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Heuschnupfen: wenn der Sommer zum Heulen ist
 
Neue Antihistaminika machen nicht müde
 
Für viele Allergiker beginnt jetzt die Zeit des Heulens: Laufende Nase, ständiger Niesreiz, verquollene, rot entzündete, tränende Augen, Juckreiz in Nase, Mund und Ohren sowie Kopfweh - das sind die Symptome des Heuschnupfens. Fast jeder sechste ist inzwischen betroffen, und die Zahl der Allergiker steigt ständig.

Eine eindeutige Erklärung für das vermehrte Auftreten von Allergien gibt es nicht. Klar scheint zu sein, dass neben einer erblichen Komponente auch andere Faktoren wie beispielsweise eine zunehmende Luftverschmutzung eine Rolle spielen. Auslöser von Allergien können dabei Blütenpollen, Tierhaare, Pilzsporen, Hausstaubmilben, aber auch Lebensmittel wie Milch, Nüsse, Fisch oder bestimmte Obstsorten sein.

Freund oder Feind
Das Immunsystem des Allergikers weiß darauf keine Antwort. Damit das Immunsystem auf Allergene wie beispielsweise Blütenpollen so heftig reagieren kann, ist zunächst eine Sensibilisierung, also ein erster Kontakt mit dem Allergieauslöser - notwendig. Der Körper reagiert wie beim Eintritt von Krankheitskeimen mit einer vermehrten Bildung bestimmter Eiweiße, den Immunglobulinen. Beim nächsten Kontakt mit dem Allergen kommt es dann zu einer Freisetzung des Botenstoffes Histamin, das für die Auslösung vieler typischer Symptome einer Allergie - wie etwa Heuschnupfen - verantwortlich ist. Das Immunsystem eines Allergikers ist also nicht mehr in der Lage zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Die Abwehrreaktion richtet sich nicht - wie normalerweise - gegen Bakterien sondern gegen körpereigene Zellen.

Cromoglycin-Säure: die "Pille" der Allergiker
Cromoglycin-Säure ist das Mittel der Wahl für die vorbeugende Behandlung. Wie bei der "Pille" nützt aber auch dieser Arzneistoff nichts, wenn man ihn nur dann anwendet, wenn es "nö tig" ist, die Wirkung setzt also nicht sofort ein. Als Faustregel gilt: Mindestens zwei Wochen vor dem erwarteten Beginn der allergischen Reaktion (Pollenfluginformation) mit der Behandlung beginnen. Da Cromoglycin-Säure aufgrund ihrer chemischen Struktur schlecht vom Körper aufgenommen wird, gibt es leider keine Tabletten. Konsequent müssen also vier bis sechs mal täglich Nasensprays und Augentropfen angewendet werden.
Eine weiter Behandlungsmöglichkeit wäre die Anwendung von sogenannten Antihistaminika. Diese Arzneistoffe sind sowohl in Form von Augen- und Nasentropfen zur Lokaltherapie, als auch als Tabletten oder Tropfen erhä ltlich. Mit diesen Arzneimitteln lassen sich allerdings nur die Symptome behandeln, die Empfindlichkeit gegenüber den Allergenen bleibt bestehen, und die Allergie kann sich im Laufe der Zeit sogar verschlimmern. Hier sollte man vor allem auf Antihistaminika der 2. Generation zurückgreifen, da diese nicht wie ihrer Vorgänger müde machen (Kraftfahrer).