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Gut geschützt durch sogenannte Kinderimpfungen
 
Die Erwachsenen nehmen es mit den Impfungen oft nicht so genau
 
Die spanische Grippe 1918/1919 war einer der mächtigsten Seuchenzüge in der Geschichte. Weltweit erkrankten 700 Millionen Menschen und in nur wenigen Monaten forderte diese Infektionskrankheit über 20 Millionen Tote - mehr als doppelt so viele wie der 1. Weltkrieg. Dennoch ging die Katastrophe am kollektiven Gedächtnis der Menschen fast spurlos vorüber, konnte man doch mit der Entdeckung verschiedener Impfstoffe schon bald darauf großartige Erfolge im Kampf gegen Infektionskrankheiten feiern. Impfen wurde "zur Pflicht" (z. B. Pocken) und zum "öffentlichen Auftrag".

Auf das Zeitalter dieser Impfungen folgte die Epoche der Antibiotika (Penizillin 1943, Streptomyzin 1944, Chloramphenikol 1948.) In den 50er und 60er Jahren kamen laufend neue Antibiotika auf den Markt. Endlich hatte man wirksame Medikamente gegen gefürchtete Krankheitserreger in der Hand. In Ost und West versetzte der medizinische Fortschrittsglaube Berge: "Fort mit den Seuchen", dichtete der Revolutionsführer Mao, "unsere Kraft ist unwiderstehlich". Höhepunkt der Fortschrittseuphorie war ein berühmt-berüchtigter Ausspruch des Surgeon General William Stewart: "Es sei an der Zeit", gab der höchste amerikanische Gesundheitsbeamte 1969 vor Abgeordneten des US-Kongresses zu Protokoll, " das Buch der Infektionskrankheiten zu schließen" - einer der fatalsten Irrtümer des 20. Jahrhunderts, wie die wenige Jahre später beginnende AIDS-Pandemie zeigte.

Sich impfen zu lassen ist heute nicht mehr Pflicht. Der "öffentliche Auftrag" beschränkt sich im Wesentlichen auf die Kinderimpfungen. Statistiken zeigen, dass vor allem Schulanfänger gut mit Impfungen ausgestattet sind.

Erwachsene nehmen es mit den Impfungen jedoch nicht so genau. Dabei sind gerade diese Impfungen und Auffrischungsimpfungen sehr wichtig. Deshalb machen die österreichischen Apotheker bei Aufklärungsaktionen zum Thema "Impfen" immer wieder mit. In allen Apotheken erhält man nicht nur Auskünfte zu den aktuellen Impfplänen sondern darüber hinaus auch Beratung über persönliche Vorsorgemaßnahmen, z.B. vor einer Reise.

Link zum aktuellen Österreichischen Impfplan