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Durchfall - die fünf größten Irrtümer
 
 
Gerade in den kalten Monaten verbreiten sich Magen-Darm-Infektionen besonders schnell. Schuld daran ist meist das Norovirus. Dieses „Wintervirus“ tritt in Mitteleuropa saisonal gehäuft in den Monaten November bis März auf und ist – neben anderen Viren und Bakterien – als Verursacher von Durchfällen gefürchtet.

Durchfall ist keine Lappalie, man sollte ihn immer ernst nehmen. Dies gilt besonders, wenn er längere Zeit anhält oder Risikogruppen, wie Kinder oder ältere Menschen, betrifft. Im Zweifelsfall sollte deswegen immer Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker gehalten werden.

Es kursieren viele Irrtümer zu diesem Thema.

Irrtum 1: Durchfall ist eine Erkrankung
Falsch. Denn Durchfall selbst ist keine Erkrankung, sondern lediglich ein Symptom. Häufige Auslöser dieses Symptoms sind Darminfektionen mit Viren (z.B. Norovirus), Bakterien (z.B. Salmonellen) oder bakteriellen Giftstoffen (Nahrungsmittelvergiftung). Weitere Ursachen können Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Stress oder Arzneimittel sein.

Irrtum 2: Durchfall kann man nicht vorbeugen
Falsch. Schon einfache Verhaltensregeln helfen, ein Ansteckungsrisiko zu minimieren. Hierzu zählen vor allem das gründliche und regelmäßige Händewaschen und das Meiden von größeren Menschenansammlungen. In der Apotheke gibt es zudem Präparate zur Wiederherstellung der Darmflora, und zwar sogenannte probiotische Arzneimittel, die Kulturen von Lactobacillusarten, Bifidobakterien, Saccharomyces oder Escherichia coli in hoher Qualität und mit stabiler, haltbarer hoher Keimzahl enthalten. Ihre Wirkung hat sich gegen akuten Durchfall und bei seiner Vorbeugung bewährt.

Irrtum 3: Durchfall kann man nicht behandeln
Falsch. Wer Durchfall hat, verliert Elektrolyte (z.B. Natrium, Kalium) und Wasser. Erste Maßnahme bei Durchfall sollte deswegen immer der Ausgleich des Flüssigkeits- und Mineralstoffverlustes sein. Auf eine Flüssigkeitsaufnahme von etwa 1,5 bis 2 Litern pro Tag sollte geachtet werden. Mineralwasser und Kräutertee. Fettarme, klare Brühen, Bananen sowie fertige Elektrolytlösungen aus der Apotheke helfen, den Flüssigkeits- und Mineralsalzverlust auszugleichen.

Irrtum 4: Bei Durchfall ist ein Arztbesuch nicht nötig
Falsch. Tritt nach zwei Tagen akutem Durchfall keine Besserung ein oder verläuft er ungewöhnlich schwer mit Fieber, Blut im Stuhl und Austrocknung, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Ein umgehender Arztbesuch ist bei erkrankten Kindern und älteren Menschen zu empfehlen. Grund: Beide Risikogruppen sind stärker gefährdet, da ihnen ein Flüssigkeitsverlust stärker zusetzt und Durchfall unter Umständen lebensbedrohlich werden kann.

Irrtum 5: Durchfallmittel sind für Kinder nicht geeignet
Nur bedingt richtig. Eine Ausnahme bilden hier einige probiotische Arzneimittel, diese sind bereits bei Kindern ab einem Alter von zwei Jahren geeignet. Fragen Sie Ihre Apothekerin! Auch die bekannte Karottensuppe nach Moro hat sich bis heute in der Therapie von Durchfällen im Kindesalter bewährt.