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Erdbeeren: Gesund und kalorienarm
 
Mit nur 36 kcal pro 100 Gramm eignen sie sich für jede Schlankheitskur.
 
Gartenerdbeeren sind eine Züchtung aus Holland. Um 1750 ging durch Kreuzung der großfruchtigen Chile-Erdbeere mit der amerikanischen Scharlach-Erdbeere die Stammform unserer heutigen „Ananas-Erdbeere“ (Fragaria ananassa) hervor. Die Walderdbeere ist seit der Steinzeit bekannt. Sie ist allerdings nicht die Ahnin, sondern nur eine entfernte Verwandte der Gartenerdbeere.

Walderdbeere
Die Erdbeere, die köstlichste Beere unter den Waldfrüchten, wächst an Wegböschungen, am Rande von Waldwegen, auf Holzschlägen oder auf sonnigen Lichtungen in der Ebene bis hinauf zur Waldgrenze. Der Name täuscht, im Grunde genommen ist die Erdbeere gar keine Beere, sondern – botanisch gesehen – eine Sammelnussfrucht. Die eigentlichen Früchte sind die kleinen gelbgrünen, in das rote Fleisch eingebetteten Nüsschen.

Bereits in der Antike priesen römische Dichter die Qualitäten der kleinen, aromatischen Walderdbeeren: Vergil, Ovid und Plinius nannten sie "frega" oder "fregum". Im Mittelalter gab es große Flächen, auf denen die kleinen Walderdbeeren kultiviert wurden. Erst in der neuen Welt fand man großfrüchtigere wilde Sorten. Sie gelangten im 18. Jahrhundert nach Europa. Um 1750 schließlich entstand aus Kreuzungen der verschiedenen Wildformen die sogenannte Ananas-Erdbeere (Fragaria ananassa), die Stammform der heute kultivierten Gartenerdbeeren.

Reife Walderdbeeren zählen zu den Vitamin-C-reichsten Früchten: in 100 g sind durchschnittlich 60 mg enthalten. Die erfrischenden Fruchtsäuren, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Kalzium, Eisen, Zink, Mangan, Kupfer, Kobalt und Phosphor, außerdem noch Folsäure, Vitamine der B-Gruppe, Vitamin E und Provitamin A machen die Erdbeeren so wertvoll.

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Walderdbeeren sind aromatischer und reicher an Duftstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, deshalb werden in der Volksmedizin ausschließlich Früchte und Blätter der „echten“ Walderdbeeren verwendet, doch wertlos sind die Gartenerdbeeren sicher nicht. Es gibt derzeit über 1000 Sorten dieser Kulturerdbeeren, die sich in Aroma, Geschmack und Säuregrad deutlich unterscheiden.


Gartenerdbeeren (Fragaria ananassa)
Foto: Bluetenzauber / pixelio.de
Vom englischen König Richard III (1483-1485) wird berichtet, dass er nach dem Verzehr von Erdbeeren einen Hautausschlag und Schwellungen im Gesicht bekam. Er ließ daraufhin den Überbringer der Erdbeeren wegen versuchten Giftmordes hinrichten. Aus der Beschreibung der Symptome lässt sich heute auf eine sogenannte Erdbeerallergie schließen. Bei empfindlichen Personen kann es beim Genuss von Erdbeeren auch zu einer Nahrungsmittelunverträglichkeit ohne Immunreaktion kommen, das heißt, es sind keine Antikörper vom Typ IgE an der Reaktion mit den Nahrungsmitteln beteiligt. Trotzdem wird das Gewebshormon Histamin freigesetzt und verursacht die Symptome einer Allergie.
Tipps bei "Erdbeerallergie"
Schuld daran ist in den meisten Fällen der chininähnliche Stoff „Fragarianum“. Empfehlungen gehen dahin, dass man die Früchte entweder kurz vor dem Verzehr mit kochendem Wasser übergießt und danach kalt abschreckt oder aber sie passiert, Rahm und/oder Calcium hinzu gibt und sie als Fruchtmark genießt. Hilft dies alles nichts, muss leider auf Erdbeeren verzichtet werden.


