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Wetterfühlig im Verkehr
 
Wie beeinflusst das Wetter die Mobilität?
 
Es gibt so manche Tage, da sind viele hinterm Steuer völlig neben der Spur. Vielleicht sollten die sich dann die Biowetterkarte genauer ansehen, immerhin ist jeder Dritte wetterfühlig. Bestimmte Wetterlagen können nämlich, gerade im Verkehr, richtig gefährlich werden.

Grund dafür: Unser Organismus wird vom vegetativen Nervensystem gesteuert und das muss sich bei Luftdruck- oder Temperaturschwankungen mühsam umstellen, um den Körper in Balance zu halten. Kommt zu dieser Belastung ein plötzlicher Klimawechsel hinzu, kann der Organismus aus dem Gleichgewicht geraten. Wieso das bei manchen Menschen der Fall ist und bei anderen wiederum nicht, ist allerdings noch nicht genau erforscht.

Schon lange beschäftigen sich die Meteorologen mit den Auswirkungen des Wetters auf die Menschen. Modernste Computer erstellen auf der Basis der allgemeinen Mess- und Beobachtungsergebnisse nicht nur normale Wetterkarten, sondern berechnen anhand besonderer Modelle auch die Biowetterkarten. Dazu wird Deutschland in 13 Regionen unterteilt und innerhalb derer die „ biotropen" Wetterlagen bestimmt. Das sind die, die uns Menschen zu schaffen machen.

Die Karten aus dem Computer müssen allerdings von erfahrenen Meteorologen noch ganz genau interpretiert werden. Besonderes Augenmerk legen die dabei auf die dynamischen Vorgänge in der freien Atmosphäre, weil sich hier am besten die Zusammenhänge zur Wetterfühligkeit erkennen lassen. Die zwei charakteristischen Wetterlagen, die Autofahrern Probleme machen, sind ihnen schon lange ganz genau bekannt:

Das ist zum einen der Fall vor einer Warmfront. In der Höhe zieht hierbei die Warmluft herein. Erkennbar ist diese Wetterlage durch Schleierwolken, die die Sonne leicht abschatten. Hierbei kommt es oft zu Müdigkeit und Unkonzentriertheit hinterm Steuer.

Zum andere machen auch Kaltluftvorstöße den Autofahrern zu schaffen. Charakteristisch für diese Wetterentwicklung sind Schauer sowie hochaufschießenden Wolken. Autofahrer reagieren bei diesem Wetter oft gereizt.

Übrigens hat man auch Reaktionsverluste von fast einer halben Sekunde festgestellt. Das bedeutet bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern die Stunde einen verlängerten Bremsweg von fast elf Metern.

Um Schlimmeres zu verhindern rät der Fachmann, dass Menschen, die wetterfühlig reagieren, sich grundsätzlich ausgeruht hinter das Steuer setzen sollten. Lange Fahrten sollten bei biotropen Wetterlagen vermieden werden. Wenn das nicht geht sind Pausen während der Fahrt und vor allem bequeme Kleidung ratsam. Ist Ihnen Ihre Wetterfühligkeit bewusst, sollten Sie die Geschwindigkeit reduzieren und bei hoher Wä rmebelastung viel Mineralwasser trinken.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass man seine Lebensgewohnheiten unter die Lupe nehmen sollte. Falsche Ess- und Schlafgewohnheiten, der übermä ßige Konsum von Genussmitteln und Medikamenten, fehlende Bewegung an der frischen Luft und beruflicher Stress, wirken sich negativ aus. Denn alles was die Gesundheit schädigt, schädigt auch die natürliche Regulationsfähigkeit unseres Körpers und begünstigt so den Wetterstress.

Der kann sich dann auch schon einmal richtig böse enden, denn schließlich nehmen auch die Unfälle zu. Doch schlimmer noch: Die Zahl der Unfallflüchtigen steigt um 34 Prozent.