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Pflanzliche Mittel gegen Blähungen und Völlegefühl
 
Tipps der Apothekerin
 
Bei Verdauungsbeschwerden finden Heilkräuter vielfältige Anwendung, sowohl zur Anregung der Magensaftsekretion und des Appetits (Bitterstoffe) aber auch karminativ wirksame Drogen (mit ätherischem Öl) sowie krampflösende Heilkräuter sind hier häufig vertreten. Viele Krankheiten des Magen-Darm-Trakts haben ihren Ursprung in einer unvernünftigen Lebensweise, wie beispielsweise Stress und ungesunde Ernährung. Leichtere Beschwerden treten relativ häufig auf, Heilkräuterprodukte und Arzneitees stellen oft eine sinnvolle Begleitmedikation bei leichteren Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen dar. Es sollte aber bedacht werden, dass einige ernsthafte Magen-Darm-Erkrankungen im frühen Stadium auch nur leichte Beschwerden verursachen.

Siehe auch "TIPPS DER WILLKOMMEN ÖSTERREICH APOTHEKERIN":

Mittel gegen Blähungen und Verdauungsbeschwerden, (sogenannte Karminativa):

Blähungen sind Verdauungsbeschwerden, die durch verschluckte Luft oder durch Verdauungsgase hervorgerufen werden. Der Bauch ist aufgebläht und gespannt.

Bei sehr großen Gasansammlungen im Darm kommt es zu Krämpfen und kolikartigen Schmerzen.

Bei kleinen Kindern und vor allem bei Säuglingen treten Blähungen und Bauchschmerzen besonders häufig auf. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von den sogenannten Dreimonatskoliken.

Als pflanzliche Mittel gegen Blähungen können die folgenden Pflanzen, bzw. Pflanzenteile verwendet werden:

Wenn Blähungen mit Verdauungsstörungen einhergehen, klagen die Betroffenen meist auch über Magendrücken und Völlegefühl. Verstopfung oder krampfartige Durchfälle können die Symptome begleiten.


Magen-Darmtees bei dyspeptischen Beschwerden (Völlegefühl)

Die dafür vorgeschlagenen Heilkräuter enthalten Bitterstoffe, diese regen auf reflektorischem Wege die Magensaftsekretion an und führen zu einer Verbesserung der Verdauung.

    • Angelikawurzel
    • Bitterorangenschale
    • Ingwerwurzel
    • Kalmuswurzel
    • Schafgarbenkraut
    • Tausendguldenkraut
    • Wermutkraut

Die Österreichische Gesellschaft für Phytotherapie hat auf ihrer Homepage verschiedene bewährte Teerezepte (Magentees) veröffentlicht.


Völlegefühl, Blähungen: TIPPS VON MAG. BARBARA HAASE
Hin und wieder erinnert uns die Verdauung, dass wir nicht ganz so gesund
gegessen haben. Völlegefühl plagt uns und manchmal machen sich auch Blähungen bemerkbar.
Das muss nicht sein, sagt unsere Apothekerin Mag. Barbara Haase und gibt Tipps zur Abhilfe.

In vielen Fällen bekommt man die Beschwerden mit ein paar Umstellungen bei den Ernährungsgewohnheiten und der Unterstützung durch rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke wieder weg. Wenn innerhalb einiger Wochen keine Besserung der Beschwerden eintritt, ist eine gründliche Untersuchung durch den Arzt notwendig.
Wenn die Blähungen und das Völlegefühl
nach fetten Speisen auf überschüssiger Magensäure oder dem Bakterium Helicobacter pylori beruhen, dann ruht sozusagen die Verdauungskette und die kann mit eineigne Mitteln angekurbelt werden.

Sehr gut wirksam sind Präparate, die die
Artischocke enthalten. Davon gibt es Tropfen und Tabletten. Artischocke regt die Gallensaftproduktion an und stärkt die Sekretion der Pankreasfermente. Man nimmt Dragees oder Tropfen zum Essen 3-4 x tägl. Gegenanzeige besteht bei Verschluss der Gallenwege, schweren Leberfunktionsstörungen, Gallenblasenempysem.

Beliebter Wirkstoff ist auch das
Simethicon. Ist in Form von Kautabletten und Tropfen. Durch einen gestörten Verdauungsvorgang bleiben die Gase oft als feinblasiger Schaum im Darm liegen und können nicht durch die Darmwand aufgenommen werden. Durch die Einnahme des oben genannten Wirkstoffes zerfallen diese Blasen, und die Gase können auf natürlichem Wege entweichen.
Wechselwirkungen sind dabei keine bekannt, trotzdem sollte man zur Sicherheit Abstand zur Einnahme anderer Medikamente halten. In der Schwangerschaft darf dieses Präparat nicht länger als 3 Tage eingenommen werden - jedoch mit einer Intervallpause von 14 Tagen.
Einnahme : 1-2 Tabletten zur oder nach der Mahlzeit.

Gute Rezepturen aus der Apotheke
gehen in der schnelllebigen Zeit ein bisschen verloren.
Es gibt z. B. das "
Windwasser". Die Bestandteile sind ätherisches. Kümmelöl, Kamillenöl, Fenchelöl, Zitronenöl, Pfefferminzöl, Wasser: Die Öle haben Reiz lindernde, blähungstreibend, anregende Wirkung auf Gallen Sekretproduktion.

Unterstützend dazu darf man die Tees nicht vergessen
.
Pfefferminztee, Fencheltee, Anistee, aber auch Ingwertee, Tausendguldenkrauttee, Wermuthtee. Das Kraut der
Pfefferminze enthält ätherisches Öl, mit dem Hauptbestandteil Menthol sowie Gerbstoffe und Flavonoide. Es hat eine krampflösende und blähungstreibende Wirkung und führt zu einer beträchtlichen Steigerung der Gallensekretion. Pfefferminztee eignet sich zur Behandlung von krampfartigen Beschwerden im Magen- und Darmbereich, wobei an der Wirkung neben dem ätherischen Öl vermutlich auch Flavonoide beteiligt sind. Die letzten beiden enthalten Bitterstoffe. Bitterstoffe regen die Verdauung an.

Bitterstoffe
regen auf reflektorischem Wege die Magensaftsekretion an und führen zu einer Verbesserung der Verdauung. Dabei ist es ungeheuer wichtig , wirklich nicht unter überschüssiger Magensäure zu leiden, denn ihre Produktion wird eben verstärkt.
Anwendung: Der Tee soll warm (nicht heiß), ungesüßt, schluckweise getrunken werden; jeweils eine Tasse vor oder nach dem Essen, 3-4mal täglich.

Deswegen noch einmal: Wenn innerhalb einiger Wochen keine Besserung der Beschwerden eintritt, ist eine gründliche Untersuchung durch den Arzt notwendig.