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Zimt hilft gegen Zucker
 
 
Apfelkuchen mit Zimt brachte amerikanische Wissenschafter zum Staunen: Entgegen den Erwartungen sanken die Blutzuckerwerte bei Diabetikern nach dem Genuss dieser Speise. Wie die Forscher vom US Agricultural Research Service in Beltsville, Maryland, im New Scientist berichten, kann Zimt dem Alters-Diabetes vorbeugen oder zumindest den Ausbruch der Krankheit verzögern.

Beim Diabetes Typ II, dem Alters-Diabetes, produziert der Körper zwar normale Mengen des Hormons Insulin, doch verlieren Zellen im Muskel- und Fettgewebe die Fähigkeit, auf diesen Signalstoff zu reagieren. Wie Richard Anderson bei Mäusen nachweisen konnte, läßt sich die verloren gegangene Sensibilität durch den wasserlöslichen Zimt-Inhaltsstoff Methylhydroxy-Chalzone-Polymer (MHCP) steigern. In einer klinischen Studie testete Alam Khan* von der Universität Peshawar in Pakistan die Wirkung von Zimt an 36 Personen mit Typ II Diabetes. Über einen Zeitraum von 30 Tagen verabreichte er den Probanden Kapseln mit einem, zwei oder drei Gramm Zimt. Das Ergebnis der placebokontrollierten Studie: Unabhängig von der Dosis verbesserten sich die Blutzuckerwerte der Teilnehmer erheblich. Sie sanken von einem Durchschnittswert von 225 mg/dl auf 150 mg/dl. Zusätzlich verringerte Zimt die Fett- und Cholesterinwerte im Blut, die teilweise ebenfalls durch Insulin kontrolliert werden.

    Typ 2 - Diabetiker, die noch kein Insulin spritzen müssen, haben mit der Einnahme von Zimt unter Umständen eine Möglichkeit, den Blutzuckerspiegel positiv zu beeinflussen. Dennoch ist es unerlässlich, die Therapie mit dem Arzt abzuklären, die Zuckerwerte regelmäßig zu kontrollieren und vor allem die Ernährungsgewohnheiten zu verändern. Denn die Reduktion von Übergewicht und regelmäßige sportliche Bewegung kurbeln den Stoffwechsel an und sollten eine zentrale Komponente der Prophylaxe und Therapie des Alters-Diabetes sein.



*Siehe: Khan, A. et al.: Cinnamon improves glucose and lipids of people with type 2 diabetes, Diabetes Care 2003, 26 (12): 3215;
//care.diabetesjournals.org/cgi/content/full/26/12/3215