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So trotzen Sie der Frühjahrsmüdigkeit
 
 
Die Frühjahrsmüdigkeit sorgt für ein abgespanntes Gefühl, verbunden mit Antriebslosigkeit und Kraftlosigkeit. Die Symptome dabei sind vielfältig: Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Wetterfühligkeit, Schwindel, Kreislaufschwäche, Empfindlichkeit, Erschöpfung und Gereiztheit. Nach dem langen dunklen Winter sind die Energiereserven des Körpers häufig aufgebraucht, die Umstellung von der dunklen zur hellen Jahreszeit erscheint schwierig. Das liegt vor allem an der hormonellen Veränderung.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
    Wie es zur Frühjahrsmüdigkeit kommt
    Während der dunklen Jahreszeit schüttet der Körper hohe Dosen des Schlafhormons Melatonin aus und gewöhnt sich daran. Wie eine Studie der Washingtoner Georgetown University nachgewiesen hat, wird Frühjahrsmüdigkeit durch einen niedrigen Serotonin- und Dopaminspiegel ausgelöst. Beim Serotonin handelt es sich um einen so genannten Botenstoff, der beim Menschen für gute Laune verantwortlich ist. Während in den grauen Wintermonaten die Reserven an Serotonin im Gehirn aufgebraucht werden, ist die Produktion des Schlafhormons Melatonin noch voll im Gange. Im Frühling kommt es dann durch vermehrtes Tageslicht und Sonnenstrahlen zur Steigerung der Seratonin Produktion: Mit der Steigerung des Serotonins drosselt der Körper gleichzeitig die Produktion von Melatonin, das für Ruhe und Schlaf zuständig ist. Weil dies alles nicht geregelt abläuft, gerät der Körper völlig durcheinander. Die Folge ist die Frühjahrsmüdigkeit.

Sonne, Luft, Bewegung und Vitamine helfen
Wer der Frühjahrsmüdigkeit vorbeugen will, der sollte sich so oft wie möglich im Freien bewegen. Denn die ersten wärmenden Sonnenstrahlen und das helle Tageslicht kurbeln die Seratonin-Produktion an, heben die Stimmung und helfen dem Körper so bei der Umstellung auf die schöne Jahreszeit. Durch leichten Sport wird der Kreislauf zusätzlich angeregt und die Zellen mit Sauerstoff versorgt. Auch morgendliche Wechselduschen können hilfreich sein. Ganz besonders wichtig ist aber eine vitaminreiche, gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, viel Getreide und Getreideprodukte aus Vollkorn, Kartoffeln und Hülsenfrüchten. Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt sind besser als wenige große.
Denn gerade wenn man sich kraftlos fühlt, kann eine umfangreiche Mahlzeit zusätzlich beschweren. Ein kleines Stück Schokolade zwischendurch ist erlaubt, auch kann es die Laune steigern. Die Einnahme von Magnesium wirkt auch sehr gut gegen die Frühjahrsmüdigkeit. Und nicht vergessen: Viel trinken, das bringt die Verdauung in Schwung. Winterkleidung ade: Helle, frische Farben reizen die Sinne und verbreiten gute Stimmung.

Frühjahrsmüdigkeit auch bei Tieren
Übrigens: Von der Frühjahrsmüdigkeit sind nicht nur wir Menschen, sondern auch Tiere betroffen. Dies lässt sich bei einem Spaziergang durch den Zoo beobachten.
Viele Tiere erwachen jetzt gerade aus dem Winterschlaf. Manche kämpfen dabei auch mit der Müdigkeit und sehen noch schläfrig in die Sonne. Andere hängen faul in den Bäumen oder wechseln gerade ihr Winterkleid.

Abgrenzung zur Depression
Vorsicht ist bei dauerhafter Frühjahrsmüdigkeit geboten. Wenn all die Gegenmaßnahmen nicht helfen und die Symptome über Monate anhalten, die Frühjahrsmüdigkeit in eine bleiernde Müdigkeit oder stark depressive Stimmung umschlägt oder die Leistungsfähigkeit langfristig und entscheidend nachlässt, sollten Sie sich unbedingt von einem Arzt untersuchen lassen. Möglicherweise steckt eine Depression dahinter. Sie kann jedoch mit Medikamenten sehr gut behandelt werden.

Quelle: Die Apotheke