Fieber an. Neben diesem Krankheitsbild können auch mildere Verlaufsformen des Dengue-Fiebers auftreten. Das Hämorrhagische Dengue Fieber oder Dengue Schocksyndrom ist die schwerste Verlaufsform. Die Symptome hierfür sind plötzliches hohes Fieber für 2-7 Tage, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen und Atemnot, Lungen- und Herzbeteiligung sowie eventuell Schocksymptomatik mit Blutungsneigung und Gerinnungsstörungen.
Die Diagnose wird zuerst an Hand der Beschwerden gestellt, sie kann später durch Blutuntersuchung bestätigt werden. Es gibt keine spezielle heilende Therapie für Dengue - Fieber, daher verläuft die Behandlung den Beschwerden angepasst: Bettruhe, viel Flüssigkeit, fiebersenkende Medikamente. Medikamente mit Acetylsalicylsäure sollten nicht eingesetzt werden, da diese die Blutungsneigung erhöhen
Einer Ansteckung vorbeugen kann man durch konsequente Verwendung von Insektensprays, Tragen von langärmeliger Kleidung und Socken und Schlafen unter einem Moskitonetz. Für Reisende ist derzeit kein Impfstoff erhältlich.
Hohe Ansteckungsgefahr besteht während oder kurz nach einer Regenperiode, da die Stechmücken zur Fortpflanzung Wasseransammlungen brauchen. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, ist es wichtig die Brutplätze - weggeworfene Konservendosen, herumliegende Autoreifen, offene Wasserbehälter - zu zerstören.
Informationen auf reisemed.at
WHO-Seiten zum Dengue-Fieber: https://www.who.int/denguecontrol/disease/en/, http://iris.paho.org/xmlui/handle/123456789/31207, https://www.who.int/tdr/diseases-topics/dengue/en/, https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/dengue-and-severe-dengue
Robert Koch Institut
Informationen desTropeninstituts
Gesundheit.gv.at https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/reisemedizin/infektionskrankheiten/dengue-fieber

Japanische Enzephalitis

Die Japanische Enzephalitis wird durch das Japan B-Enzephalitis-Virus ausgelöst und ist eine im Fernen Osten heimische Flavi-Virus Erkrankung. Beim Menschen ruft sie eine oft tödliche Meningoenzephalitis, also eine Entzündung von Gehirnhäuten und Gehirn herhervor. Eine spezifische Therapie gibt es nicht.
Das Virus ist mit dem FSME und Gelbfiebervirus verwandt. Die Überträger der Japan-B-Encephalitis sind Stechmücken (Culex Moskitomücke). Hauptverbreitungsgebiete sind ländliche Gebiete in Japan und China. Weitere Endemiegebiete sind Bangladesh, Burma, Indien, Kambodscha, Laos, Nepal, Thailand, Vietnam sowie Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Sri Lanka und Taiwan, außerdem südliche Gebiete der GUS. Aufgrund des Biotops des Überträgers kommt die Japan-B-Encephalitis ausschließlich in ländlichen Gebieten und hier wiederum bevorzugt in feuchten Regionen vor, etwa bei Reisfeldern. Vögel und Schweine fungieren als Virusreservoir.
Die Inkubationszeit beträgt etwa 4 - 14 Tage. Die Krankheit beginnt meist plötzlich mit hohem Fieber, Erbrechen und Kopfschmerzen. Die Sterblichkeit der erkrankten Personen wird mit 20 - 50 % angegeben. Sowohl der Schweregrad der Erkrankung als auch die Letalität steigen mit zunehmendem Alter an. Nach überstandener Erkrankung bleiben häufig Dauerschäden zurück.
Die Vorbeugung der Krankheit besteht aus Maßnahmen, die das Risiko für einen Insektenstich reduzieren: Tragen von langärmeligen Hemden und Blusen, langen Hosen, Imprägnierung der Kleidung, Verwendung von vernünftigen mückenabwehrenden Substanzen und von imprägnierten Moskitonetzen oder Aufenthalt in klimatisierten Räumen sowie eine vorbeugende mehrteilige Impfung.
WICHTIG: Die FSME-Impfung schützt nicht vor der Japan-B-Encephalitis, auch wenn es sich um ein verwandtes Krankheitsbild handelt.
WHO-Seiten: https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/japanese-encephalitis, https://www.who.int/immunization/diseases/japanese_encephalitis/en/
Informationen auf reisemed.at
Informationen auf gesundheit.gv.at

