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Tag der Homöopathie am Geburtstag von Samuel Hahnemann
 
 

Am 10. April 1755 geboren: Samuel Hahnemann.
    Die Homöopathie ist ein Heilsystem, das sich auf dem Ähnlichkeitsprinzip begründet. Der Begriff Homöopathie setzt sich aus den griechischen Wörtern homoion (ähnlich) und pathos (Leiden) zusammen und stammt von dem Begründer und Entdecker der Homöopathie, dem Arzt, Apotheker und Chemiker Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann, geboren am 10. April 1755 als Sohn eines Porzellanmalers in Meißen. Hanhnemann studierte 1775-1776 Medizin in Leipzig, dort wurden zu dieser Zeit aber ausschließlich klassische, theoretische Texte in Vorlesungen geboten, eine praktische Ausbildung existierte im eigentlichen Sinne nicht, es gab nicht einmal eine eigene Universitätsklinik.

Bereits 1776 ging Hahnemann deshalb an das Spital der Barmherzigen Brüder nach Wien. Sein dortiger Lehrer war der berühmte kaiserliche Leibarzt Joseph Quarin (1733 – 1814). Hahnemann kehrte 1779 nach Deutschland zurück, wo er in Erlangen zum Doktor der Medizin promovierte. Danach führte er ein unstetes Leben. 1780 ließ sich Hahnemann als Arzt in Hettstedt nieder. 1781 absolvierte er zusätzlich eine praktische pharmazeutische Ausbildung in Dessau und Gommern bei Magdeburg, wo er die Tochter eines Apothekers heiratet. Mit seiner Familie zog er 1789 wieder zurück nach Leipzig. Im Jahre 1793 wurde er in die angesehene "Leopoldina" (Deutsche Akademie der Naturforscher in Halle) gewählt.

Der vielseitige und sprachbegabte Hahnemann verdiente sich bereits als Student mit Übersetzungen seinen Lebensunterhalt und sein Studium. Durch die Tätigkeit als Übersetzer lernte er die verschiedensten medizinischen, pharmakologischen und chemischen Studien seine Zeit kennen. Bei der Übersetzung des schottischen Pharmakologen Dr. William Cullen aus Edinburgh stieß er auf die Abhandlung über die Chinarinde. 1790 beschäftigte sich nun Hahnemann selbst mit der Chinarinde. Er beobachtete er an sich selbst, dass Chinarinde Fieberschübe auslöste, die der Malaria ähnlich waren. Da aber Chinarinde zur Behandlung der Malaria eingesetzt wurde, folgerte er daraus, dass Chinarinde wirke, weil sie malariaähnliche Symptome hervorrufe. Die "Ähnlichkeitsregel" war entdeckt. "Similia similibus curentur – Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden."

Hahnemann ließ sich sechs Jahre Zeit, bevor er 1796 erstmals seinen Grundsatz in einem Zeitungsartikel ("Versuch über ein neues Prinzip zur Auffindung der Heilkräfte der Arzneisubstanzen nebst einigen Blicken auf die bisherigen") veröffentlichte. Wegen dieser Veröffentlichung gilt das Jahr 1796 heute als das Geburtsjahr der Homöopathie.



Aude sapere - wage, zu wissen
(Motto von Hahnemanns Hauptwerk "Organon der Heilkunst", 1. Auflage 1810)

Im Jahre 1810 erschien die ausführliche Zusammenfassung der neuen Lehre im "Organon der rationellen Heilkunde", welche in den Grundzügen auch heute noch Gültigkeit hat und die Basis der klassischen Homöopathie darstellt.


Auf Hahnemann geht auch das Wort Allopathie zurück.
Damit bezeichnete er eine Therapie, die nach anderen (griech. allos = anders) Grundsätzen vorgeht als die Homöopathie.

Hahnemann war zu Lebzeiten bereits heftig umstritten. Dies gipfelte u.a. darin, dass Kaiser Franz I. die Ausübung der Homöopathie durch Erlass verbot. Hahnemann wurde im Alter starrer, dogmatischer und unduldsamer in seinen Ansichten. Dies äußerte sich 1831 in seinem Werk "Die Allöopathie, ein Buch der Warnung an Kranke jeder Art", in dem er die Allöopathie/Allopathie, also alle nicht-homöopathisch arbeitenden medizinischen Lehren, stark kritisierte, wodurch er noch mehr als bisher bekämpft wurde.

Bei der Cholera-Epidemie im Jahre 1831 empfahl Hahnemann Kampfer und lehnte die Aderlässe und das Trinkverbot der damaligen "Allopathie", die nichts mit der heutigen wissenschaftlichen Medizin gemein hat, ab. Tatsächlich gab es weniger Todesfälle dadurch, dass diese unsinnigen drastischen Maßnahmen abgesetzt wurden, die selbst äußerst schädlich waren. Von nun an gewinnt die Homöopathie an Popularität. Zu dieser Zeit schrieb Johann Wolfgang von Goethe: "Ich glaube jetzt eifriger denn je an die Lehre des wundersamen Arztes, seitdem ich die Wirkung einer allerkleinsten Gabe so lebhaft gefühlt und immer wieder empfinde."


1834 übersiedelte Hahnemann mit seiner zweiten Frau, der damals sehr bekannten französische Malerin und Dichterin Melanie d'Hervilly-Gohier 79jährig nach Paris. An der Seite ihres "grand homme" reift Mélanie zur Heilkundigen. Einen Tag nach seinem 88. Geburtstag erkrankte Hahnemann an einem "Luftröhrenkatarrh", von dem er sich nicht mehr erholte. Er starb am 2. Juli 1843 in der französischen Hauptstadt, sein Grab befindet auf dem berühmten Pariser Friedhof "Pére Lachaise".

Nach dem Tod Hahnemanns im Jahr führt Mélanie als erste Homöopathin das Werk ihres Mannes fort.

Siehe auch:

Das Entstehen einer neuen Heilmittellehre: Artikel aus "Österreichische Apothekerzeitung 07/2005"
OAZ-2005-07.pdfOAZ-2005-07.pdf

Homöopathie richtig anwenden

Chemiker liefern mögliche Erklärung für Homöopathie

Homöopathie: Arzneien in Spuren