Druckansicht
Hepatitis B
 
Impfung auch im Österreichischen Impfplan empfohlen
 
Hepatitis B

Erreger: Hepatitis B Virus

Infektionsquelle: Das Reservoir des Hepatitis B-Virus ist ausschließlich der Mensch.

Übertragung: durch Körperflüssigkeiten wie Speichel, Blut, Tränenflüssigkeit, Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit, Muttermilch etc. vor allem durch ungeschützte Sexualkontakte mit Virusträgern oder durch ärztliche Eingriffe, wenn nicht Einmalgeräte verwendet werden. Ebenso beim Tätowieren und Piercen kann es zu einer Übertragung kommen, weiterhin durch Bluttransfusionen, Verwendung infizierter Spritzen Drogenabhängiger. Sehr kleine Hautverletzungen genügen, durch die das Virus in die Blutbahn gelangt. Eine Übertragung durch gemeinsam benutzte Handtücher oder Zahnbürsten ist eher selten.
Schwangere, die zum Zeitpunkt der Geburt an Hepatitis B leiden, übertragen die Krankheit in rund 90% der Fälle während der Geburt auf ihr Kind, die zwar meist ohne wesentliche Krankheitssymptome verläuft, aber die Betroffenen tragen das Virus in sich und können andere infizieren und haben ein erhöhtes Risiko an Leberkrebs zu erkranken.

Inkubationszeit: 1-6 Monate

Krankheitsbild: mehr als die Hälfte aller Hepatitis B-Erkrankungen verlaufen ohne Gelbsucht oder sogar symptomlos.

Die klassische Hepatitis B beginnt mit Übelkeit, manchmal Erbrechen, Fieber, Appetitlosigkeit. Es kann sich dann Gelbsucht (Haut, Schleimhaut und Augenweiß färben sich gelb) entwickeln. Die Erkrankung dauert zwischen 2 und 12 Wochen und heilt mit einer langen Genesung von ungefähr mehreren Monaten ab.

Bei einem geringen Prozentsatz der Infizierten geht die akute Hepatitis B jedoch in eine chronische Form über, die über viele Jahre zu einer fortschreitenden Leberschädigung führen kann und ein erhöhtes Risiko an einem Leberkarzinom zu erkranken in sich birgt.
In weniger als 1% der Fälle kann die akute Hepatitis B auch fulminant verlaufen mit Zerstörung der Leber, die sich zwar spontan bessern kann, oft aber auch zur akuten Lebertransplantation oder zum Tod führt.

Diagnose: entsprechende Blutuntersuchungen

Behandlung: es stehen Medikamente zur Verfügung, mit denen eine chronische Hepatitis B kontrolliert werden kann. Eine frühe Diagnose mit rechtzeitigem Therapiebeginn ist für den Heilungserfolg sehr wichtig, bevor es zu einer schweren Schädigung der Leber mit fortgeschrittener Leberzirrhose kommt. Sicherer ist allerdings die Schutzimpfung, mit der man sich vor Infektion und Erkrankung schützen kann.

Bedeutung und Vorkommen: Das hochinfektiöse Hepatitis B Virus (HBV) gehört weltweit zu den häufigsten viralen Infektionserregern. Ca. 2 Milliarden Menschen sind infiziert, 350 Millionen Menschen sind chronisch infiziert, in Österreich leben etwa 42.000 chronisch erkrankte oder das Virus beherbergende Personen. Etwa 600.000 Menschen sterben weltweit pro Jahr an den direkten Folgen einer Hepatitis. HBV verursacht weltweit 60-80% der primären Leberkarzinome.

