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Schulstress? Fit ohne Arzneimittel!
 
Tipps vom Apotheker
 
Kinder müssen lernen, Stresssituationen aus eigener Kraft zu bewältigen. Apotheker warnen vor Arzneimittelmissbrauch.

„Schultropfen“ gegen die Angst, Beruhigungstabletten als Vorbereitung für eine Schularbeit, Energy-Drinks zur Aufmunterung für einen langen Tag: gefährliche Versuche zur Bekämpfung von Symptomen. Medikamente oder Energy-Drinks sind keine Lösung, wenn der Sprössling unter Schulstress leidet. Schneller als gedacht, gewöhnt sich der Schüler oder die Schülerin an den Gedanken, dass unangenehme Situationen oder Gefühle durch chemische Mittel vermieden werden können. Ein Eigentor. Der Weg in die Abhängigkeit von Arzneimitteln, Alkohol oder später Suchtgift ist unter Umständen nicht weit.

Wenn es um Kinder geht, sind auch „harmlose“ Naturheilmittel und Placebos (Scheinmedikamente) in einem besonderen Licht zu sehen. Auch die regelmäßige Gabe von Scheinmedikamenten in Stresssituationen prägt das Bewusstsein junger Menschen. Sie beginnen chemische Präparate als „Wundermittel“ zu sehen.

Der Weg aus den Problemen kann nur über die Frage nach den Ursachen führen. Liegen sie im seelischen Bereich, lassen sie sich mit Medikamenten sicher nicht beseitigen. Wo seelische Anspannungen und Konflikte sich körperlich äußern, können Medikamente auch nur sehr bedingt helfen. Sie können eine gewisse erleichternde Wirkung bringen, aber die seelischen Probleme werden damit sicher nicht gelöst. Woher kommen die Konzentrations- und Einschlafschwierigkeiten und die Prüfungsängste also wirklich? Sind die Kopfschmerzen nicht ein Zeichen von Überforderung? Ein Schmerzmittel schiebt das Problem nur hinaus - ein Schulwechsel zum Beispiel könnte eher helfen.

Genauso fatal wie die missbräuchliche Einnahme von Medikamenten kann sich auch die strikte Ablehnung von Medikamenten auswirken.

Wenn die Kinder unkonzentriert, verträumt oder ständig müde sind, Angst haben oder Anflüge von Depressionen, dann kann das natürlich auch körperliche Ursachen haben. Diese kann der Arzt herausfinden und gegebenenfalls das entsprechende Medikament verschreiben. Keinesfalls sollten Eltern versuchen, ihre Kinder „nach Gefühl“ zu behandeln.