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Allergierisiko nimmt zu: Erle und Hasel sind in Blüte!
 
Tipps vom Apotheker für alle Pollenallergiker
 

Die Gemeine Hasel (Corylus avellana), auch Haselstrauch oder Haselnussstrauch genannt, ist monözisch, d. h. es gibt auf einem Strauch sowohl weibliche als auch männliche Blüten. Die männlichen Blüten bilden an der Spitze oder in Blattachseln 2-4 Kätzchen. (Fotos: Mag. Christine Biba)

Ein einziges Kätzchen enthält etwa 2 Millionen Pollenkörner.

Nähere Informationen:
Polleninformation für Österreich www.pollenwarndienst.at/

    Hasel, Ulmen und Erlen gehören zu den frühblühenden Pflanzenarten. Falls die Temperaturen es erlauben, blühen sie bereits im Februar. Haselpollen enthalten mäßig starke bis starke Allergene. Ist der Organismus auf einen Allergieauslöser sensibilisiert, so wird bei jedem erneuten Kontakt das Allergen vom Immunsystem sofort wieder erkannt. Es kann dann auch zu den Symptomen einer Allergie kommen. Die Mengen des allergieauslösenden Stoffes sind für diese Wiederholungsreaktionen oft nur verschwindend gering.

    Kreuzreaktion macht auch Birkenpollen-Allergikern Beschwerden
    Sowohl Erle als auch Hasel haben eine deutliche Kreuzreaktion mit Birkenpollen. Hochsensibilisierte Birkenpollen-Allergiker können daher bereits sehr früh im Jahr Beschwerden verspüren, die auf die nahe verwandten Erlen- und Haselpollen zurückzuführen sind. Bei etwa 50 % der Haselpollen-Allergiker findet man auch eine klinisch relevante Sensibilisierung auf Haselnüsse.

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    SO KÖNNEN SIE DEN POLLEN BESSER AUS DEM WEG GEHEN:

    Halten Sie sich so wenig wie möglich im Freien auf. Versuchen Sie, an Tagen starker Pollenbelastung längere Aufenthalte und Sport im Freien zu meiden und Ihren Tagesrhythmus auf die Belastungshöchstwerte einzustellen. Wenn Sie doch einen Spaziergang unternehmen, so gehen Sie in den Laubwald (Laub filtert Pollen). In der Regel ist die Belastung in der Stadt abends und am Land frühmorgens am höchsten.

    Nützen Sie Pollenwarndienste und Pollenkalender. Über die Medien, im Internet www.pollenwarndienst.at/, bei Arzt und Apotheker erhalten Sie Pollenkalender mit Informationen über die Blütezeit der Pflanzen, die Konzentration der Pollen in der Luft und einen Richtwert über die 'Route' des Pollenflugs.

    Tragen Sie Sonnenbrillen. Eine Brille – idealerweise mit Seitenschutz – kann einen Teil der Pollen abfangen. Sind die Augen geschützt, kann der fliegende Blütenstaub schwerer hinein gelangen und Reizungen werden verhindert.

    Vermeiden Sie zusätzliche Anstrengung für die Augen. Durch Bildschirmarbeit und trockene oder staubige Luft werden die sensibilisierten Augen noch mehr belastet. Legen Sie auf jeden Fall regelmäßige Pausen ein.

    Lüften Sie nur an belastungsarmen Tagen. Achten Sie dabei auf die Windrichtung und halten Sie nachts die Fenster geschlossen.

    Intensivieren Sie Körper- und Kleidungspflege. Pollen bleiben am Körper und an der Kleidung haften. Um sie zu entfernen, sind eine gründliche Dusche, tägliches Haarewaschen oder intensives Durchbürsten sowie täglicher Kleidungswechsel ratsam. Deponieren Sie getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer.

    Trocknen Sie die Wäsche nicht im Freien.

    Halten Sie die Wohnung staubfrei. Verwenden Sie einen Staubsauger mit Filter oder wischen Sie feucht.

    Flüchten Sie in den Urlaub. Planen Sie in der Pollenhauptsaison einen Urlaub ein. Ab einer Seehöhe von 1.500m und am Meer bzw. auf küstenfernen Inseln sind Sie vor den Pollen sicher. Beachten Sie die Faustregel: je weiter südlich, desto früher fliegen die Pollen

    Verwenden Sie im Auto einen Pollenfilter (Achtung, unbedingt regelmäßig reinigen und wechseln!).

    Stop Smoking. Nikotin schädigt die Schleimhäute der Atemwege und macht sie anfälliger für die Reizung durch Pollen.

    Achten Sie auf Ihre Gesundheit. Nehmen Sie regelmäßig Ihre antiallergischen Medikamente ein und stärken Sie die allgemeine Immunabwehr.

    Reinigen Sie Ihr Haustier. Auch bei den Haustieren setzen sich Pollen im Fell fest und sie bringen diese so in die Wohnung.
    •Nicht die Augen reiben. Durch den Druck des Reibens wird Histamin freigesetzt und der Juckreiz wird verstärkt.
    •Für Heuschnupfen-Allergiker wichtig: den Rasen vor der Gräserblüte Anfang bis Mitte Mai mähen und immer ganz kurz halten. Anstelle von pollenstarken Pflanzen wie Birke und Hasel sollten Rosen, Lippenblütler wie Lavendel und Salbei sowie Kletterpflanzen angebaut werden.

    Pollenflugvorhersage als App für das Smartphone