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Digitales Sicherheitssystem für Arzneimittel
 
EU-Verordnung tritt mit 9. Februar 2019 in Kraft
 
Gefälschte Medikamente stellen eine große Gefahr für die Gesundheit dar. Um einen höchstmöglichen Schutz zu gewährleisten, müssen künftig vom Hersteller zwei spezielle Sicherheitsmerkmale auf jeder rezeptpflichtigen Arzneimittelpackung angebracht werden. Erstens ein 2D-Data-Matrix-Code, der alle relevanten Informationen enthält und direkt auf die Packung gedruckt wird. Zweitens eine Vorrichtung gegen Manipulation, die zeigt, ob die Packung zuvor geöffnet wurde. Bei der Abgabe in der Apotheke oder ärztlichen Hausapotheke an die Patienten wird zunächst die Echtheit der neuen Packungen mittels Scanner geprüft, anschließend werden diese aus einer Datenbank ausgetragen und damit die Echtheit bestätigt.
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Noch mehr Sicherheit für Medikamente
Die EU-Verordnung zur Fälschungssicherheitsrichtlinie tritt am 9. Februar für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union verpflichtend in Kraft. Die Dimension des Projektes ist beachtlich. Allein in Österreich umfasst das neue System rund 9.000 verschreibungspflichtige Arzneimittel und 150 Millionen Arzneimittelpackungen von 247 Pharmaunternehmen. Rund 1.450 öffentliche Apotheken und Krankenhausapotheken, 850 Hausapothekenführende Ärzte und 170 Arzneimittel-Großhändler sind betroffen und werden ihre IT-Systeme mit dem nationalen Datenspeicher verbinden, um einen reibungslosen Ablauf der Arzneimittelüberprüfung zu gewährleisten. Allerdings: Alle Arzneimittel, die bereits vor dem 9. Februar ohne die zusätzlichen Sicherheitsmerkmale in Umlauf gelangt sind, dürfen bis zu ihrem jeweiligen Verfallsdatum weiterhin abgegeben werden.
Vorsicht vor illegalem Onlinehandel
Mit dem neuen System setzt man einen starken Kontrapunkt zu den Fake-Medikamenten im Internet. Denn Arzneimittel aus der Apotheke sind bereits jetzt sicher!
Jedoch floriert auch hierzulande der illegale Onlinehandel mit gefälschten Arzneimitteln. Mehr als 95 Prozent der vom Zoll beschlagnahmten Medikamente, die über das Internet aus dem Ausland bezogen wurden, sind Fälschungen.

In Österreich ist ausschließlich der Verkauf von rezeptfreien Medikamenten über das Internet erlaubt und dies nur über Apotheken. Die österreichischen Versandapotheken müssen sich beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen registrieren lassen und auf ihrer Internetseite gut sichtbar ein europaweit standardisiertes Logo platzieren, das mit der AGES verlinkt. Mehr dazu: www.basg.at.