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Malve im Gemüsegarten lässt den Doktor draußen warten
 
Gesundheit aus der Naturapotheke
 

Sie blühen an sonnigen Ödland-Standorten, häufig auch an Mauern und auf Schutt. Goethe zählte die leuchtend blühenden Malven zu seinen Lieblingsblumen. Die Blätter und Blüten enthalten Reiz mildernde Schleimstoffe. So wie der Eibisch werden Malven in der Volksmedizin seit Alters her ebenfalls gegen Erkältung, Husten und Magenbeschwerden eingesetzt.
    In Spanien gibt es ein altes Sprichwort: Malve im Gemüsegarten lässt den Doktor draußen warten. Malven wurden bereits in der Antike als Gemüse angebaut, daran erinnert heute noch der Name, der sich aus der hebräischen Bezeichnung «malluah» (für «Salat») ableitet. Sie wurden aber auch schon sehr früh als Heilpflanzen eingesetzt. Schon die alten Römer nannten die Malve auch "omnimorbium", in Anspielung darauf, dass sie gegen „alle Krankheiten" helfen soll.
    Ihr deutscher Trivialname „Käsepappel“ hat nichts mit der Pappel zu tun, sondern bezieht sich auf die schmackhaften käselaibförmigen, schleimhaltigen Früchte, die zur Zubereitung von Kinderbrei ("Papp" bzw. "Papperl" mit dem man Kinder "aufpäppelt") verwendet wurden. Die Früchte der Weg-Malve wurden in Notzeiten sogar zu Mehl verarbeitet.
      Links im Bild eine "Käsepappel"
        Fotos: F.Biba

        Die Malve pharmazeutisch betrachtet

        Lateinische Bezeichnung(en):
        Malva neglecta Wallr.
        Malva sylvestris L.


        Volksnamen: Feldmalve, Hasenpappel, Johannispappel, Käslikraut, Käspappel, Käsepappel, Kaspappel, Käsekraut, Kaskraut, Katzenkäse, Nüsserli, Roßpappel, Schwellkraut, Wesing, Zigbli, Zigerli.

        Synonyme: Mallow leaves, Mallow flowers (engl.). Feuilles de mauve, Fleurs de mauve (franz.).

        Stammpflanze: Malva sylvestris L. (Wilde Malve), Malva neglecta Wallr. (Weg-Malve), Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Bekannte Heilpflanzen aus dieser Pflanzenfamilie ist der Eibisch (Althea officinalis), neuerdings zählt man aber auch die Linden und den Kakao zu den Malvaceaen.

        Verwendete Pflanzenteile: Laubblätter (Folium Malvae); Blüten (nur von Malva sylvestris subsp. mauritiana, Flos Malvae).

        Inhaltsstoffe der Malvenblüten:
        Polysaccharide: ca. 10 % Schleimstoffe. Bei Hydrolyse werden die Neutralzucker Galaktose, Glukose, Arabinose, Xylose und Rhamnose freigesetzt; der Galakturonsäuregehalt des Schleims liegt bei 24 %.
        Weitere Inhaltsstoffe: Anthocyane, Gerbstoffe.
        Inhaltsstoffe der Malvenblätter:
        Polysaccharide: ca. 8 % Schleimstoffe. Bei Hydrolyse werden Galaktose, Glukose, Arabinose, Xylose und Rhamnose freigesetzt; der Galakturonsäuregehalt des Schleims liegt bei 19 %.
        Weitere Inhaltsstoffe: Flavonoide (bemerkenswert ist das Vorkommen von Flavonolsulfaten), Gerbstoffe.


        Offizinell (im Arzneibuch):
                Folium Malvae: Quellungsfaktor mind. 8.
                Flos Malvae: Quellungsfaktor mind. 15.

                Eibischtee (Species Althaeae): 55 Teile Eibischblatt, 25 Teile Eibischwurzel, 15 Teile Süßholzwurzel, 5 Teile Malvenblüte.
                Brust- und Hustentee (Species pectorales): Je 10 Teile Malvenblüte, Königskerzenblüte und Thymianblatt, je 20 Teile Eibischblatt und Eibischwurzel, 25 Teile Süßholzwurzel, 5 Teile Anis.
        Die Blätter der Malve werden bei folgenden Indikationen eingesetzt:
        Aufgrund des Schleimgehalts bei Erkältungskrankheiten, Katarrhen der oberen Luftwege, Rachenentzündungen, aber auch als mildes Adstringens bei Angina, bzw. bei Magen-, Darm-Entzündungen.
        In der Volksmedizin äußerlich zur Wundbehandlung in Form von Umschlägen.
        Die Malvenblüten werden bei folgenden Indikationen eingesetzt:
        Zur Bereitung von Teegetränken bei Erkältungskrankheiten, bei Katarrhen, Entzündungen im Mund und Rachenraum. Auch als mildes Adstringens bei Gastroenteritis.
        In der Volksmedizin innerlich bei Blasenleiden, äußerlich zu Umschlägen in der Wundbehandlung und zu erweichenden Bädern.

        Aufgrund des Anthocyangehaltes werden Malvenblüten auch zum Färben von Lebensmitteln verwendet.
        Im Lebensmittelhandel versteht man unter Malventee meist Hibiscusblüten (Stammpflanze Hibiscus sabdariffa L. var. Ruber, Malvaceae = Nubiablütentee, Afrikanische Malve).

        Empfohlene Zubereitungen:
                Etwa 2 Teelöffel (3-5 g) Malvenblätter werden mit einer Tasse (ca. 150 ml) siedendem Wasser übergossen und nach 10 – 15 Minuten durch ein Teesieb gegeben. Der Tee kann auch durch Ansetzen mit kaltem Wasser und 2 – 3stündiges Ziehen unter gelegentlichem Umrühren bereitet werden. Soweit nicht anders verordnet wird mehrmals täglich und abends vor dem Schlafengehen 1 Tasse Tee getrunken.

                Etwa 3 – 4 Teelöffel (ca. 1,5 – 2 g) fein geschnittene
                Malvenblüten mit kaltem Wasser ansetzen, kurz aufkochen oder auch mit kochendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen.

        Unerwünschte Wirkungen:
        Nebenwirkungen von Malvenzubereitungen sind keine bekannt.

        Mittwoch, 17.9.2014
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        Malve
        Sie blüht derzeit in vielen Gärten und auch in der freien Natur - die Malve. Wie sie für die Gesundheit eingesetzt wird, erklärt unsere Fernsehapothekerin Mag. pharm. Irina Schwabegger-Wager in der heutigen Sendung. Die Malve wird im Wesentlichen bei Entzündungen der Schleimhäute eingesetzt. Vor allem als Teeaufguss.


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        Die Malve pharmazeutisch betrachtet
        Sie blüht in vielen Gärten und auch in der freien Natur - die Malve. Wie sie für die Gesundheit eingesetzt wird, erklärt unserer TV-Apothekerin Mag.pharm.Sonja Wurst in der Sendung Sommerzeit am 29.6.2011 um 17:40 Uhr im ORF 2.
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