Malaria

Malaria ist eine der ältesten und tödlichsten Krankheiten. Jährlich erkranken weltweit mehr als 200 Millionen Menschen, 435.000 sterben daran, 90 Prozent aller Erkrankungen ereignen sich in Afrika.
Österreich zählt zu jenen Ländern, in denen keine Malariaübertragung stattfindet. Fernreisende importieren jährlich etwa 60 bis 90 Malariaerkrankungen nach Österreich, weil diese Personen ihre Prophylaxe vernachlässigt haben. Pro Jahr sterben etwa ein bis zwei Österreicher an Malaria.
Malaria verursacht Fieber, Blutarmut und neurologische Probleme. Unbehandelt kann das Sumpffieber rasch tödlich verlaufen. Überträger der Krankheit sind in erster Linie mit Plasmoniden infizierte Anophelesmücken (Moskitos), die ihre Opfer vor allem nachts stechen. Durch den Stich gelangen die Erreger in die Blutbahn und vermehren sich in der Leber. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist eher selten, eine Infizierung von ungeborenen Kindern durch die Mutter ist allerdings möglich, wenn bei der Geburt die Plazenta verletzt wird. Die Inkubationszeit beträgt acht Tage bis mehrere Monate.
Die bedeutendste und gefährlichste Form der Malaria ist die Malaria Tropica. Der Einsatz der richtigen Therapie innerhalb von 24 Stunden ab dem Beginn der Erkrankung ist lebenswichtig. Mit jedem Tag, den man zuwartet, sinkt die Überlebenschance. Unbehandelt endet die Malaria tropica bei 50 bis 60 % der Mitteleuropäer tödlich!
Das klassische Hochrisikogebiet für Malaria ist das tropische Afrika, wo fast ausschließlich Malaria tropica vorkommt. In diesen Regionen wird Malaria ganzjährig und auch in den Städten übertragen. Auch in Indien, Sri Lanka, in vielen Teilen des Fernen Ostens sowie im Amazonasgebiet findet ganzjährig intensive Malariaübertragung statt. In Mittelamerika und auch im Nahen Osten ist die Intensität der Malariaübertragung regional unterschiedlich und wird auch von jahreszeitlichen Faktoren beeinflusst.
Zur Vorbeugung von Malaria sind entsprechende Maßnahmen zum Schutz vor Insektenstichen wichtig: Das Aufbringen von Repellentien auf unbedeckte Hautstellen, Imprägnierung von Kleidung mit Repellentien und Insektiziden, Tragen von langärmliger Oberbekleidung und langen Hosen, Aufenthalt in klimatisierten Räumen, Anbringen von Drahtgittern vor Fenster- und Türöffnungen und das Schlafen unter imprägnierten Moskitonetzen können die Wahrscheinlichkeit einer Infektion nachweislich um bis zu 90 Prozent reduzieren.
Parallel dazu können Medikamente eingenommen werden, die nicht die Infektion, sondern die Vermehrung der Malariaerreger im Blut und damit den Ausbruch der Malaria verhindern (Chemoprophylaxe). Reisende sollten sich spätestens zwei Wochen vor Reiseantritt bei einem Reisemedizin- oder Tropeninstitut über die aktuellen Prophylaxeempfehlungen informieren.
Informationen auf reisemed.at
Informationen auf gesundheit.gv.at
WHO-Seite über Malaria

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Quellen und weiterführende Informationen
www.reisemed.at
Broschüre/Fachinformation „Reiseimpfungen mit spezieller Indikation“
European Centre for Disease Prevention and Control
https://www.gesundheit.gv.at/leben/gesundheitsvorsorge/reisemedizin/infektionskrankheiten/inhalt
https://www.who.int/neglected_diseases/vector_ecology/mosquito-borne-diseases/en/
https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/vector-borne-diseases

(letzte Aktualisierung: 08/2019)