Bärlauch – Naturküche und Volksmedizin
 
 

Arzneipflanzen, Nahrungspflanzen und Gewürze – alle unsere Nutzpflanzen haben ihre Geschichte und ihre historische Bedeutung, aus der wir wertvolle Hinweise auf den heutigen Gebrauch ablesen können.

Schon der Name einer Pflanze – sei es die wissenschaftliche Bezeichnung oder die regional verschiedenen volkstümlichen Benennungen – bringt interessante Hinweise. Bärlauch (Allii ursini herba) auch Waldknoblauch, Wilder Lauch, Waldlauch, Zigeunerlauchkraut, Ramsel oder Hexenzwiebel genannt, wächst im Frühling oft massenhaft in feuchten, humusreichen Laub- und Auwäldern. Früher als Würzpflanze und Heilkraut sehr geschätzt, ist das Wissen unserer Ahnen über den Bärlauch weitgehend in Vergessenheit geraten, bis vor gar nicht so langer Zeit in der Küche und auch in der Medizin der Trend die Menschen zurück zur Natur führte.

Bärlauch wird heute wieder sowohl in der Volksmedizin als auch immer mehr in lokalen Küchen verwendet, welche leichte und vor allem bodenständige Zutaten suchen und seine Beliebtheit steigt stetig weiter an. Er gilt als delikates Wildgemüse und gleichermaßen als Gewürz. Deshalb lohnt es sich, diese Pflanze einmal näher zu betrachten und die vielen gesunden und schmackhaften Rezepte auszuprobieren. Durch seine ätherischen Öle und anderen Inhaltsstoffe ist der Bärlauch sehr gesund – wie schon seine Namensgeber – die alten Germanen wussten. Die gesunde Wirkweise wird von Experten sogar noch höher eingeschätzt als die von Knoblauch, aber ohne den bei Knoblauch üblichen Körpergeruch.

In einem eigenen Kapitel wird ausführlich auf die klaren Erkennungsmerkmale des Bärlauchs hingewiesen sowie auf die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zu den beiden sehr ähnlichen, aber giftigen Pflanzen Maiglöckchen und Herbstzeitlose.

Abbildungen (von links nach rechts):Bärlauch, Maiglöckchen, Herbstzeitlose.

Über 100 erprobte Rezepte und Tipps finden sich in dem Buch, hier nun zwei Beispiele:

Bärlauch-Kräutersuppe
Zutaten: 100g mehlige Kartoffeln, 1/2 Zwiebel fein geschnitten, 400ml Gemüsesuppe oder Wasser, 100ml Vollmilch, 1/4 Teelöffel Meersalz, eine Prise Pfeffer, eine Prise geriebene Muskatnuss, 50ml Schlagobers, 10 Bärlauchblätter, einige Blätter von Brennnessel, Löwenzahn, Sauerampfer und Sauerklee – es genügt auch eine beliebige Auswahl dieser Kräuter – insgesamt ca. 50g.
Zubereitung: Kartoffeln gut abbürsten, würfeln und mit den Zwiebelwürfeln in der Gemüsesuppe oder dem Wasser weich kochen. Anschließend pürieren, die Milch zugeben und mit Meersalz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Kurz vor dem Servieren das Schlagobers und die fein geschnittenen Kräuter in die Suppe geben, noch einmal aufwallen lassen und sofort anrichten. Auf diese Weise behalten die Kräuter und vor allem der Bärlauch ihren Geschmack und verfärben sich auch nicht gräulich durch längeres Warmhalten und Kochen.

Spaghetti mit Käse-Bärlauchpesto
Zutaten: 100g Bärlauchblätter, 100g Feta-Käse, 100g geriebener Parmesan, 1/4 l Olivenöl, Salz, Pfeffer, 100g Pinienkerne, 500g Spaghetti.
Zubereitung: Alle Zutaten für das Pesto im Mixer gut vermischen. Spaghetti al dente kochen und heiß mit diesem Pesto vermischt servieren.
Dazu passt jeder Blattsalat.

Quelle: "Die Apotheke", Ausgabe April 2003
Ingrid Wolter: Bärlauch- Naturküche und Volksmedizin, Unikum Verlag