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Magen: wenn er gereizt reagiert
 
Oft helfen einfache Maßnahmen
 
In vielen Fällen lassen sich Magenbeschwerden mit einfachen Maßnahmen und rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke wieder aus der Welt schaffen.

Wenn man so könnte, wie man wollte, dann würde man ja ... zum Beispiel gesunde Sachen essen und das in Ruhe. Der Alltag sieht aber leider oft so aus, dass hektisch das Frühstück hinuntergeschlungen wird (wenn überhaupt), zu Mittag ein paar Bissen verdrückt werden und relativ spät, dafür aber reichlich und womöglich noch fettreich zu Abend gegessen wird. Dazwischen gibt es Unmengen von Kaffee, zu viel Stress, zu wenig Schlaf, zu wenig Bewegung. Kein Wunder, wenn da der Magen rebelliert - sensibel und empfindlich, wie er nun einmal ist.

Druck und Schmerzen in der Magengegend? Völlegefühl? Sodbrennen? Kein Appetit? Gar Übelkeit und Erbrechen? Höchste Zeit, etwas dagegen zu tun! In vielen Fällen bekommt man die Beschwerden mit ein paar Umstellungen bei den Ernährungsgewohnheiten und der Unterstützung durch rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke wieder weg. Wenn innerhalb einiger Wochen keine Besserung der Beschwerden eintritt, ist eine grü ndliche Untersuchung durch den Arzt notwendig. Aber auch die medizinische Untersuchung fördert manchmal keine erkennbare Ursache zu Tage. Dann kann es sich um einen sogenannten Reizmagen oder „nervösen“ Magen handeln. Beim „nervösen“ Magen arbeiten die Magenmuskeln häufig zu langsam und die Nahrungsmittel bleiben daher zu lange im Magen liegen.

Die überschüssige Säure kann man zum Beispiel mit rezeptfreien Präparaten aus der Apotheke binden. Aber nicht jedes Präparat passt für jeden Patienten, daher sollte man sich ausführlich beraten lassen. Die verbreiteten und bewährten Aluminium- und Magnesium-hältigen Salze sind zum Beispiel für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht geeignet. Präparate mit dem Wirkstoff Sucralfat hingegen schon. Hier wird eine Schutzschicht über der Magenschleimhaut gebildet. Es gibt auch andere Mittel (z.B. Hydrotalcit), die den Säurewert im Magen wieder auf ein normales Niveau bringen können. Patienten mit Bluthochdruck müssen beachten, dass viele Mittel gegen überschüssige Magensäure Natriumsalze enthalten. Diese können bei längerer Anwendung den Blutdruck ansteigen lassen.

Sehr effektiv sind im allgemeinen Gele und Suspensionen, weil die Wirkstoffe schon fein verteilt vorliegen. Bei Tabletten kann man die Wirksamkeit erhöhen, indem man sie vor dem Schlucken gut kaut. Auch der Zeitpunkt der Einnahme macht viel aus. Nicht nur Medikamente, auch Nahrungsmittel können Säure binden. Daher sollen „Antazida“ nicht vor oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden - man soll zuerst einmal die Nahrungsmittel „ arbeiten“ lassen. Zwischen den Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen können die Medikamente dann ihre Wirkung voll entfalten. Außerdem ist zu beachten, dass Antazida nicht nur Säure, sondern auch andere Arzneimittel binden können. Deshalb gilt es auch hier, einen Abstand einzuhalten und andere Medikamente entweder mehr als eine Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Antazidum einzunehmen.

Vorlieben und Verträglichkeit bei Nahrungsmitteln sind eine sehr individuelle Angelegenheit. Jeder weiß am besten selbst, was er verträgt und was nicht. Zu den Dingen, auf die Mägen besonders hä ;ufig „gereizt“ reagieren, gehören jedenfalls Gebratenes, Kohlgemüse, und Hülsenfrüchte, sehr fettreiche beziehungsweise scharf gewürzte Speisen, Alkohol, schwarzer Tee und Kaffee. Ganz „ sanft“ zum Magen sind hingegen z. B. Bananen, Zwieback und Haferbrei. Welche Mahlzeit auch immer - sie sollte weder zu heiß noch zu kalt eingenommen werden. Denn das verzögert die Passage durch den Magen. Außerdem sind mehrere kleinere Mahlzeiten pro Tag günstiger als wenige große.