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Blasenentzündung
 
In den meisten Fällen sind die Übeltäter Bakterien
 
Mit viel Flüssigkeit bekommt man Blasenentzündungen oft in den Griff. Außerdem gibt es ja Blasentees in der Apotheke.

Es zieht, es brennt und ständig muss man auf die Toilette. Und auch da tut’s wieder weh. Deutliche Zeichen einer Blasenentzündung. Besonders Frauen „fangen“ sie leicht ein. Die Kühle eines nassen Badeanzugs oder Sitzen auf einem kalten Stein kann reichen - die Abwehrkräfte im Bereich von Blase und Niere sind kurzfristig geschwächt und Bakterien können eindringen. Bei Frauen haben sie es relativ leicht: an dem nur etwa vier Zentimeter langen Harnleiter können sie schnell hochklettern. Bei Männern haben sie’s schwerer - da müssen sie rund 20 Zentimeter überwinden.

In den meisten Fällen sind die Übeltäter Bakterien vom Typ Escherichia coli, auch E. coli genannt. Dort, wo sie ansonsten zu Hause sind, nämlich im Darm, richten sie keinen Schaden an. Sie sind sogar nützlich, weil sie bei der Verdauung helfen. Wenn es ihnen aber gelingt, den Standort zu wechseln, wird es unangenehm. Schon beim ersten Anzeichen einer Blasenentzündung heißt es, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Entzündung kann auf die Niere übergreifen, und dann wird es mehr als unangenehm, nämlich gefährlich.

So weit muss es aber nicht kommen. Erstes Gebot bei einer Blasenentzündung: viel trinken! Mit circa drei Liter Flüssigkeit werden Blase und Harnleiter so richtig durchgespült und die Krankheitserreger oft ausgeschwemmt. Bei den Getränken ist zu beachten, dass Alkohol, Früchtetees und Fruchtsaft in großen Mengen sowie Kaffee und schwarzer Tee die Blase reizen können.

Zusätzlich ankurbeln kann man den Harnfluss auch mit speziellen Tees aus der Apotheke, mit pflanzlichen Tropfen oder auch Tabletten. Als harntreibende Tees haben sich vor allem bewährt: Brennnesselkraut oder -blätter, Hauhechelwurzel oder Birkenblätter.


Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi)
Foto: Institut für Pharmakognosie, Uni Wien
    Bärentraubenblätter desinfizieren den Harn. Das funktioniert aber nur dann, wenn der Harn alkalisch (also nicht „sauer“) reagiert. Deshalb sollte man, wenn man Bärentraubenblättertee trinkt, Säurebildner wie Fleisch, Wurstwaren, Fisch, Eier, Käse, süße Getränke wie Limonade oder Cola, Süßigkeiten, Kaffee und Alkoholkonsum reduzieren.

    Die für die Wirksamkeit notwendige Alkalität des Harns lässt sich durch pflanzliche Kost - bestehend aus Milch, Gemüse, besonders Tomaten, Früchten, Kartoffeln, Fruchtsäften - oder durch die Gabe von 6-8 g Natriumhydrogencarbonat ("Speisesoda") pro Tag erreichen. Die maximale antibakterielle Wirkung wird etwa 3-4 Stunden nach Gabe des Tees erreicht.

    Teezubereitung: Ein knapper Teelöffel Bärentraubenblätter wird mit ca. 150 ml Wasser 15 min gekocht und anschließend filtriert. Gerbstoffempfindliche Personen (Magen!) können den Tee auch durch Ansetzen mit kaltem Wasser und mehrstündigem Ziehen zubereiten. Soweit nicht anders verordnet werden 3 - 4 mal täglich 1 Tasse getrunken. Nicht längerfristig anwenden.
Wenn sich die Symptome nicht innerhalb von drei bis fünf Tagen deutlich bessern bzw. wenn Fieber, Schüttelfrost, Blut im Harn oder stechende Schmerzen in der Nierengegend auftreten, ist ein Besuch beim Arzt ist erforderlich!

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