Druckansicht
Echter Anis und Sternanis: Gewürz- und Heilpflanzen
 
Tipps von der Apothekerin
 
"Anisöl" kann vom echten Anis oder vom kostengünstigeren Sternanis stammen. Beide Öle besitzen zwar mit Anethol die gleiche dominierende Hauptkomponente, unterscheiden sich jedoch deutlich bezüglich ihrer Nebenkomponenten.

.
Echter Anis (Pimpinella anisum) war ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum beheimatet, der Name geht auf das griechische Wort aνηθον für Dill zurück, mit dem der Anis verwechselt wurde. Heute wird Anis weltweit im gemäßigten Klima angebaut. Hauptanbaugebiet ist Südrussland. In der Küche wird Anis als Gewürz vor allem in Brot und Backwaren verwendet. Doch Anis hat auch gute pharmazeutische Wirkung. Einerseits regt es die Verdauung sanft an und wirkt entspannend, andererseits wird Anis durch seine krampflösende Wirkung auch bei Husten eingesetzt. Hauptsächlich wird Anis jedoch Spirituosen und Likören beigemischt, wie etwa Raky, Ouzo und Anisette. Doch Echter Anis wird hier jedoch zunehmend vom ertragreicheren Sternanis (Illicium verum) abgelöst, der aus China kommt. Sternanis hat aufgrund der ähnlichen Zusammensetzung des ätherischen Öls einen ähnlichen Geschmack, sieht aber anders aus und ist nicht näher mit dem echten Anis verwandt.
.
Als Sternanis werden die Früchte eines Baumes aus Südostasien bezeichnet.
Sternanis duftet ebenfalls intensiv nach Anis, das ist aber auch schon die einzige Gemeinsamkeit mit der bekannten Gewürz- und Heilpflanze. Der Echte Sternanis, Illicium verum Hook. (Illiciaceae), ist ein bis zu 10 m hoch wachsender, immergrüner Baum mit birkenähnlicher Rinde. Sternanis ist in Südchina beheimatet und wird in Teilen Südostasiens, z.B. in Vietnam, Thailand und auf den Philippinen, und auch auf Jamaika angebaut. Die kugeligen Blüten sind gelblich- oder rötlich-weiß. Die Früchte sind rotbraune, korkig-holzige Sammelbalgfrüchte (Anisi stellati fructus), die sternförmig angeordnet sind und einen glänzend braunen Samen enthalten. Dreimal pro Jahr werden die Früchte von dem Sternanisbaum geerntet und garantieren dadurch reiche Erträge. Nach Europa kam Sternanis durch den Seefahrer Sir Thomas Cavendish, der die Früchte 1588 von den Philippinen nach London brachte. Bald darauf wurde das Gewürz auch als Heilmittel verwendet, 1726 wird der Sternanis in der Apotheker-Taxe des Fürstentums Anhalt-Zerbst bereits erwähnt. Das ätherische Öl der Sammelbalgfrüchte weist bronchosekretolytische Wirkungen auf, weiters können spasmolytische Effekte im Magen-Darm-Bereich beobachtet werden. Sternanisöl wird in der Pharmazie und in der Lebensmittelindustrie als Ersatz für das sehr teure und seit Jahren nicht ausreichend lieferbare echte Anisöl (aus Pimpinella anisum gewonnen) als Zusatz zu alkoholischen Getränken, Likören, Zahnpasten, Süßwaren und pharmazeutischen Präparationen verwendet. Sternanis ist auch Bestandteil von Teemischungen, die für die Glühwein-Bereitung bestimmt sind. Sternanis wird auch gerne zum Basteln (zB Gewürzsträußchen, Dekorationen, Schmuck) verwendet.

Mehr über den Sternanis und womit man diese Früchte verwechseln könnte....
.


Starten Sie hier die TV Sendung vom 4.12.2013
Anis und Sternanis: Gewürz und Arznei
Sein charakteristischer Geruch lässt uns an Weihnachten und das herrliche Weihnachtsgebäck erinnern. Anis wird nicht nur wegen des süßlich-herben Geschmacks geschätzt, sondern schon seit 1500 v. Chr. von den Ägyptern als Heilpflanze verwendet. Aufgrund der schleimlösenden Wirkung wird er als Hustenmittel eingesetzt. Sehr gerne macht man sich seine krampflösende und entblähende Wirkung z.B. in Teezubereitungen zu Nutze. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Sternanis, der wegen seiner schönen Sternenform in Gewürzsträußen verwendet wird. Die einzige Gemeinsamkeit der beiden ist der Geruch, sonst sind sie aber nicht näher verwandt.

Quelle: Heute Leben, 4.12.2013 – 17:30 ORF 2

Zur Wiedergabe bitte das Startsymbol links im Bild anklicken (Windows Media-Audio-/Videodatei 340 KBits/s)

..