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Auf dem Weg zum Nichtraucher
 
Fragen Sie Ihre Apothekerin, Ihren Apotheker!
 
    Sie kennen sicher die humorvoll gemeinte Bemerkung der Raucher «Aufhören ist ganz leicht, ich habe es schon hundert Mal gemacht». Im vermeintlichen Witz liegt – wie so oft – ein Quentchen Wahrheit. Umfragen zeigen, dass praktisch alle Raucherinnen und Raucher gerne mit ihrem Laster aufhören möchten und dies meist auch schon versucht haben. Gründe dafür gibt es genug. Geschafft haben es aber leider nur die Wenigsten. Deshalb möchten wir Apotheker den ausstiegswilligen Rauchern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ihnen Tipps und Hilfestellung bieten, damit das Aufhören etwas leichter fällt.

    Wenn Sie sich einmal überwunden haben, den Rauchstopp in Angriff zu nehmen, wird Ihr Apotheker auch abklären, ob der Einsatz eines Nikotinersatzproduktes sinnvoll ist. Das Zigarettenrauchen bewirkt eine doppelte Abhängigkeit: eine körperliche und eine verhaltensabhängige. Die körperliche Abhängigkeit wird durch das Nikotin erzeugt. Die Nikotinabhängigkeit stellt sehr wahrscheinlich den Hauptgrund dar, weswegen Raucherinnen und Raucher große Mühe haben, ihre ungesunde Gewohnheit aufzugeben.

    Mit den Nikotinersatzpräparaten fällt es erheblich leichter, mit dem Rauchen aufzuhören. Sie sind die richtigen Werkzeuge, um den Weg des schrittweisen Aufhörens zu gehen. Mit dem Nikotinersatz werden Körper und Psyche die in der Ausstiegsphase dringend benötigten Entspannungsphasen ermöglicht. Das Nikotin in den Ersatzprodukten wird langsam im Körper aufgenommen und nimmt dem Raucher das körperliche Verlangen nach Nikotin. Die Anfangsdosis kann im Laufe der Zeit stetig reduziert werden, bis aus dem Raucher ein Nichtraucher geworden ist. Denken Sie daran: nicht das Nikotin löst Krebs aus, sondern andere Inhaltsstoffe des Tabaks, wie zum Beispiel Teer, Benzol oder Formaldehyd. So ist jede nicht gerauchte Zigarette bereits eine Wohltat für Ihren Körper.

    Nikotinersatzpräparate gibt es in verschiedenen Anwendungsformen und mit verschieden hohem Nikotingehalt. Oft ist auch der kombinierte Einsatz von zwei Mitteln sinnvoll. Fragen Sie Ihre Apothekerin, Ihren Apotheker!


      Weitere Informationen und gute Tipps zum Aufhören und Durchhalten erhalten Sie in Ihrer Apotheke!


    Aufhören lohnt sich!
    Unser Körper ist ein Wunderwerk der Regeneration. Schon nach kurzer Zeit erholt er sich von den schlimmsten Folgen des Rauchens.
      • Nach 20 Minuten: Puls, Blutdruck und Körpertemperatur in Händen und Füssen normalisieren sich.
      • Nach 8 Stunden: Das Kohlenmonoxyd im Blut ist wieder durch Sauerstoff ersetzt.
      • Nach 1 Tag: Das Herzinfarktrisiko nimmt ab.
      • Nach 2 Tagen: Die Nervenenden beginnen, sich zu regenerieren. Geschmacks- und Geruchssinn verbessern sich.
      • Nach 2 – 3 Monaten: Der Kreislauf stabilisiert sich. Die Lungenfunktion ist besser.
      • Nach 1 – 9 Monaten: Hustenanfälle, Verstopfung der Nebennasenhöhlen, Abgespanntheit, Kurzatmigkeit und Infektionsgefahr gehen zurück.
      • Nach 2 Jahren: Herzinfarkt- und Lungenkrebsrisiko verringern sich deutlich.
      • Nach 5 Jahren: Lungenkrebs-, Mundhöhlen-, Luft- und Speiseröhrenkrebsrisiko ist jetzt halbiert.
      • Nach 10 Jahren: Lungenkrebsrisiko gleicht dem von Nichtrauchern.
      • Nach 15 Jahren: Herzinfarktrisiko gleicht dem von Nichtrauchern.

Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze
Raucherberatung
Bei der Beratung ist die Klärung folgender Punkte hilfreich:
    Intensität der Abhängigkeit (wann wird die erste Zigarette am Morgen geraucht bzw. wie hoch ist der Tagesbedarf?)
    Einstellung zum Rauchverhalten (Bereitschaft zur Schlusspunktmethode bzw. reduziertem Rauchen)
"Es war höchste Zeit, endlich eine österreichweite Initiative zu setzen, um mehr Menschen zu erreichen, die sich helfen lassen wollen."

Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze


Um die Compliance zu fördern, sollte einerseits die Wahl der Nikotinersatz-Therapeutika den Kunden überlassen und andererseits ein neuerlicher Gesprächstermin (am besten nach 2–3 Tagen, spätestens aber nach einer Woche) vereinbart werden.

Zu empfehlen sind Packungsgrößen, die bis zu diesem Apotheken-Besuch ausreichen.


"Es gibt viele Möglichkeiten, von der Zigarette wegzukommen. Eine sehr gute stellt der Nikotinersatz durch Microtab, Inhalator, Kaugummi oder Pflaster dar."

Mag. pharm. Dr. Christiane Körner



Mag. pharm. Dr. Christiane Körner
    Therapeutika können bei Bedarf kombiniert werden: Die unterschiedlichen Applikationsformen, wie Inhalator, Kaugummi, Depotpflaster, Sublingualtabletten etc. sind auf das individuelle Rauchverhalten abgestimmt. So ist bei Rauchern, die während der Entwöhnung das Rauchritual vermissen, ein Inhalator ideal, während bei anderen Patienten das Kauen eines Kaugummis als Ersatzhandlung beruhigend wirkt.
    Gefahr der Unterdosierung
    Wesentlich ist auch der Hinweis, dass der Nikotinersatz ständig mit sich geführt werden sollte. Ein wesentlicher Faktor beim Versagen der Rauchentwöhnungsbehandlung ist die Angst vor Überdosierung: Bei hohen Nikotindosen sind jedoch keine ernsten Nebenwirkungen zu erwarten. Eine ausreichende Sättigung der Nikotinrezeptoren ist Grundvoraussetzung, um das Ausbleiben der Entzugsymptome zu gewährleisten. Die Kunden sollten unbedingt darauf hingewiesen werden, da sonst die Gefahr eines eigenständigen Therapieabbruchs durch unzureichende Dosierung sehr hoch ist.