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Wirksame Maßnahmen bei Kopfschmerzen
 
Es müssen nicht immer Tabletten
 
Oft kennt man die Ursache für den „Brummschädel“ ganz genau - Erkältung, Stress oder eine „lange“ Nacht. In solchen Fällen ist die Selbstbehandlung mit einem Schmerzmittel aus der Apotheke durchaus angebracht.

Nun gibt es eine ganze Menge von Schmerzmitteln und die Wahl fällt nicht leicht. Allerdings stellt sich bei näherem Hinsehen heraus, dass die vielen Präparate nur eine relativ geringe Zahl von Wirkstoffen enthalten. Zu den bekanntesten gehören Acetylsalicylsäure und Ibuprofen. Diese beiden Substanzen sind besonders zur Bekämpfung solcher Schmerzen geeignet, die von Entzündungen oder grippalen Infekten herrühren. Acetylsalicylsäure besitzt auch eine gewisse vorbeugende Wirkung gegen Blutgerinnsel und Herzinfarkt. Allerdings kann sie die Magenschleimhäute angreifen und kommt für jemand, der ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür hat oder hatte nicht in Frage. In diesen Fällen empfiehlt sich Paracetamol. Dieser an sich gut verträgliche Wirkstoff hat in Überdosis (wie alles) seine Nachteile: er kann zu Leberschäden führen.

Grundsätzlich sollten Schmerzmittel mit ausreichend Flüssigkeit, zumindest einem großen Glas Wasser, eingenommen werden. Wenn es darum geht, das Kopfweh möglichst schnell los zu werden, sind Präparate mit schon gelöstem Wirkstoff (z.B. eine Brause) am besten.

Es müssen aber nicht immer Tabletten sein, wenn der Schädel brummt. Dagegen gibt es einige gute Hausmittel, angefangen vom Eisbeutel auf Stirn, Schläfe oder Nacken. In der Apotheke gibt es praktische „ Hot/Cold“-Kissen, die im Kühlschrank gekühlt werden und längere Zeit kalt bleiben. Bei Bedarf können sie in heißem Wasser in angenehme Wärmepolster verwandelt werden. Weiters kann ein Spaziergang an der frischen Luft sehr gut tun, auch leichte Ausdauersportarten. Entspannungsübungen (z.B. Autogenes Training) können ebenfalls recht effektiv Abhilfe schaffen. Als sehr wirksam hat sich Akupressur an dem Punkt zwischen Zeigefinger und Daumen erwiesen.

Außerdem: eine Überprüfung und eventuelle Reduktion des Konsums von Alkohol, Nikotin und Kaffee kann sehr zur Minderung der Kopfschmerzanfälligkeit beitragen.

Kopfschmerzen können auch Symptom einer ernsteren Erkrankung sein und dann ist mit der Selbstbehandlung Schluss. Woran erkennt man aber den Unterschied? Hier kann man sich an folgende Grundregel halten: Gelegentlich auftretende Kopfschmerzen, besonders wenn sie eine äußere Ursache haben, sind meist harmlos. Sie können mit einem rezeptfreien Medikament aus der Apotheke behandelt werden.

Wenn die Kopfschmerzen sich aber nicht bessern, immer wieder kehren oder gar chronisch werden, dann ist ein Besuch beim Arzt erforderlich. Das gilt für Migräne und vor allem für Kopfschmerzen, die mit Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen einhergehen. Auch wenn die Schmerzen sehr plötzlich auftreten und immer schlimmer werden, gehört man zum Arzt. Kleine Kinder, Schwangere und Menschen mit schweren Grundleiden sind grundsätzlich kein Fall für die Selbstbehandlung.

Das Kopfschmerztagebuch
Wer genau sagen kann, wann und wie der Kopf weh tut, hat es leichter, die Schmerzen in den Griff zu bekommen. Die Behandlung wird auch davon abhängen, wie stark der Schmerz ist. Ein Kopfschmerztagebuch und die Schmerzmessung mittels Schmerzskalen können hier Klarheit schaffen.
Download Kopfschmerztagebuch: Kopfschmerztagebuch.pdf

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