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Verschluckte Knopfbatterien
 
 
Wird schon nichts passieren! – So oder ähnlich lautete bisher die Devise, wenn Kleinkinder Knopfbatterien geschluckt hatten. Doch Wiener Ärzte haben jetzt das Gegenteil bewiesen. Im Labor zeigte sich bei Versuchen, dass die meisten Batterien bereits binnen Stunden in Magensäure undicht wurden und den zum Teil giftigen Inhalt freisetzten: unter anderem Cadmium und Quecksilber.

"Bisher hat man oft die Entfernung solcher Knopfbatterien aus dem Magen bei Kindern unterlassen. Die Eltern waren natürlich nicht »begeistert«, wenn das Kind narkotisiert werden musste und man dann mit einem Endoskop den Fremdkörper aus dem Magen holte", erklärte jetzt Dr. Winfried Rebhandl von der Abteilung für Kinderchirurgie am Wiener AKH.
Angenommen wurde, dass die kleinen Batterien dicht blieben. Außerdem: Vergiftungserscheinungen unterhalb der akuten Toxizität wurden natürlich nicht bemerkt, weil sie eben keine Symptome auslösten.
Doch die wissenschaftliche Untersuchung der Wiener Experten in Zusammenarbeit mit dem deutschen Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg hat die Situation verändert. Die Fachleute untersuchten im Labor, ob und wie schnell acht verschiedene Arten von Knopfbatterien leck wurden, wenn man sie in Magensäure legte.
Das Ergebnis laut der Studie: "Nach vier Stunden waren bereits fast alle Batterien leck. Das war abhängig von der Zeit. Die größten abgegebenen Mengen (an Inhaltsstoffen, Anm.) waren nach vier Stunden 1,20 Milligramm Cadmium, 280,51 Nanogramm Quecksilber und 2,63 Milligramm Blei." Je nach Batterie und Messzeitraum flossen 22 bis 104 Milligramm des Inhalts aus.
Dr. Rebhandl bezüglich der bisherigen Auffassung, dass die Knopfbatterien auch im Falle eines Verschluckens sicher wären: "Wir haben da plötzlich bemerkt: Hoppala, so stimmt das nicht. Und rein theoretisch kann die Aufnahme vieler der enthaltenen Substanzen nicht gut sein. Noch dazu bleiben sie oft viele Jahre im Körper." – Jede Belastung mit Blei, Quecksilber, Cadmium & Co. sollte man auf jeden Fall vermeiden. Ganz besonders gilt das für Kinder.
Deshalb gingen die Kinderärzte und Chirurgen am Wiener AKH auf Grund der neuen Resultate bereits dazu über, von Kindern geschluckte Knopfbatterien möglichst zu entfernen. weiter... (Link zum Österreichischen Apothekerverlag)
Quelle: DIE APOTHEKE