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Antibiotika
 
verteufelt oder missbraucht
 
Der Umgang mit Antibiotika ist weder schwierig noch gefährlich, man sollte sich aber an die Regeln halten. In Ihrer Apotheke berät man Sie gerne dazu.

Wenn man sie richtig einnimmt, sind Antibiotika ein wahrer Segen. Zusammen mit Impfstoffen gelten sie als dritter großer Durchbruch bei der Verhütung und Behandlung von Krankheiten. Die beiden ersten großen Errungenschaften waren die öffentliche Hygiene und das schmerzfreie Operieren unter Anästhesie.

Was können Antibiotika? Sie wirken gegen Bakterien und werden daher gegen bakterielle Infektionskrankheiten eingesetzt - auch bei Kindern, allerdings in niedrigerer Dosierung. Es gibt kein Antibiotikum, das gegen alle krankmachenden Bakterien wirkt. Wenn sich der Arzt also für ein bestimmtes Präparat entscheidet, hat das seine guten Gründe. Genauso wie die Einnahmehinweise, an die man sich wirklich halten sollte. Tabu ist: sich ein Antibiotikum aus Resten im Medikamentenschrank selbst „verordnen“. Ein weiteres Tabu: vor Ablauf des angegebenen Zeitraums mit der Einnahme aufhören. Wenn man sich nicht wohl fühlt, lieber Arzt oder Apotheker fragen.

Mit dem verfrühten Stop einer Antibiotikatherapie fördert man das Wachstum von resistenten, also gegen das Antibiotikum unempfindlichen Bakterien. Nehmen diese Überhand, wirkt das Medikament unter Umständen das nächste Mal nicht mehr. Gefördert werden Resistenzen auch durch die zu häufige Einnahme von Antibiotika.

Ganz unrealistisch ist die Horrorvision von nicht mehr behandelbaren Infektionskrankheiten jedoch nicht, betonen Experten. Damit es nicht so weit kommt, ist Vernunft im Umgang mit Antibiotika gefragt. Das betrifft freilich nicht nur den medizinischen Bereich im engeren Sinn. Auch andere Bereiche wie die Tierzucht, wo in manchen Ländern Antibiotika eingesetzt werden, müssen in die Vorsichtsmaßnahmen einbezogen werden.

Übrigens - das erste Antibiotikum wurde 1928 von Alexander Fleming entdeckt. Das war das Penicillin, ein von bestimmten Schimmelpilzen produzierter Stoff. Die ersten Penicillin-Tabletten wurden 1952 in Österreich hergestellt.