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Krebsregister 2004
 
Deutliches Absinken der Krebssterblichkeit trotz Zunahme der Inzidenz mancher Tumoren
 
Die Zahl der Krebstoten hat sich in den letzten 25 Jahren kaum verändert. Berücksichtigt man jedoch die Alterung der Bevölkerung Österreichs, so kann man von einem eindeutigen Absinken der Krebssterblichkeit sprechen. Seit 1985 ist ein Rückgang der altersstandardisierten Sterberaten von 17% bei den Männern und 20% bei den Frauen zu verzeichnen.

Gründe sehen Experten in verbesserten Therapien, der Früherkennung und einem tatsächlichen Rückgang der Krebserkankungen.

Eine sehr starke Abnahme der Krebssterblichkeit ergab sich seit 1993 für Gebärmutterhals- und Magenkrebs sowie für Rektum- und Kehlkopfkrebs. Im Zunehmen sind allerdings Tumore im Bereich Lippe, Mundhöhle und Rachen, der Speiseröhre und der Leber.

Die Inzidenz, also die Häufigkeit der Neuerkrankungen pro Einwohner und pro Jahr, des Brustkrebs steigt in Österreich wie auch international weiter an, dazu tragen verschiedene Risikofaktoren bei, wie etwa die Zunahme der späten Erstgebärenden, die höhere Prävalenz der Raucherinnen (d.h. die Zahl der insgesamt rauchenden Frauen pro Jahr) und Lebensstilfaktoren. Die steigende Inzidenz ist aber auch Resultat der vermehrten Früherkennungsmaßnahmen, sodass die altersspezifische Mortalität bei dieser Erkrankung in den letzten Jahren abgenommen hat.

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Quelle: Statistik Austria www.statistik.at

Erklärung der epidemiologischen Maßzahlen

Inzidenz
Maß für die Anzahl der Neuerkrankungen in einem definierten Zeitraum

Beispiel:
In einer Stadt leben 10.000 Frauen. Aktuell leiden 80 von ihnen an Brustkrebs. Von den anderen 9.920 erkranken im Laufe eines Jahres 11 an Brustkrebs.
Inzidenz = 11 : 9.920 = 0,001109 oder 110,9 pro 100.000 Frauen

Prävalenz
Maß für den Bestand an Kranken zu einem definierten Zeitpunkt
Beispiel:
Aktuell sind 80 von 10.000 Frauen an Brustkrebs erkrankt.
Prävalenz = 80 : 10.000 = 0,008 oder 800 pro 100.000 Frauen

Altersspezifische Mortalität (Sterblichkeit)
Beispiel:
In der betrachteten Stadt sind 1.600 Frauen zwischen 55 und 60 Jahre alt. In dieser Altersklasse verstirbt im Laufe des Jahres 1 Frau. Die altersspezifische Mortalität in der Altersklasse der 55- bis 60-jährigen Frauen beträgt:

Altersspezifische Mortalität = 1 : 1.600 = 0,000625 oder 63 pro 100.000 Frauen.

Altersstandardisierung
Ermöglicht den Vergleich von Bevölkerungen mit unterschiedlicher Altersstruktur, indem verzerrende Alterseinflüsse beseitigt werden. Aufgrund des demographischen Wandels nimmt die Anzahl der 70- bis 80-Jährigen stark zu. Würden in dieser Altersgruppe unverändert 50% der Personen an einer bestimmten Krankheit erkranken, so würde eine größere Absolutzahl an Erkrankten beobachtet werden.