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Venenbeschwerden im Sommer
 
Frauen häufiger betroffen
 
Beginnende Venenprobleme machen sich durch geschwollene und schwere Beine, Hitzegefühl, Rötungen und nächtliche Wadenkrämpfe bemerkbar. Bei Problemen mit den Venen bietet die Apotheke viele Möglichkeiten zur Linderung.

Venenbeschwerden machen sich häufig im Sommer bemerkbar, denn in der Wärme erweitern sich die Venen an der Hautoberfläche. Dadurch bleibt mehr Blut in den oberflächennahen Venen und die geschwächten Blutgefäße sind mit dem Rücktransport überfordert. Deshalb sollte zusätzliche Wärme beispielsweise durch Saunabesuche oder ausgedehnte Sonnenbäder vermieden werden.

Apothekerin-Tipps gegen Venenleiden
● Bewegung: Schwimmen, Walken, Laufen, Rad fahren
● Kompressionsstrümpfe tragen
● Beine hoch lagern
● keine hohen Absätze tragen
● Fußbäder und Beingüsse (vom Fuß in Richtung Oberschenkel)
● Beine vor großer Hitze schützen (Sauna, heiße Bäder, Sonnenbad)
● Beine nicht zu fest massieren und nicht übereinander schlagen
● langes Stehen vermeiden
● Alkohol-, Nikotin- und Kaffeekonsum einschränken
● keine einengenden Socken, Strümpfe, Hosen oder Stiefel tragen
4.500 Liter Blut werden in den Venen Tag für Tag von den Beinen in Richtung Herz gepumpt - eine gewaltige Belastung für die Blutgefäße. Frauen spüren sie besonders, weil ihr Bindegewebe schwächer ist als das der Männer. Das und nicht mehr so gut schließende Venenklappen können dann zu einem Rückstau des Blutes führen. Das Resultat: Krampfadern. Beginnende Venenprobleme machen sich durch geschwollene und schwere Beine, Hitzegefühl, Rötungen und nächtliche Wadenkrämpfe bemerkbar.

In der Apotheke gibt es verschiedene Salben, Gele und andere Arzneimittel, die bei Venenbeschwerden helfen können. Viele davon sind pflanzlichen Ursprungs wie Roßkastanien-Präparate oder stammen aus anderen natürlichen Quellen wie zum Beispiel Blutegel-Präparate. Kompressionsstrümpfe müssen gut angepasst werden. Wenn sich eine Entzündung zeigt, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Krampfadern, Besenreiser & Co haben nicht nur mit Alter und Veranlagung zu tun. Auch die Lebensweise spielt eine große Rolle. Was die Bewegung angeht, lässt sich das in eine einfache Formel packen: Drei S stehen für alles Schlechte: „Sitzen und Stehen ist schlecht“. Drei L stehen für alles Gute: „Lieber Liegen oder Laufen“. Beim Liegen ist noch wichtig, dass die Beine höher als das Herz sind.

Was die Venen betrifft, werden Rauchen und Übergewicht ihrem Ruf als Gesundheitsrisiken voll gerecht. Auch Sonnenbäder - geschweige denn Sonnenbrände - sind nicht gut für die Venen. Genauso wenig wie heiße Wannenbäder. Für die Venen sind kalte Beinduschen viel besser: von unten beginnend werden die Beine kalt abgeduscht; an der Innen- und Außenseite jeweils etwa 15 Sekunden lang.

Venenbeschwerden kommen öfter bei Frauen als bei Männern vor, was durch die unterschiedliche Hormonsituation erklärt wird. Eine wichtige Schutzfunktion hat dabei offensichtlich das Progesteron, dieses Hormon hemmt u.a. die sogenannten Matrix-Metallo-Proteinasen, das sind Enzyme, die wie ein molekularer Schneidbrenner die Collagenschicht der Venen angreifen. Jedenfalls scheint auch dies ein Aspekt in der Entstehung von Venenerkrankungen zu sein, denn in den Wechseljahren kommt es zu einem Progesterondefizit und parallel dazu zu vermehrten Venenbeschwerden.