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Kommt eine Masern-Epidemie?
 
Nur Impfen schützt!
 
Virologen befürchten in Österreich eine Masernepidemie. Diese tritt etwa alle fünf bis sieben Jahre auf, 1996 war die letzte Epidemie in Österreich. In Deutschland, wo ebenfalls vor sechs Jahren eine Epidemie grassierte, sind bereits 2.000 Kinder erkrankt. Auch in Italien hat die Epidemie eingesetzt. Masern werden meist als Kinderkrankheit bezeichnet, sind aber tatsächlich eine schwere Erkrankung: Ein Fünftel der Kinder bekommt eine Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung, manche bekommen Gehirnentzündung. An dieser stirbt ein Viertel der betroffenen Kinder, die anderen haben Langzeitschäden. Die Infektion erfolgt sehr früh, meist nach der Geburt. Man kann diese kleinen Kinder aber nur schützen, wenn auch in deren Umgebung alle durch Impfung geschützt sind und die Zirkulation des Virus, die Übertragung von Mensch zu Mensch, unterbrochen wird.

Die Krankheit kommt durch Tröpfchenübertragung etwa 8 bis 14 Tage nach der Ansteckung zum Ausbruch. Anschließend tauchen erkältungsartige Symptome auf, dann das typische Erkennungszeichen, ein fleckartiger Hautausschlag vom Kopf absteigend. Für ca. eine Woche tritt Fieber auf, oft über 39 Grad. Weitere Symptome: Entzündung der Bindehaut mit entsprechender Lichtempfindlichkeit, Schleimhautentzündungen und Husten. Eine Ansteckungsfähigkeit besteht 5 Tage vor und 4 Tage nach Auftreten des Hautausschlages. Sie ist unmittelbar vor Erscheinen des Ausschlages am größten.

Die Impfung (mit einem Lebend-Impfstoff) wird im Österreichischen Impfplan offiziell empfohlen. Die Masern-Impfung wird gleichzeitig mit der gegen Mumps und Röteln durchgeführt (MMR-Kombinationsimpfung). Die Erstimpfung erfolgt in der Regel im 14. Lebensmonat. Da etwa 3 bis 5 % der Geimpften nach der ersten Impfung keinen Schutz entwickeln, wurde die zweite Masernimpfung (als MMR) eingeführt. Diese soll bevorzugt im 7. Lebensjahr bei Schuleintritt durchgeführt werden. Es gibt keine Altersbegrenzung für diese Impfung.

Die WHO will das Masern-Virus in Europa bis zum Jahr 2007 ausrotten. In Finnland, Schweden und Norwegen gilt die Erkrankung bereits als vernichtet. Das geht aber nur, wenn die Durchimpfungsrate auf über 95 % angehoben wird. In Österreich ist man von diesem Ziel derzeit noch weit entfernt.

Von Masern und Sektierern
Während altbekannte Seuchen wie Pocken und Polio ihren Schrecken verloren haben, herrscht plötzlich Angst vor Masern und anderen klassischen Kinderkrankheiten.Link zum Bericht im Profil 19/2002

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