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Übermäßiges Schwitzen muss nicht sein
 
Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, die den Betroffenen Hilfe bringen.
 
Phytotherapeutika gegen übermäßige Schweißabsonderung: Zur erfolgreichen und schonenden Bekämpfung von übermäßigem Schwitzen hat sich der Einsatz der Arzneipflanze Salbei (Salvia officinalis) bewährt. Die wichtigsten Wirkstoffe des Salbeis sind die Gerbstoffe (vor allem die Rosmarinsäure), die in den Blättern der Pflanze enthalten sind. Der allseits bekannte Wiesensalbei (siehe Abbildungen) enthält weniger Wirkstoffe und wird daher pharmazeutisch nicht verwendet.

Wiesensalbei (Salvia pratensis): Seine Blätter sind eiförmig, runzelig und viel weniger behaart, pharmazeutisch wird Salvia offizinalis (Gartensalbei) verwendet.

Die violetten Blüten zeigen die typische Labiatenform mit oben zwei und unten drei zusammengewachsenen Blütenblättern. Im Gegensatz zu den anderen Lamiaceen (Lippenblütler) hat der Salbei nur zwei statt vier Staubblätter. (Fotos: F.Biba)
    Schwitzen ist in vielen Situationen eher lästig und unangenehm, aber der Schweiß hat eine wichtige Funktion: er kühlt an heißen Sommertagen den Körper. Es gibt jedoch Personen, die unter übermäßig starkem Schwitzen leiden. Stress, bestimmte Erkrankungen, Übergewicht sowie der Wechsel bei Frauen kann eine sogenannte Hyperhidrose auslösen, die sich auf einzelne Körperregionen, meist auf Hände, Füße, Gesicht oder Achselhöhlen beschränkt.

    Grob geschätzt ist ein Viertel der österreichischen Bevölkerung von zumindest einer Form des übermäßigen Schwitzens betroffen. Bei etwa 5 % ist die Schweißproduktion so stark erhöht, dass Lebensqualität und soziale Kontakte darunter leiden.

    Tipps für Betroffene
    • Bei starker Schweißbildung auf Kaffee, Tee, alkoholische Getränke und vor allem auf scharf gewürzte Speisen verzichten, denn die regen die Schweißbildung an.
    • Wer mehr trinkt, schwitzt weniger, da die gut gefüllten Blutgefäße mehr Wärme abstrahlen und somit weniger Wärme über den Schweiß abgegeben werden muss.
    • Aber bitte beachten: "Warm kühlt besser" - eiskalte Getränke bringen den Körper ins Schwitzen. Das liegt daran, da der Körper Energie aufbringen muss, um sehr kalte Getränke auf verträgliche Temperaturen anzuheizen.
    • Gute Deodorants besitzen in der Regel auch eine antibakterielle Wirkung, die verhindert, dass der Schweiß zersetzt wird - die Ursache für unangenehmen Geruch.
    • Antitranspirantien regulieren vordringlich die Schweißabsonderung. Die enthaltenen Wirkstoffe (z.B.Aluminium) verengen die Ausgänge der Schweißdrüsen.
    • Salbei kommt als pflanzlicher Schweißhemmer immer mehr in Verwendung.Für eine spürbare Schweißreduktion sind allerdings relativ große Mengen an Rosmarinsäure nötig. Durch das Trinken von Salbeitee werden diese Mengen nur schwer erreicht. Um eine rasche Wirkung zu erzielen, können daher spezielle Extrakte aus Salbei hilfreich sein, in denen die Wirkstoffe der Salbeiblätter angereichert vorliegen, und die als Kapseln in der Apotheke erhältlich sind. Die Wirkung tritt schon 2 Stunden nach Einnahme der Kapseln ein und hält über mindestens 6 Stunden an.
    • Aber auch eine Iontophorese kann helfen. Dabei werden in einem Wasserbad mit Hilfe von Gleichstrom verschiedene Substanzen in die Haut von Handflächen und Fußsohlen eingebracht. Dies bewirkt eine vorübergehende Schweißhemmung.
    • Etwas komplizierter ist die intradermale Injektion von Botulinumtoxin. Das verdünnte Nervengift unterbindet die Schweißproduktion für einige Zeit.
    • Die letzte Möglichkeit übermäßigen Achselschweiß zu verhindern, ist ein chirurgisches Entfernen der Schweißdrüsen in dieser Region. Neben den üblichen Operationsrisiken kann es zu schmerzhafter Narbenbildung und nach einigen Jahren zu einem Wiederauftreten der Hyperhidrose durch Wiedereinwachsen von Nerven kommen.

Die Arzneipflanze Salvia officinalis, Abbildung aus Köhler's Medizinal-Pflanzen (1897)
    Übermäßiges Schwitzen - was tun?
    Wenn die Sonne scheint und die Temperatur steigt, schaltet sich im menschlichen Körper das natürliche Kühlsystem ein - wir schwitzen. Und man riecht es leider auch, vor allem in Bus und Straßenbahn, oder wo viele Menschen beisammen sind. Was man gegen übermäßiges Schwitzen und den unangenehmen Geruch tun kann, erklärt unsere Apothekerin
    Mag.pharm. Sonja Wurst in der Sendung Sommerzeit am 22.6.2011 um 17:40 Uhr im ORF 2.


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