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Lakritze sollte nur in Maßen genossen werden
 
Vorsicht auch vor Interaktionen mit Arzneimitteln
 
Schon die alten Griechen verwendeten den dunklen Saft der Süßholzwurzel zur Behandlung von Asthma und Magengeschwüren. 1760 mischte der englische Apotheker George Dunhill dem eingedickten Saft Zuckersirup bei und machte Lakritzen so zu einer beliebten Süßigkeit. Heute gibt es Lakritze in verschiedenen Sorten. Zur Herstellung werden die Wurzeln geraspelt und anschließend die Inhaltsstoffe extrahiert und eingedickt. Neben Zucker wird je nach Sorte Gelatine, Stärke, Agar, Anis, Fenchelöl, oder Pektin dazugegeben und anschließend zu den verschiedenen Formen der Lakritze gepresst. In der Kombination mit Ammoniumchlorid und Anisöl wird Süßholzwurzelextrakt zu Salmiakpastillen „zur Schleimlösung im Bereich der Atemwege“ verarbeitet.

In der traditionellen Naturheilkunde wird Lakritze bei Husten oder Magenleiden eingesetzt.
Lakritze sollte aber nur in Maßen genossen werden, rät die oberste US-amerikanische Ernährungs- und Arzneimittelbehörde FDA. "Wenn Sie über 40 Jahre sind und mindestens zwei Wochen lang etwa 50 Gramm Lakritz pro Tag essen, könnten Sie im Krankenhaus mit Herzrhythmusstörungen landen", warnt die FDA auf ihrer Website. Der Grund: Lakritze kann den Kaliumspiegel im Körper senken. Der gestörte Elektrolythaushalt kann zu Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Muskelschwäche und Ödemen führen. Diese Wirkung beruht darauf, dass einer der Hauptinhaltsstoffe der Lakritze, die Glycyrrhizinsäure, in den den Mineralocorticoidstoffwechsel eingreift.

Vorsicht auch vor Interaktionen
Gegen erhöhten Blutdruck oder zur Ausschwemmung von Wasseransammlungen im Gewebe werden unter anderem so genannte Diuretika (siehe unten) verschrieben. Diese haben jedoch unerwünschte Wechselwirkungen mit süßholzwurzelhaltigen Arznei- oder Lebensmitteln wie etwa Lakritze.

So kann Lakritze die Kalium-ausschwemmende Wirkung der Diuretika verstärken. Anzeichen eines erniedrigten Kaliumspiegels sind Muskelschwäche, starke Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Verstopfung und Störungen der Herztätigkeit.

Diuretika erkennen Sie, wenn auf der Verpackung oder im Beipackzettel Ihres Medikaments beispielsweise folgende Inhaltsstoffe angegeben sind:

    • Azosemid, Bemetizid, Bendroflumethiazid, Benzylhydrochlorothiazid, Bumetanid, Butizid, Chlortalidon, Clopamid, Cyclothiazid, Etacrynsäure, Etozolin, Furosemid, Hydrochlorthyazid, Hydroflumethiazid, Indapamid, Mefrusid, Metolazon, Piretanid, Polythiazid, Torasemid, Trichlormethiazid, Xipamid.

Bei Fragen zu den möglichen Wechselwirkungen eines Arzneimittels mit anderen Medikamenten, Nahrungs- oder Genussmitteln hilft Ihnen gerne Ihr Apotheker weiter. Um eine mögliche Gefahr für den Patienten in der Apotheke rechtzeitig zu erkennen, stehen jedem Apotheker Nachschlagewerke, Computerprogramme und Datenbanken zur Verfügung.