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Feste feiern ohne Kater
 
Tipps von der Apothekerin
 
Was wäre das Leben ohne Feste. Diese sind allerdings meist mit dem Genuss von Alkohol verbunden – leider manchmal mehr, als man eigentlich verträgt. Am besten lässt man es gar nicht so weit kommen, lautet der Rat der Apothekerin. "Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren", heißt es im Volksmund. Aber "allzuviel ist ungesund!"

Trinkt man zu viel, meldet sich am Morgen nach dem Fest der Kater, der seinen Namen übrigens nicht vom schnurrenden Haustier hat. Der gefürchtete Alkoholkater leitet sich vom „Katarrh“ (griech. καταρειν [katarhein] = herunterfließen von schädlichen Stoffen, die man für den Krankheitszustand verantwortlich machte) ab, man spricht bekanntlich auch scherzhaft von einem Haarwurzel- bzw. Haarspitzenkatarrh. Ist es einmal so weit gekommen, dann gibt es in der Apotheke einiges, was den "Kater" am Morgen danach nicht allzu heftig schnurren lässt.

Da wären einmal die Kopfschmerzen. Hauptverantwortlich dafür ist das Methanol beziehungsweise dessen Abbauprodukt, das Formaldehyd. Methanol ist ein Verwandter des „normalen“ Alkohols Äthanol. Methanol findet sich in Spuren vor allem in dunklen und minderwertigen Weinen und in anderen dunklen Alkoholika. Wenn es im Körper abgebaut wird, entsteht das giftige Formaldehyd. Das ist der eigentliche Übeltäter und bringt den Kopf zum brummen.

Neuere Untersuchungen lassen vermuten, dass rohe Eier Substanzen enthalten, die an der Beseitigung des Formaldehyds mitarbeiten. Das wäre auch eine Erklärung dafür, warum rohe Eier gegen Kater helfen sollen. Wer sich mit rohen Eiern aber nicht so ganz anfreunden kann und lieber auf die Wirkung von Schmerzmitteln baut, sollte sich für den Fall des Falles eines mit Magenschutz besorgen.

Was einen den nächsten Morgen so zittrig erleben lässt, ist der Mangel an Flüssigkeit und Mineralsalzen. Ersterer lässt sich mit viel nicht-alkoholischen Getränken beheben, zweiterer durch Salzgebäck oder isotonische Getränke.

Alkohol in größeren Mengen führt auch zu einem beträchtlichen Mangel an Zucker. Den verbraucht der Körper beim Abbau der berauschenden Getränke. Spätestens am Morgen danach sollte man also für eine kräftige Zuckerzufuhr sorgen.

Die allgemeine Übelkeit lässt sich auch gut besänftigen. Zum Beispiel mit Nux vomica, der Brechnuss. Dabei handelt es sich eine homöopathische Zubereitung. Gemäß der Homöopathiedevise „Ähnliches heilt Ähnliches“ soll die Brechnuss die Übelkeit vertreiben. Die kleinen Kügelchen (Globuli) werden noch vor dem Schlafen gehen eingenommen. Am Morgen sollte sich der Magen dann friedlich verhalten und nicht rebellieren.

Um sich vollends zu regenieren, empfiehlt sich schließlich frische Luft und kräftiges Essen. Das Gulasch ist nicht umsonst als Kater-Frühstück so beliebt. Der scharfe Paprika beruhigt nämlich die durch den Alkohol überreizten schmerzempfindlichen Nerven im Magen.

Ein schönes Fest ohne Kater wünscht Ihre Apothekerin!