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Risikopersonen und Fernreisen
 
Reisefähigkeit muss individuell beurteilt werden
 
Als Risikopersonen sind definiert:
  • Senioren über 60a
  • chronisch Kranke
  • Gravide
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Immunsupprimierte
Die grundlegende Feststellung, ob jemand, der einer dieser Gruppen zuordbar ist, überhaupt reisefähig ist, sollte im Einzelfall individuell entschieden werden. Zur Hilfestellung einige Ansätze:

Senioren und chronisch Kranke:

15% der österreichischen Fernreisenden sind über 60, Alter gilt per se natürlich nicht als Krankheit, ab dem 75. Lebensjahr sollte aber jeder Fernreisende einer umfassenden Beratung und einem gesundheitlichen Check vor der Reise unterzogen werden.

Ein Hindernisgrund für Flug- und Fernreisen in exotische Länder wäre gegeben bei speziellen:
  • chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen
  • cardiovasculären Erkrankungen
  • neurologischen Erkrankungen wie ausgeprägter M.Parkinson, instabile Epilepsie, Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis, multiple Sklerose
  • dekompensierte Organerkrankungen wie Leberzirrhose mit Ascites, Niereninsuffizienz.
Ein wichtiger Hinweis betrifft die Tatsache, dass bei älteren Personen das Immunsystem ebenfalls altert und der Schutz nach Impfungen oft kürzer als bei jungen Personen ist oder die Angehrate einer Impfung herabgesetzt ist.

Gravide und Ferneisen:

An sich sollten Schwangere Fernreisen meiden. Wenn Reisen notwendig sind, sollten diese eher im zweiten Trimenon vorgenommen werden. Absprache mit dem Gynäkologen unbedingt erforderlich. Hinsichtlich Impfprophylaxe ist anzumerken, dass alle Totimpfstoffe möglich sind, Lebendimpfstoffe aber vermieden werden sollten (eine akzidentelle Gabe ist aber keinerlei Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch). Hauptproblem ist die Malariaprophylaxe in Gebieten, in denen Mefloquin oder Doxycyclin: Diese ist kontraindiziert.

Kinder und Fernreisen:

Für Kinder unter 2 Wochen gilt Flugverbot. Limitierend für die Mitnahme von Kindern sind die medizinische Versorgung vor Ort (Reisediarrhoe!), die Möglichkeit, Reiseimpfungen durchzuführen sowie die Akzeptanz einer Malariaprophylaxe. Belastend für Kinder ist auch die hohe UV-Exposition.

Immunsupprimierte und Fernreisen:

Der HIV-positive Reisende: solange er eine CD4-Zahl über 200 hat, sind alle Impfungen außer BCG möglich, eine Erfolgskontrolle aber empfehlenswert.
Kortikoidtherapie: Kortisonmengen bis 10mg Tagesdosis sind mit großer Wahrscheinlichkeit ohne Einfluss auf Impfimmunitäten, bei höheren Dosen Impferfolgskontrolle.

Jede immunsupprimierende Medikation ist weniger per se als vielmehr unter dem Aspekt der Grundkrankheit hinsichtlich Reisefähigkeit zu beurteilen. Im Anschluss an Zytostatika besteht für 3 Monate Reiseverbot.