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Hagebutten und Teufelskralle bei Gelenksbeschwerden
 
 
Die Standardtherapie bei chronischen Gelenksbeschwerden besteht aus entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten. Darüber hinaus gibt es einige Substanzen wie Chondroitinsulfat, Glucosaminsulfat, Diacerein und auch intraartikuläre Hyaluronsäure, die im Sinne einer Verzögerung des Knorpelabbaues eingesetzt werden. Hagebutten und Teufelskralle liefern Phytopharmaka, die gerne als pflanzliche Ergänzung bei Arthrose genommen werden.
..Hagebuttenpulver
enthält ein Galaktolipid (GOPO), mit einem Kohlenhydrat- und einen Lipidanteil. Dieser Wirkstoff, der vor allem in den Kernen der Hagebutte zu finden ist, ist fettlöslich und sehr hitzeempfindlich und bewirkt, dass die Einwanderung von großen Mengen an Leukozyten in das Entzündungsgebiet gehemmt wird (Chemotaxis). Die Entzündungsreaktion in den Gelenken wird dadurch deutlich abgeschwächt, die Schmerzen werden gelindert und die Beweglichkeit wird verbessert. Um eine erfolgreiche Arthrosebehandlung zu erreichen, ist der Stoff GOPO in einer hohen Konzentration erforderlich. Die nur noch in Spuren vorhandenen Mengen in traditionellen Hagebuttenprodukten wie Marmelade oder Tee sind nicht ausreichend.
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..Teufelskralle - Harpagophytum procumbens
Sie wirkt entzündungshemmend und unterdrückt den Abbau der Knorpelsubstanz in den Gelenken. Wie bei den meisten pflanzlichen Arzneimitteln setzt diese Wirkung aber nicht sofort ein. Die Teufelskralle sollte also über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Erfahrungen zeigen, dass Patienten, die Teufelskralle einnehmen, weniger Schmerzmittel brauchen.
Verwendet werden die zerkleinerten und getrockneten Speicherwurzeln der Teufelskralle (im Bild ganz links). In Österreich ist vor allem der Tee in Apotheken erhältlich. Da die Wirkstoffe wasserlöslich sind, ist diese Zubereitungsform sehr zu empfehlen. Teufelskrallen-Tee schmeckt bitter, es kann daher zu geschmacklichen Problemen kommen. Auch verstärkt er durch den Gehalt an Bitterstoffen die Magensaftsekretion, sodass er bei Gastritis sowie bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren nicht angewendet werden soll.

Zubereitung: 1 Teelöffel fein geschnittene Teufelskralle (ca. 4,5g) mit 300 ml kochendem Wasser übergießen und 8 Std. bei Raumtemperatur stehen lassen, dann abseihen; in drei Portionen über den Tag verteilt trinken.


....Siehe auch: TV-Apothekerin Mag.pharm. Barbara Haase zum Thema
Arthrose
in der Sendung
„Winterzeit“ am 11. Februar 2009:

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