Druckansicht
Wechselwirkungen der Arzneimittel
 
Nicht Kraut und Rüben mischen
 
Auch bei rezeptfreien Medikamenten ist es wichtig, mögliche Wechselwirkungen mit anderen Präparaten zu bedenken. In Ihrer Apotheke erfahren Sie, was sich womit verträgt.



Mit Arzneimitteln ist es so wie manchmal mit Freunden: da gibt es einige, mit denen man sich hervorragend versteht - zusammen einladen würde man sie aber nicht, weil sie sich nicht vertragen. Ein Zusammentreffen würde wahrscheinlich zu „unerwünschten Wechselwirkungen“ führen. So kann es einem mit zwei oder mehreren Medikamenten gehen: jedes für sich hat positive Auswirkungen auf die Gesundheit, bei gleichzeitiger Einnahme kommt es jedoch zu unerwünschten Wechselwirkungen.

Ein Beispiel: Mittel gegen Pilzinfektionen oder zur Behandlung einer Bronchitis können die Wirkung der Anti-Baby-Pille stören. Eine ungewollte Schwangerschaft kann die Folge sein. Oder: Antibiotika zusammen mit blutgerinnungshemmenden Mitteln können zu ernsten Komplikationen führen.

Bei rezeptpflichtigen Medikamenten ist das Risiko solcher Arzneimittel-Wechselwirkungen vielleicht geringer. Der Arzt fragt ja normalerweise, was man einnimmt, bevor er ein neues Präparat verschreibt. Aber es soll ja Menschen geben, die mehrere Ärzte aufsuchen und dem Einen nichts vom Anderen beziehungsweise von den vom anderen Arzt verschriebenen Medikamenten erzählen...

Bei rezeptfreien Präparaten ist es besonders wichtig, sich bewusst zu sein, dass es unerwünschte Wechselwirkungen geben kann. Wenn die Arzneimittelexperten in der Apotheke vor bestimmten Kombinationen warnen, tun sie das aus gutem Grund und man sollte die Warnungen wirklich ernst nehmen. So „vertragen“ sich zum Beispiel einige Abführmittel schlecht mit bestimmten Herzmedikamenten, deren Wirkung sie erheblich steigern. Aufheben wiederum können manche Mittel gegen Sodbrennen die Wirkung von Antibiotika. Auch bei Acetylsalicylsäure, wohl das bekannteste unter den einfachen Schmerzmitteln, gibt es ungünstige Kombinationen: zusammen mit bestimmten anderen Medikamenten kann es zu Blutungen kommen.

Die Arzneimittelexperten in der Apotheke erkennen nicht nur die Gefahren von Arzneimittelwechselwirkungen. In den meisten Fällen kennen sie auch die Lösung: ein Medikament, das sich mit denen, die man schon nehmen muss, gut verträgt. Angesichts der riesigen Menge von Medikamenten, die es gibt, nutzen viele dafür auch die Hilfe von Computer-Datenbanken. Daher bekommt man in der Apotheke auch bei ungewöhnlichen Kombinationen oder seltenen Medikamenten eine verlässliche und wissenschaftlich gesicherte Auskunft über mögliche Wechselwirkungen.

Auch Lebensmittel vertragen sich unter Umständen schlecht mit Medikamenten. So wirken zum Beispiel manche Antibiotika nicht oder viel weniger gut, wenn man sie mit Milch einnimmt. Ob das Essen mehr oder weniger fettreich ist, kann ebenso eine Rolle spielen - manche Arzneimittel reichern sich in Fett an. Sogar einige Gemüsesorten wie Brokkoli, Kohl, Bohnen oder Kä se können die Wirksamkeit mancher Arzneimittel verändern.