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Ebola Viruserkrankung
 
Selten aber sehr gefährlich
 
Das Ebola-Virus machte erstmals im Jahre 1976 auf sich aufmerksam, als nahezu gleichzeitig Epidemien in Zaire (318 Erkrankungen, 88% Letalität) und Südsudan (284 Erkrankungen, 53% Letalität) ausbrachen. Morphologische und molekularbiologische Studien zeigten bald, dass das Ebola-Virus mit einem anderen Erreger von hämorrhagischem Fieber, dem Marburg-Virus verwandt war. Dieses Marburg-Virus hatte 1967 gleichzeitig Laborpersonal in den Stä dten Marburg, Frankfurt und Belgrad befallen, die alle mit aus Uganda importierten Affen gearbeitet haben (31 Erkrankungen, 7 letal). Über einen neuerlichen Ausbruch einer Ebola-Infektion in Zaire wurde im Mai 1995 berichtet (247 Erkrankte, davon 201 verstorben).

Krankheitsbild:

Nach einer Inkubationszeit von etwa 10 (2-21) Tagen abrupter Krankheitsbeginn mit schweren frontalen und temporalen Kopfschmerzen, Halsschmerzen, gefolgt von hohem Fieber und Muskelschmerzen, speziell im Rücken, sowie wä ssrigen Durchfällen, die rasch zur Dehydrierung führen. Am 5. bis 7. Krankheitstag entwickelt sich eincharakteristisches makropapulöses Exanthem, das nach 3 - 4 Tagen abschuppt. Viele Patienten bekommen am 5. bis 7. Krankheitstag schwere Blutungen (Haut, Schleimhaut, Nase und innere Organe, besonders Leber, Milz und Magen- Darm-Trakt). Der Tod tritt gewöhnlich nach 7 - 16 Tagen als Folge des schweren Blutverlusts und des Schocks ein.

Behandlung und Prophylaxe:

Die Infektion von Mensch zu Mensch erfordert engen Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten oder Organen von Erkrankten oder Verstorbenen. Die Transmissionseffizienz scheint aber nach bisherigen Beobachtungen eher gering zu sein. Bei der Ebola-Epidemie in Zaire (1976) erfolgten die meisten Übertragungen durch die mehrmalige Verwendung von Spritzen und Nadeln. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist im internationalen Reiseverkehr faktisch auszuschließen. Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation WHO auch keine Reisebeschränkungen oder besondere Vorsichtsmaßnahmen auf Flughäfen empfohlen.

Das Ebola Virus oder mit ihm verwandte Viren, die wegen ihrer eigenartigen fadenförmigen Gestalt Filoviren genannt werden, kann es in verschiedenen Gebieten Afrikas geben. Dafür sprechen u.a. serologische Studien. Wenn diese Ergebnisse stimmen, dann müssen auch klinisch unauffällige Infektionen vorkommen, wie sich das beispielsweise auch bei dem zunächst sehr gefürchteten Erreger des Lassa Fiebers herausgestellt hat. Zur Bekämpfung von Filoviren-Infektionen stehen weder Impfstoffe noch spezifische Medikamente zur Verfügung.