Schlaganfall – jede Minute zählt
 
Welt-Schlaganfall-Tag am 29. Oktober
 
24.000 Schlaganfälle ereignen sich in Österreich jedes Jahr, jeder sechste Betroffene stirbt. Schlaganfall ist hierzulande somit die zweithäufigste Todesursache.

Etwa die Hälfte der Überlebenden kann nach einer adäquaten Therapie und Rehabilitation wieder ein normales Leben führen. 15 Prozent der Schlaganfallpatienten aber werden zu Pflegefällen, und jeder sechste bleibt ein Leben lang mehr oder weniger stark beeinträchtigt.
Durch die richtige Prävention können sehr viele Schlaganfälle vermieden werden. Frühzeitige Erkennung eines Schlaganfalles kann Leben retten und Folgeschäden verringern.


Foto: © www.worldstrokecampaign.org
Anzeichen erkennen – Risiken minimieren
Die Gefahr, welche von einem Schlaganfall ausgeht, wird oft unterschätzt, da die Betroffenen meist keine Schmerzen haben. Das ist besonders tückisch, denn bei einem Schlaganfall zählt jede Minute – je schneller reagiert wird, umso eher können bleibende Folgeschäden der Durchblutungsstörung im Gehirn verhindert werden. Daher ist es auch besonders wichtig, auf die typischen Anzeichen für einen Schlaganfall zu achten:
  • Halbseitige Schwäche oder Lähmung, z.B. im Gesicht, am Arm oder am Bein
  • Halbseitige Gefühlsstörungen mit Taubheitsgefühl bei Berührung
  • Sprachstörungen: Betroffene können nicht oder nur eingeschränkt verständlich sprechen und haben Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen.
  • Sehstörungen: in einem Teil des Gesichtsfeldes kommt es plötzlich zum Verlust der Sehwahrnehmung, eventuell auch zu vorübergehender Blindheit auf einem Auge

Sofortmaßnahmen können Leben retten
Bei einem Schlaganfall ist sofort die Rettung zu verständigen (Telefon: 144) und der Beginn der Beschwerden (Uhrzeit) zu notieren. Die Rettung sorgt für einen Transport auf eine Schlaganfallüberwachungseinheit („Stroke Unit“) oder in das nächste Krankenhaus. Auch wenn die Beschwerden rasch nachlassen, sollte umgehend ein Arzt, eine Ärztin aufgesucht werden.

Was ist ein Schlaganfall?
Als Schlaganfall bezeichnet man eine akute Erkrankung des Gehirns. In 85 Prozent der Fälle sind diese auf eine Unterbrechung der Blutversorgung zurückzuführen. Ein Schlaganfall kann verursacht werden durch:
  • Arteriosklerose: Ablagerungen verengen ein Hirngefäß dermaßen, dass kein Blut mehr durchfließen kann.
  • Ein Blutgerinnsel wurde von der Halsschlagader oder dem Herzen mit dem Blutstrom in die Hirngefäße verschleppt. Je nachdem, welches Hirngefäß verstopft ist, treten unterschiedliche Symptome auf.
  • Hirnblutung: Im Gehirn platzt ein Gefäß, welches z. B. durch erhöhten Blutdruck vorgeschädigt ist.
Die Folgen sind immer dieselben: Das Gehirn ist verletzt und in seiner Funktion beeinträchtigt.

Gesunder Lebensstil ist die beste Prävention
Wie groß die Gefahr ist, einen Schlaganfall zu erleiden, hängt von lebensstilbezogenen Risikofaktoren ab. Diese sollte jeder kennen, gegensteuern zu können. Der Verzicht auf Nikotinkonsum, kein oder wenig Alkohol, fünf Mal pro Woche zumindest 30 Minuten Bewegung und gesunde Ernährung zur Vermeidung von Übergewicht können dazu beitragen, das persönliche Schlaganfallrisiko zu senken.
Erhöhte Blutdruck- Cholesterin- oder Blutzuckerwerte sowie Diabetes sind Risikofaktoren, die bei den kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen aufgedeckt werden können. Menschen, die unter Vorhofflimmern leiden, haben ein bis zu 5-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko. Dieses kann durch eine medikamentöse Behandlung reduziert werden kann.

Ursachen für Schlaganfälle
Viele Risikofaktoren für Schlaganfälle sind vermeidbar. Zehn bis 15 Prozent aller Schlaganfälle sind laut Experten auf Luftverschmutzung durch Hausbrand oder Verkehr zurückzuführen. Auch Gut das übermäßige Trinken von stark zuckerhaltigen Getränken kann das Schlaganfallrisiko erhöhen.
Da jeder fünfte Schlaganfall in Österreich ein wiederholter Schlaganfall ist, hat auch die Sekundärprävention einen hohen Stellenwert. Bei richtlinienkonformer Behandlung könnten 90 Prozent der wiederauftretenden Fälle verhindert werden. Daher ist eine strukturierte Nachbetreuung von Schlaganfallpatienten wichtig.

Behandlung von Betroffenen
Die Behandlung von Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten erfolgt in sogenannten Stroke Units, das sind eigene Schlaganfallzentren, die auf die Behandlung von akuten Schlaganfall-Ereignissen spezialisiert sind. 5 bis 10 Prozent der Schlaganfälle in Österreich (1.200 bis 2.400 Fälle jährlich) sind so schwer, dass Blutgerinnseln aus Gehirngefäßen mechanisch mit einem Endoskop entfernt werden müssen.

Welt-Schlaganfall-Tag am 29. Oktober
Im Jahr 2019 will die World Stroke Organisation weltweit auf die dringende Notwendigkeit aufmerksam machen, dass wir alle Maßnahmen zur Prävention von Schlaganfällen ergreifen können und sollen. Jeder vierte von uns ist in seinem Leben einem Schlaganfallrisiko ausgesetzt. Die meisten Schlaganfälle können jedoch mit ein paar einfachen Maßnahmen verhindert werden. #DontBeTheOne

Folder: Schlaganfall – Gehirn in Gefahr (Österr. Gesellschaft für Neurologie 2014)
https://www.oegn.at/presseinformation/welt-schlaganfalltag-2019/
https://www.worldstrokecampaign.org/world-stroke-day-campaign
https://www.world-stroke.org/