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Verstopfung? Keine Panik!
 
Tipps vom Apotheker
 
Abführmittel erleichtern nur dann wirklich das Leben, wenn man sie richtig einsetzt. In Ihrer Apotheke berät man Sie gerne dazu.



Sitzen, fahren, sitzen, zu wenig Ballaststoffe, zu wenig Flüssigkeit, unregelmäßiger Tagesablauf - kein Wunder, wenn der Darm streikt und träge wird. Als Verstopfung (Obstipation) bekommt das sein Besitzer zu spüren. Die Reaktion ist nicht selten Panik sprich Abführmittel und das zu viel und zu oft. Außerdem „muss“ man nicht jeden Tag „müssen“: erst wenn man weniger als zwei Mal die Woche „muss“, handelt es sich wirklich um eine Verstopfung.

Schuld an Verstopfungen sind in den meisten Fällen die Lebensgewohnheiten, seltener Darmerkrankungen oder bestimmte Arzneimittel. Eine Rolle können unter anderem auch spielen: Stress, Reisen oder ungewohnte Situationen wie Krankenhausaufenthalte. Abgesehen davon liegt die Ursache für Verstopfungen nicht selten im Missbrauch von Abführmitteln.

Mit der ständigen Einnahme von Abführmitteln setzt man sich mitten in einen Teufelskreis: die Abführmittel führen zu einem Wasser- und Elektrolytverlust (z.B. Kalium). Dadurch wird der Darmentleerungsreflex verringert. Das verführt erst recht wieder dazu, Abführmittel zu schlucken. Für Patienten mit Herzkrankheiten hat ein eventueller Kalium-Mangel deshalb besondere Bedeutung, weil dadurch die Wirkung von Herzglykosiden verstärkt werden kann. Je nach Typ des Abführmittels kann es zu auch anderen Nebenwirkungen kommen. Welche das sind, darüber gibt man Ihnen in der Apotheke gerne Auskunft.

Eine der Grundregeln zum richtigen Gebrauch von Abführmitteln lautet, dass sie nur Bedarf eingenommen werden sollen - nie „sicherheitshalber“, also prophylaktisch. Nach der Darmentleerung sollte man mindestens zwei Tage kein Abführmittel nehmen. Zum Arzt gehört man bei chronischer Verstopfung, wenn sie sich mit Durchfall abwechselt, bei Schmerzen im Unterbauch, Verstopfung und Erbrechen, wenn der Stuhl mit Schleim vermischt ist oder wenn es in der Schwangerschaft Probleme mit der Verdauung gibt.

Für den Bedarfsfall gibt es eine Reihe rezeptfreier Präparate in der Apotheke, die im wahrsten Sinn des Wortes Erleichterung verschaffen. Die Wirkung beruht auf verschiedenen Mechanismen: Füll- und Quellstoffe wie Leinsamen oder Weizenkleie - dabei ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sehr wichtig; Mittel wie Glaubersalz, die Flüssigkeit im Darm anreichern; Substanzen wie Milchzucker und ähnliches, die dazu die Darmtätigkeit stimulieren. Das tun auch zahlreiche Pflanzenextrakte wie Sennesblätter oder -früchte, Faulbaumrinde oder Rhabarber. Flüssige Präparate haben den Vorteil einfacherer Dosierbarkeit. Für den äußersten Notfall kommen noch Zäpfchen oder Mikroklistiere mit z.B. Glycerin in Betracht. Sie lösen den Darmentleerungsreflex aus.

Was der Darm ganz allgemein braucht, um das zu tun, was man von ihm erwartet: ausreichende Füllung durch faserreiche Kost und genügend Flüssigkeit (eineinhalb bis zwei Liter pro Tag). Ebenso freuen ihn Bewegung und Sport, Bauchmassagen und Bauchmuskeltraining. Wenn er dazu noch genügend Zeit für die Entleerung hat und das regelmäßig - dann hat er keinen Grund mehr, zu streiken.