Gratiskinderimpfprogramm: Im Rahmen der 6-fach Impfung wird die Impfung gegen Hepatitis B (HBV) nach dem 2+1 Schema im 3., 5. und 12. (-14.) Lebensmonat geimpft. Nach der Grundimmunisierung im Säuglings- bzw. Kleinkindalter ist eine Auffrischungsimpfung im 7. bis 13. Lebensjahr empfohlen.
Routinemäßige weitere Auffrischungsimpfungen sind in der Folge nur bei Risikopersonen notwendig (siehe unten).
Bei fehlender Grundimmunisierung soll die Hepatitis B-Immunisierung spätestens im 13. Lebensjahr durchgeführt werden, da das Infektionsrisiko ab diesem Alter wieder steigt.

Erwachsenenimpfung: Die HBV-Impfung kann in jedem Lebensalter nachgeholt werden, laut WHO-Empfehlung soll jeder geimpft sein. Dafür stehen monovalente sowie bivalente Totimpfstoffe (in Kombination mit Hepatitis A) zur Verfügung.

Indikations-/Reiseimpfung: Die HBV-Impfung ist besonders wichtig für: Personen mit chronischen Lebererkrankungen, Dialysepatienten, Personen mit häufigem Bedarf an Plasmaprodukten, medizinisches Personal (einschließlich Schülerinnen/Schüler und Studentinnen/Studenten medizinischer Berufe), Personen mit möglichem beruflichen Kontakt mit Blut infizierter Personen, Personen mit riskantem Sexualverhalten, i.v. Drogenabhängigen. Prädialyse- und Dialysepatienten mit höherer Antigenmenge nach Standardschema impfen. Wichtig: Hepatitis-B-Prophylaxe von Neugeborenen HBsAg-positiver Mütter. (siehe unten)
Reiseimpfung: grundsätzlich für alle Reisenden zu empfehlen.

Impfschema:
Grundimmunisierung im Säuglingsalter: 2+1 Schema: 0/2 Monate, 6/9 Monate nach 2. Impfung.
Grundimmunisierung: 0/1/6 Monate; beschleunigtes Schema: 0/1/2/12 Monate; Schnellimmunisierung: 0/7/21 Tage/12 Monate. Die Hepatitis B Impfung kann auch als Kombinationsimpfung mit Hepatitis A gegeben werden.

Auffrischungsimpfung: Nur nach Säuglingsimpfung im Schulalter auffrischen, routinemäßige Auffrischung nicht erforderlich (Ausnahme Risikogruppen). Nähere Informationen, Hepatitis-B-Prophylaxe der Neugeborenen von HBsAg-positiven Müttern, sowie die Postexpositionelle Prophylaxe bei möglicher Exposition mit HBV-haltigem Material finden Sie im Impfplan.

Indikationen:
1. Generelle Hepatitis B Impfung für alle Personen: Die WHO empfiehlt eine weltweite generelle Hepatitis B Impfung und Inkludierung in das Kinderimpfprogramm um die Erkrankung auszurotten.

2. Für folgende Risikopersonen gilt die Empfehlung für Grundimmunisierung und regelmäßige Auffrischungsimpfungen bzw. Titerkontrollen:

  • Alle in medizinischen Berufen tätigen Personen, auch Schülerinnen/Schüler und Studentinnen/Studenten dieser Berufe
  • Personen mit Infektionsrisiko durch Blutkontakte mit möglicherweise infizierten Personen (Ersthelfer, Polizisten); Personen, die beruflich Injektionsnadeln einsammeln oder entsorgen, Personal plasmafraktionierender Unternehmen, Personal von Einrichtungen für geistig Behinderte
  • Kontaktpersonen zu an Hepatitis B Erkrankten oder HBsAg-Trägern, sofern sie nicht bereits immun oder der nicht selbst HBsAg-Träger sind
  • Nicht immune Personen mit chronischer LebererkrankungPersonen mit häufigem Bedarf an Plasmaprodukten (z. B. Hämophile), Prädialyse- und Dialysepatienten
  • Personen mit riskantem Sexualverhalten (Sexualpartner von HBsAg-Trägern, häufiger Wechsel von Sexualpartnern)
  • Intravenös Drogenabhängige.

(Erstellung: 11/2014)