Erdbeeren pharmazeutisch betrachtet

Lateinische Bezeichnungen: Fragaria vesca, Fragaria vulgaris

Volksnamen: Besingkraut, Darmkraut, Erbel, Erbern, Flohbeere, Rote Besinge, Walderdbeere

Stammpflanze: Fragaria vesca L., ein Rosengewächs (Rosaceae)

Der Gattungsname „fragaria" taucht zum erstem Mal bei Matthäus Silvatius im Jahre 1330 auf. Dieser Begriff leitet sich aus dem lateinischen "fragare" (duften) ab. Der lateinische Artname „vesca“ stammt von "versusa" (essbar). Leitet man "vesca" jedoch vom lateinischen "vescus" (zehrend, nicht sattmachend) ab, weist das auf eine Eigenschaft der Erdbeere hin: Sie ist die Frucht, von der man nicht satt wird, weil sie so kalorienarm ist. Mit nur 36 Kilokalorien pro 100 Gramm eignen sich Erdbeeren für jede Schlankheitskur.

    "Fragaria vesca" bedeutet soviel wie „essbarer Duft“oder "die duftende, nicht sattmachende"

Pharmazeutisch verwendeter Pflanzenteil: Während der Blütezeit gesammelte Laubblätter (Folium Fragariae).

Inhaltsstoffe: Phenolische Säuren: Salicylsäure, Zimtsäure, Kaffeesäure und Chlorogensäure. Gerbstoffe: ca. 11 % kondensierte Gerbstoffe (oligomere Proanthocyanidine). Weitere Inhaltsstoffe: Quercetin, Quercitrin, 2,2 % Rutosid (Rutin) sowie (+)-Catechin, sehr geringe Mengen ätherisches Öl.
Verwendung: In der Volksmedizin zur Behandlung von Durchfällen, vor allem bei Kindern; außerdem als Gurgelmittel und zur Mundhygiene. Die jungen Blätter werden auch als Ersatz von Schwarzem Tee verwendet.

Empfohlene Dosierung: 1 g fein geschnittene Erdbeerblätter aus der Apotheke mit kochendem Wasser übergießen, nach 5 – 10 min abseihen.

Mittlere Tagesdosis für die innere Anwendung: 3 g Droge (1 Teelöffel Erdbeerblätter entspricht etwa 1 g) als Tee getrunken.

Äußerlich: Abkochung als Gurgelmittel bei Halsentzündungen, Verwendung mehrmals täglich, nach Bedarf.

Unerwünschte Wirkungen:
Erdbeerblätter können bei Personen mit Allergie gegen Erdbeerfrüchte Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen.

Anwendung in der Homöopathie: Die frischen Früchte sind das Ausgangsmaterial für das Homöopathikum „Fragaria“, das zur Behandlung von Nesselausschlägen, Verdauungsschwäche und Durchblutungsstörungen eingesetzt wird.


So gesund ist das Beerenobst:

Früchte und Beeren enthalten
je 100 g
Energie
ProteinKohlen
hydrate
Ballast
stoffe
MineralstoffeVitamine
kcal
kJ
g
g
g
Na
K
Ca
P
Mg
Fe
A
E
B 1
B 2
Nia
cin
C
mg
mg
mg
mg
mg
mg
µg
mg
mg
mg
mg
mg
Brombeeren482001,293
3
190
30
30
30
0,9
45
0,6
0,03
0,05
0,4
17
Erdbeeren361500,872
2
140
25
30
19
0,9
8
0,2
0,03
0,05
0,5
62
Heidelbeeren602500,6135
1
65
10
10
2
0,7
20
0,02
0,02
0,4
21
Himbeeren401651,385
170
40
45
19
1,0
7
1,4
0,02
0,05
0,3
25
Preiselbeeren431800,393
2
65
13
10
5
0,5
4
0,01
0,02
12
Stachelbeeren431800,893
2
200
30
30
15
0,6
34
1,0
0,02
0,02
0,2
34

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