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Kohlenhydrate: Nahrung für Körper und Geist
 
 
Der Einfluss von Nahrung auf die geistige Leistungsfähigkeit wird immer wieder diskutiert. Denn unser Essen wirkt nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf mentaler Ebene. Kohlenhydrate spielen bei der Förderung von guter Laune und für die Denkkapazität eine tragende Rolle. Geistiger Trägheit kann mit der richtigen Ernährung gezielt entgegengewirkt werden. Dabei ist jedoch nicht nur das "Was", sondern auch das "Wann" von Bedeutung.



Leistungshoch nach dem Frühstück
Ein kohlenhydratreiches Frühstück (z.B. Müsli mit Obst und Milch oder Joghurt oder ein Vollkornbrot mit Marmelade) erhöht den während der Nacht abgefallenen Blutzuckerspiegel wieder und wirkt sich somit positiv auf die Denkfähigkeit aus. Logisches Denken, Erinnerungs- und Problemlösungsvermögen sind nach einem Frühstück mit hohem Energiegehalt stärker ausgeprägt. Die gewonnene Energie sollte dabei grundsätzlich zu einem Hauptteil aus Kohlenhydraten und nur aus wenig Fett bestehen. Die Erklärung für das geistige Hoch findet sich darin, dass unser Gehirn - mit Ausnahme von Extremsituationen, wie sie beispielsweise während einer Fastenzeit bestehen - ausschließlich Kohlenhydrate zur Energiegewinnung heranziehen kann und so für den Denkprozess auf diese angewiesen ist. Mit genügend Kohlenhydraten hat das Gehirn genug "Nahrung" und kann mit Schwung in den Tag starten!

Um die Leistungskurve auch über den Vormittag hinweg nicht absinken zu lassen, empfiehlt sich ein kleiner Snack zwischendurch. Besonders geeignet sind dazu leichte Speisen wie Obst, Joghurt oder ein kleines Weckerl. Damit wird der Energiespiegel aufrecht erhalten und der Entstehung von "Heißhunger" entgegengewirkt. Das Mittagessen kann dementsprechend leicht ausfallen. Damit wird in der Folge auch der so genannte "post lunch dip" verhindert, der sich in verminderter Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit nach einem üppigen, schweren Mittagessen bemerkbar macht.

Glücklich mit Serotonin
Ebenso wie Kohlenhydrate die geistige Leistungsfähigkeit ankurbeln, so wirken sie auch auf das Gemüt. Schon seit den achtziger Jahren werden die Entstehung des als "Glückshormon" bekannten Stoffes Serotonin und die Zusammenhänge mit der Nahrungsaufnahme wissenschaftlich untersucht. Serotonin ist ein Neurotransmitter, ein Botenstoff, der Signale zwischen Nervenzellen überträgt. Nur so können Reize richtig verarbeitet werden. Serotonin wirkt vor allem im Gehirn, also dort, wo auch unsere Gefühle entstehen. Dabei spielt die essentielle Aminosäure Tryptophan, die eine Vorstufe zu Serotonin bildet, eine bedeutende Rolle.

Diese lebenswichtige Aminosäure kann der Körper nicht selbst produzieren. Sie muss durch die Nahrung zugeführt werden und ist unter anderem in Schokolade, Bananen, Eiern und Milch enthalten. Tryptophan benö tigt - wie andere neutrale Aminosäuren auch - ein Transportmolekül, um ins zentrale Nervensystem gelangen zu können. Der Transportmechanismus für die Passage der Blut-Hirn-Schranke ist beschränkt. Ist demnach die Konzentration von Tryptophan im Blut im Vergleich zu den anderen Aminosäuren hoch, gelangt mehr davon in den Gehirnstoffwechsel. Das "Glückshormon" Serotonin wird somit verstärkt gebildet.

Durch die Zufuhr von kohlehydratreichen Nahrungsmitteln lässt sich die Konzentration von Tryptophan im Blut vergrößern. Die Ausschü ttung von Insulin nach dem Genuss von Kohlenhydraten bewirkt nämlich neben der Blutzuckerregulation auch eine gesteigerte Aufnahme von Aminosäuren (mit Ausnahme von Tryptophan) in die Muskelzellen. Während also die " anderen" Aminosäuren zu den Muskeln abwandern, hat das Tryptophan "freie Bahn" zum Gehirn.

Kohlenhydrate und Vitamine
Der Verzehr von Kohlenhydratreichen Nahrungsmitteln bildet so eine gute Basis, um ein Stimmungstief gar nicht erst entstehen zu lassen. Zusätzlich kann die Laune auch noch mit Vitaminen angekurbelt werden. Achten Sie daher besonders jetzt im Winter auf eine ausreichende Vitaminzufuhr - nicht nur Ihr Körper, auch Ihre Psyche werden es Ihnen danken! Empfehlenswert ist ein Speiseplan mit viel Obst und Gemüse, mageren Milchprodukten, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten. Und auch Abwechslung beim Essen ist wichtig, denn bereits ein kleiner Mangel an Vitamin C und Vitaminen der B-Gruppe kann dazu führen, dass Körper und Seele in Stresssituationen weniger belastbar sind.

Quelle: Forum Ernährung heute