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Alle Jahre wieder plagt die rote Schnupfennase
 
 
Mit dem Herbst kommt die Erkältungszeit: Morgens zieht der Wind unangenehm unter die Jacke. In Bus und Bahn schnupfen und husten die Fahrgäste im Chor. So stoßen sie Wolken von Millionen kleiner Tropfen aus, in denen die Erkältungsviren sitzen. Die Gelegenheit für die Krankheitserreger, sich auf viele Menschen gleichzeitig zu übertragen. Doch jeder kann sich gegen eine Erkältung wappnen oder ihre lästigen Symptome, wie Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen, mit altbewährten Hausmitteln lindern.

Gerade in der Erkältungszeit ist ein gesundheitsbewusstes Verhalten wichtig, um die Abwehrkräfte zu stärken. Neben einer warmen Kleidung rät Ihre Apothekerin zu regelmäßigen warm-kalt Wechselduschen oder Saunabesuchen. Jeder sollte auf eine vitamin- und mineralstoffreiche Nahrung, wie Obst, Gemüse und Rohkostsalate, achten. Ganz wichtig ist reichlich zu trinken. Das hält die Schleimhäute feucht und sie sind damit widerstandsfähiger. Jeder sollte regelmäßig die Wohnung lüften und nicht in Heizungsluft schlafen. Alkohol und Rauchen fördern dagegen eine Erkältung - das Passivrauchen vor allem bei Kindern.

Haben die Viren dann doch zugeschlagen, plagt die meist harmlose aber lästige Erkältung den Betroffenen ein bis zwei Wochen. Zahlreiche Hausmittel und Heilpflanzen helfen, die Beschwerden zunächst selbst zu behandeln. Wohltuend sind schon ein warmes Bad mit Zugabe von ätherischen Ölen, wie beispielsweise Anis-, Fenchel-, Salbei- oder Minzöl, oder auch Einreibungen von Brust und Rücken mit pflanzlichen Extrakten oder Salben. Eine warme Hühner- oder Rindssuppe, vor allem bei Appetitlosigkeit, hilft auch oft deutlich. Sehr wichtig ist viel zu trinken, wie zum Beispiel zwei bis drei Flaschen Mineral- oder stilles Wasser und zusätzlich je nach Geschmack warme aber nicht zu heiße Tees, wie beispielsweise Lindenblüten-, Holunder- oder Thymiantee. Für eine freie Nase sorgt unter anderem ein Kamille-Dampfbad.

Ein abschwellender Nasenspray oder Nasentropfen kann ebenfalls in konkreten Situationen empfohlen werden. Diese Arzneimittel enthalten sogenannte alpha-Sympathomimetika und dienen zum Abschwellen der Nasenschleimhaut und zur Verbesserung des Sekretabflusses bei behinderter Nasenatmung. Sie dürfen nur kurzfristig - max. 5 bis 7 Tage – eingesetzt werden, da ein Gewöhnungseffekt auftreten kann. Bei häufigem Gebrauch ist darüber hinaus eine Steigerung des Blutdrucks möglich, worauf Bluhochdruck-Patienten achten sollten. Ein Nasenspray auf der Basis einer Kochsalzlösung oder Meersalz ist oft eine gute Alternative, da es ohne Nebenwirkungen die Nasenschleimhaut abschwellen lässt.

Wann ist ein Arztbesuch nötig?

Fühlt sich der Betroffene sehr elend und erholt sich nicht, dann sollte er einen Arzt aufsuchen. Warnzeichen sind sehr starke Stirn- und Kopfschmerzen, Fieber, grünlich abgehusteter Schleim und lang andauernder Husten. Das darf keiner auf die leichte Schulter nehmen. Denn aus einer eigentlich harmlosen Erkältung kann sich beispielsweise eine Nasennebenhöhlen- oder Stirnhöhlenvereiterung, Bronchitis oder sogar eine Lungenentzündung entwickeln. Diese Komplikationen sind häufig nicht mehr durch Viren sondern durch Bakterien verursacht und müssen somit antibiotisch behandelt werden. Vor allem Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und Patienten mit chronischen Begleitkrankheiten sind besonders gefährdet.

Menschen über 60 Jahre oder mit Grunderkrankungen sollten darüber hinaus zu einer jährlichen Influenza-Impfung.

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