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Wundermittel kritisch betrachten
 
Warnung vor Postfachfirmen
 

Hersteller, die mit unschädlichen, aber auch unwirksamen „Wundermitteln“ rasch ein Geschäft machen wollen, melden ihr Präparat als Verzehrprodukt an. Verzehrprodukte müssen nicht zugelassen, sondern nur angemeldet werden. Der im Gesundheitsministerium zuständigen Abteilung für Lebensmittelfragen ist ein Muster vorzulegen und die Zusammensetzung bekannt zu geben. Das Verzehrprodukt kann, sobald es angemeldet ist, vertrieben werden (auch im Lebensmittelhandel, auch in Selbstbedienung). Stellt die Behörde innerhalb von drei Monaten fest, dass dieses Produkt nicht als Verzehrprodukt zulässig ist, bereitet es keine große Schwierigkeit, es am nächsten Tag unter einem anderen Namen und geänderter Aufmachung wieder anzumelden. Manche Hersteller dubioser Schwindelpräparate (z.B. Schlankheitspillen) nützen diese Möglichkeiten und bewerben ihre Präparate ganz massiv, in der Hoffnung, innerhalb dieser Dreimonatsfrist das „Geschäft ihres Lebens“ zu machen.

Seriöse Verzehrprodukte erkennt man daran, dass sie schon längere Zeit am Markt, nicht nur über Postfachadressen oder sogenannter Direktvertriebssysteme (Verkaufsparties, Einkaufsfahrten, Internet) erhältlich sind, den Vertrieb über den Fachhandel wählen und sich keiner reißerischen Werbung bedienen. Konsumenten sei geraten, Wundermittel entsprechend kritisch zu betrachten.