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Flüssigkeitszufuhr besonders für Ältere wichtig
 
Tipp der Apothekerin: Täglich über den Durst trinken!
 
Bei den derzeit herrschenden hochsommerlichen Temperaturen ist es vor allem für SeniorInnen wichtig, regelmäßig und genug zu trinken: Denn Flüssigkeitsmangel wirkt sich umgehend auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit aus: Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verstopfung, Harnwegsinfektionen aber auch Verwirrtheitszustände, Kreislauf- sowie Herz- und Nierenfunktionsstörungen können die Folge sein. Nicht selten ist im Alter Exsikkose (lat. ex „aus“ und siccus „trocken“) - also die Austrocknung durch Abnahme des Körperwassers - ein Grund für eine Krankenhauseinweisung und entsprechende Infusionen.

Gut beraten ist, wer rechtzeitig trinkt, bevor der Durst kommt. Im Alter nimmt das Durstgefühl ab, Senioren vergessen daher oftmals zu trinken. Weiters verringern viele bewusst ihre Flüssigkeitsaufnahme aufgrund von Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden, beschwerlichem Toilettengang oder möglicher Inkontinenz. Hier sind auch die Angehörigen gefordert, älteren Menschen „trinktechnisch" unter die Arme zu greifen.

Trinktipps von Ihrer Apothekerin: Im Alter täglich "über den Durst" trinken!

  • Reichlich trinken: Erwachsene 1,5 bis 2 Liter am Tag. Da im Alter das Durstgefühl abnimmt, sollten Senioren "über den Durst" trinken.
  • Bei Erkrankungen wie Fieber, Durchfall und Erbrechen erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf.
  • Regelmäßig über den Tag verteilt und zu allen Mahlzeiten trinken.
  • Trinkrationen am besten für einen halben Tag an „Lieblingsplätzen" in der Wohnung zurechtstellen, dann werden Sie an das Trinken erinnert und sehen auch gleich, wie viel Sie noch trinken sollten.
  • Bestimmte, wiederkehrende Trinkrituale wie ein Glas Saft am Nachmittag oder „5-Uhr-Tee" einführen.
  • Auch Suppen, Kompott oder Joghurt können einen Beitrag zur Flüssigkeitsversorgung leisten, ebenso wie Obst (z. B. Melone, Orange) und Gemüse (z. B. Gurke, Tomate).
  • Wird weniger gegessen, muss umso mehr auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Denn die mit der Nahrung normalerweise auch aufgenommene Flüssigkeit fehlt und muss durch Getränke zusätzlich kompensiert werden.
  • Spezielle, handliche Trinkgefäße bieten hilfs- und pflegebedürftigen Senioren zusätzlichen „Trink-Anreiz".
  • Viele Senioren freuen sich über ein farbiges und/oder süßliches Getränk und greifen dann eher zu. Denn lustvolles Trinken ist meistens an Geschmack gekoppelt. Und gerade bei wenig Appetit können alkoholfreie "flüssige Kalorien" den Körper auf einfache Weise mit Energie und Nährstoffen versorgen. Wenn aufgrund von Krankheit oder Diäten nicht anders verordnet, braucht man daher beim Trinken auch nicht auf Vielfalt verzichten. Geeignete Getränke sind neben Mineral- oder Leitungswasser auch Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Fruchtsäfte. Auch schwarzer Tee und Kaffee werden entgegen häufig anderslautender Aussagen zur täglichen Flüssigkeitsmenge dazu gezählt, sind aber wegen der anregenden Wirkung auf Herz- und Kreislauf nicht zum Durstlöschen geeignet.
  • Wer Angst hat in der Nacht oft „raus zu müssen“, sollte am Vormittag den größeren Teil der täglichen Flüssigkeitsmenge zu sich nehmen, aber auf keinem Fall weniger trinken.
Gibt es Krankheiten, bei denen die Trinkmenge eingeschränkt werden muss?
Ja, es gibt es auch einige, wenige Krankheitsbilder wie Störungen der Flüssigkeitsausscheidung oder bestimmte Nierenerkrankungen, bei denen auf ärztliche Anweisung hin, die Flüssigkeitsmenge begrenzt wird.

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Literatur:
Elmadfa I: Ernährungslehre. 2., überarb. Auflage, UTB, Stuttgart (2009)