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ZAHNWEH: Rasche Hilfe aus der Apotheke
 
Auch bei rezeptfreien Schmerzmitteln den Rat aus der Apotheke einholen
 
Zahnschmerzen sind ein häufiger Grund für die Inanspruchnahme des Apotheken-Nachtdienstes. Ursache sind meist Zahndefekte oder Entzündungen des Zahnfleisches. Aber auch Erkrankungen der Nebenhöhle oder des Kiefers können die Schmerzen auslösen. Zumeist reicht es aus, mit einem Schmerzmittel über die Nacht zu helfen, der Schmerz motiviert dann ohnehin zum Zahnarztbesuch am nächsten Tag.

Zu den empfehlenswerten Wirkstoffen gegen leichte bis mäßig starke Zahnschmerzen zählen insbesondere die nicht steroidalen Analgetika (NSAR). Acetylsalicylsäure (ASS) ist ein beliebtes Schmerzmittel für die Selbstmedikation, die Einzeldosis beträgt 500 - 1000 mg. Eine Tagesdosis von 3 g sollte nicht überschritten werden. ASS ist analgetisch und entzündungshemmend und für eine kurz andauernde Schmerzbehandlung durchaus geeignet. Zu beachten ist, dass ASS ein wirksamer Hemmer der Thrombozytenaggregation ist und diese Hemmung für viele Tage bestehen bleibt. Um ein Risiko von Nachblutungen nach operativen Eingriffen, zum Beispiel nach Zahnextraktionen, zu vermeiden, sollte in diesem Fall der Patient kein ASS einnehmen.

Geringe Nebenwirkungsraten haben Ibuprofen und Dexibuprofen, das kurz wirksame Diclofenac ist jedenfalls den lang wirksamen Substanzen wie Naproxen und Ketoprofen vorzuziehen. Sehr beliebt ist Mefenaminsäure, die ebenfalls kurz wirksam ist, aber alle Nebenwirkungen der NSAR aufweist. Auch Paracetamol ist ein gutes Schmerzmittel, allerdings in jenen Fällen weniger geeignet, in denen entzündliche Prozesse für die Zahnschmerzen verantwortlich sind.

Zusammenfassend kann gesagt werden, zur kurzfristigen Behandlung von leichten bis mäßig starken Zahnschmerzen gibt es eine Reihe gut wirksamer Präparate. Aber auch bei den rezeptfreien Medikamenten zur Selbstmedikation ist der Rat der Apothekerin, des Apothekers, einzuholen. Sind weitere Medikamente verordnet, empfiehlt sich außerdem ein Interaktionscheck in der Apotheke.

Als Erste Hilfe bei Zahnschmerzen stehen auch nicht medikamentöse Maßnahmen, wie etwa das Kauen einer Gewürznelke, zur Verfügung. Dabei wird die Nelke auf den betroffenen Zahn gelegt und gekaut. Das ätherische Öl wirkt beruhigend, schmerzstillend, entzündungshemmend und besitzt außerdem eine gute antibakterielle Wirkung. Auch Pflanzenextrakte aus Kamille, Blutwurz, Myrrhe, Salbei bzw. ätherische Öle aus Minze, Gewürznelke, Fenchel oder Kamille können verdünnt zum Spülen oder Betupfen des Zahnfleisches bei Schmerzen verwendet werden.

Wie können Sie Zahnschmerzen vorbeugen?
Zähneputzen ist unbestritten die wirksamste Maßnahme zur Vorbeugung von Zahnerkrankungen wie Karies und Parodontose. Fluoridierte Zahncreme oder Zahngelees sind speziell dann zu empfehlen, wenn die Zähne für Karies besonders anfällig sind. Lassen Sie sich eine wirkungsvollere Putztechnik zeigen und gehen Sie zweimal jährlich zum Zahnarzt zur Kontrolle!


TV-Apothekerin

Starten Sie hier die Sendung vom 3.10.2012.

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    Zahnschmerzen - Analgetica und Alternativen
    Zahnschmerzen können klopfend, bohrend, dumpf, oder stechend sein. Sie sind äußerst unangenehm und sollten vom Zahnarzt so schnell wie möglich behandelt werden. Doch was tun bis dahin? Darüber sprechen wir heute mit unserer Apothekerin Mag.pharm. Sonja Wurst.

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