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Tipps von der Apothekerin: Herzgesundheit für Frauen
 
Frauen sprechen auch unterschiedlich auf Medikamente an
 
Wie kann sich ein Herzinfarkt bei Frauen bemerkbar machen?

Der Herzinfarkt bei Frauen kündigt sich häufig an mit untypischer Müdigkeit, Übelkeit, Würgegefühl, schwer zuordenbaren Schmerzen im Brust- und Bauchraum oder Schulterbereich, kommen dann noch Schwindel und akute Atemnot dazu – 144 anrufen! Der „weibliche Infarkt“ verläuft oft weniger dramatisch und diffuser als bei Männern, wird leichter übersehen, später behandelt und – wie eine amerikanische Studie jetzt belegt – führt auch häufiger zum Tod als bei Männern.

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TV-Apothekerin Mag.pharm. Irina Schwabegger-Wager in der Sendung "Heute Leben" am 30.10.2013 zum Thema:
Herzgesundheit für Frauen
Herzinfarkt und Schlaganfall sind seit langem keine Angelegenheit mehr nur für Männer. Jede zweite Frau in Österreich ist davon betroffen. Das Bewusstsein dafür ist jedoch noch relativ gering. Die typischen Symptome bei Männern sind Druckgefühl in der Brust mit Ausstrahlung in den linken Arm und Atemnot. Wie sich diese bei Frauen äußern, berichtet Ihnen unsere Apothekerin Mag. pharm. Schwabegger-Wager. Aber nicht nur die Symptome können bei Männern und Frauen unterschiedlich sein, Frauen sprechen auch unterschiedlich auf Medikamente an.

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Immer mehr junge Frauen leiden an Herz-Kreislauf-Problemen – warum?
      • Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, zu hoher Cholesterinspiegel, Übergewicht und Stress begünstigen generell diese Erkrankungen.
      • Dazu kommt, dass Faktoren wie ungesundes Essen, Bewegungsmangel und Stress auf Frauen einen noch stärkeren Einfluss als auf Männer haben.
      • Leider rauchen auch immer mehr Frauen, gerade die jüngeren (Einstiegsalter 11 Jahre!), und die gleichzeitige Einnahme der Pille erhöht das Risiko, einen Infarkt zu erleiden, um ein Vielfaches – es liegt zu einem großen Teil an uns Frauen selbst, in Zukunft nicht nur älter sondern auch gesund alt zu werden: mit mehr Bewegung, gesunder Ernährung, Verzicht auf´s Rauchen.
Nicht nur, dass die Symptome bei Männern und Frauen unterschiedlich sein können, sie sprechen auch unterschiedlich auf Medikamente an bzw. gibt es spezielle Medikamente für Frauen?
      • Noch nicht - abgesehen von speziellen Hormonpräparaten und gynäkologischen Arzneimitteln (selbsterklärend) darf man sich das nicht so vorstellen, dass es eines Tages ein Kopfwehmittel in einem rosa Schachterl und eines im blauen Design für Männer geben wird.
      • Dass aber manche Arzneistoffe bei Männern und Frauen anders wirken, kann man am Beispiel des wohl bekanntesten Potenzmittels der Welt erklären: Sildenafil wurde ja ursprünglich als ein Mittel gegen die koronare Herzerkrankung entwickelt, die Studien verliefen enttäuschend, jedoch so mancher männliche Studienteilnehmer war entzückt, weil als Nebenwirkung vermehrt Erektionen auftraten. Der Rest ist bekannt: Sildenafil wurde daraufhin gegen Erektionsstörungen getestet und 1998 in USA und Europa als Potenzmittel zugelassen.
      • Viele Arzneimittel haben bei Frauen und Männern nicht nur unterschiedliche Wirkungen sondern auch unerwünschte Wirkungen.
Das heißt es gibt auch bei den Nebenwirkungen Unterschiede und warum?
      • Metoprolol, ein beliebter Blutdrucksenker, führt bei Frauen zu vermehrten unerwünschten Wirkungen, besonders in Kombination mit Verhütungsmitteln.
      • Frauen leiden etwa um das 1 ½ fache mehr unter Nebenwirkungen als Männer, sind häufiger von Leberschäden betroffen als Männer, wenn sie Arzneistoffe mit lebertoxischem Potential einnehmen müssen, z.B. bestimmte Schmerz- und Rheumamittel oder Antibiotika, und da sind es auch andere Mittel die Frauen bzw. Männer belasten.
      • Ursachen über geschlechtsspezifische Unterschiede in der Pharmakologie noch zu wenig erforscht.
      • Weibliche Körper: höheren Fettanteil, Wasseranteil schwankt zyklusabhängig, stärkere Organdurchblutung - dadurch verteilen sich Arzneimittel im Körper anders als bei Männern – Gefahr einer verstärkten Wirkung.
      • Stoffwechsel von Mann und Frau arbeitet unterschiedlich: Frauen haben langsamere Magenentleerung, unterschiedlicher Abbau von Medikamenten und Transport durch den Körper, Hormonhaushalt
Acetylsalicylsäure (ASS) soll ja vorbeugend wirken – bei Männern und Frauen?
      • ASS wird nicht nur gegen Schmerzen eingenommen, sondern ist auch ein wirksames Mittel in einer wesentlich geringeren Dosierung, um das Verklumpen der Blutplättchen zu verhindern, wie eine Studie aus den 90gern eindruckvoll belegte.
      • daraufhin wurde ASS gerne vorbeugend eingenommen um das Herzinfarkt-Risiko zu verringern
      • nur wurde in dieser Studie an keiner einzigen Frau gestestet
      • seit der Women`s Health Studie 2005 weiß man, das ASS zwar das Schlaganfallrisiko senken kann, jedoch bei Frauen in der Vorbeugung gegen Herzinfarkt keinen Effekt zeigt
Abgesehen von Gewichtsreduktion und Bewegung – was kann man noch präventiv tun?

Magnesiummangel spielt bei der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen häufig eine Rolle, gut einsetzbar besonders beim Bluthochdruck (gefäßerweiternd), 300 mg /Tag senkt durchschnittlich den RR um 8-10mmHg und Herzrhythmusstörungen. Ausreichend L-Arginin, eine Aminosäure, brauchen wir für entspannte und weite Arterien, um einen optimalen Blutfluss zu erzeugen, die einzelnen Organe mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen und letztlich auch einer Arteriosklerose vorzubeugen. Mit pflanzlichen Mitteln wie z. B. Weißdorn stehen wirksame Heilpflanzen zur Verfügung, die die Leistungsfähigkeit des Herzens erhöhen, die Durchblutung der Herzkranzgefäße verbessern und so das Herz stärken. dadurch kann das Herz ökonomischer arbeiten und braucht weniger Sauerstoff dazu, empfehlenswert bei einer Schwächung des Herzmuskels.