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Phytotherapie: mehr als ein Modetrend
 
Pflanzliche Heilmittel haben viele Vorteile
 
Sie verdienen ihre Beliebtheit wirklich, die pflanzlichen Arzneimittel (Phytopharmaka). Gerade diese Beliebtheit bringt aber auch eine Flut von Präparaten mit sich, die den wissenschaftlichen Kriterien der Phytotherapie in keiner Weise entsprechen und deren behauptete Wirkung in das Reich der Märchen und Sagen gehört. Nicht jede gemähte Wiese macht ein Phytopharmakon. Auch homöopathische Arzneimittel, Bachblüten oder isolierte Inhaltsstoffe von Pflanzen gelten streng genommen nicht als Phytopharmaka. Auch selbstgepflückte Heilpflanzen nicht.

„Bei Phytopharmaka handelt es sich um pflanzliche Arzneimittel, die immer als Stoffgemische angewendet werden, und die in ihrer Qualität dem Stand der Wissenschaft entsprechen“, definiert die Österreichische Gesellschaft für Phytotherapie. Wie andere Arzneimittel auch, müssen Phytopharmaka den gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit entsprechen und Zulassungsverfahren bestehen. Die Prüfungen und Studien werden mit den ganzen Extrakten und nicht mit isolierten Inhaltsstoffen gemacht.

Gerade die Mischung und das Zusammenspiel von vielen (es können Hunderte sein) Inhaltsstoffen in einem Pflanzenextrakt kann die heilende Wirkung ausmachen. Welche Wirkstoffe das im einzelnen sind, ist in vielen Fällen noch nicht geklärt. Auch synthetische Arzneimittel enthalten oft Inhaltsstoffe von Pflanzen, aber eben „nachgebaut“ beziehungsweise im Labor synthetisiert. Das kann ein Vorteil sein, wenn einzelne Wirkstoffe ohne Begleitsubstanzen benötigt werden.

Pflanzliche Arzneimittel stellen an Arzneimittelexperten beträchtliche Anforderungen: der Gehalt an Inhaltsstoffen schwankt je nach Standort, Erntezeit und Pflanzenvariante beträchtlich. Nicht nur das, auch die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe kann stark schwanken. Die Standardisierung ist daher ein wesentliches Qualitätskriterium. Wer ein pflanzliches Heilmittel für seine Beschwerden sucht, wendet sich am besten an die geschulten Arzneimittelexperten in der Apotheke.


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Phytotherapie
Im September 2011 wird in der TV-Sendung "Herbstzeit" jeden Tag ab 17:40 Uhr in ORF 2 eine andere Heilpflanze vorgestellt. Pflanzen werden schon seit Urzeiten zur Heilung von Krankheiten oder zur Linderung von Beschwerden eingesetzt. Auch wenn viele Medikamente mittlerweile aus dem Chemielabor kommen, gehören Phytopharmaka zum Alltag in der Apotheke.

Sie können hier den TV-Beitrag mit unserer Apothekerin Mag.pharm. Sonja Wurst vom 7.9.2011 nochmals anschauen.
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Bei den Inhaltsstoffen von Pflanzen handelt es sich teilweise um hochaktive Arzneistoffe, die nicht verharmlost werden dürfen. Pflanzliche Arzneimittel müssen daher mit der selben Sorgfalt und Vorsicht eingenommen werden wie synthetische Präparate. Die Liste der Krankheiten und Beschwerden, die mit pflanzlichen Arzneimitteln gut und ausreichend behandelt werden können, ist lang. Sie reicht von Husten über Hautkrankheiten bis zu seelischen Verstimmungen. Die Natur bietet wahre Schätze zur Heilung von Krankheiten. Sie müssen aber mit Vorsicht gehoben werden - man käme ja auch nicht auf die Idee, einen Knollenblätterpilz zu verspeisen, nur weil er „natürlich“ ist.


Link: Phytotherapie - Buch und Datenbank