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Influenza: Auch ein vollkommen junger Mensch kann schwer erkranken
 
Man sollte sich in jedem Herbst aufs Neue vor den gerade aktuellen Erregern durch eine Impfung schützen
 
Jährlich erkranken in Österreich rund 380.000 Menschen an einer Virus-Grippe. Zwischen 1.000 und 2.000 Betroffene überleben diesen Virenangriff nicht. Dies aber nur während einer "normalen" Saison. Kommt es zu einer schweren Epidemie, kann die Zahl der Influenza-Opfer auf 6.000 steigen.


Nicht nur die Virus-Grippe unmittelbar, sondern auch die möglichen Folgeerkrankungen können zu massiven gesundheitlichen Problemen führen - bis zu 6.000 Österreicher sterben jährlich an den Nachwirkungen einer Infektion. „Dazu gehört beispielsweise die Lungenentzündung", so Dr. Rudolf Hainz, Vorsorgereferent der Ärztekammer Wien. "Bei Menschen mit Vorschädigungen durch chronische Erkrankungen kann es durch verschleppte oder unbehandelte Virus-Grippen auch zu Schäden am Herzmuskel und schweren Beeinträchtigungen des Herz-Kreislaufsystems kommen."

"Dass die Influenza in Österreich zu den häufigsten Infektionskrankheiten mit schwerwiegenden Folgen zählt, schlägt sich im öffentlichen Bewusstsein kaum nieder", bedauert die Vize-Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, Mag. Dr. Christiane Körner. "Denn wie anders ließe es sich erklären, dass die Rate der gegen Influenza geimpften Personen nicht einmal elf Prozent beträgt."

Um diesen Prozentsatz zu erhöhen, hat es sich die "Initiative gegen Grippe" zur Aufgabe gemacht, alle Österreicher über die Notwendigkeit der Impfung gegen die Virus-Grippe zu informieren. Die Aufklärungskampagne steht unter der Patronanz der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen, Maria Rauch-Kallat und wird von zahlreichen Institutionen und einem prominenten Personenkomitee unterstützt.

Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze, Leiter des Institutes für Sozialmedizin der Universität Wien, hält die Meinung für "völlig unsinnig", es sollten sich nur bestimmte Personengruppen wie Alte und Kranke gegen Influenza impfen lassen: "Auch ein vollkommen junger Mensch kann schwer erkranken! Niemand sollte denken, dass der regelmäßige Saunabesucht vor Grippe schützen kann. Beim medizinischen Personal sind die so genannten 'Impfmuffel' ganz besonders häufig. Angehörige dieser Berufsgruppe müssen aber geimpft werden, einerseits weil sie gebraucht werden, andererseits weil sie ihre PatientInnen anstecken können oder selbst angesteckt werden."

Jeder, der sich vor der Virus-Grippe schützen will, sollte sich impfen lassen, meinen die Mitglieder des Impfausschusses des Österreichischen Sanitätsrates. Besonders zu empfehlen sei die Immunisierung aber:

• Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Grundleiden wie chronische Erkrankungen der Lunge, des Herzens, der Nieren, des Stoffwechsels oder mit Immundefekten.

• Personen über 60 Jahren.

• Betreuungspersonen von Risikogruppen (im Spital, im Altersheim).

• Personal mit häufigen Publikumskontakten.

• Personen, die in ein Epidemiegebiet reisen wollen.

Obgleich die Ansteckungswege – durch Tröpfcheninfektion, also Husten, Niesen, Händedruck – bei der "echten" Grippe und ihrem kleinen Bruder, dem grippalen Infekt, völlig gleich sind, liegen doch zwischen beiden Infektionen Welten: Eine Verkühlung, ein grippaler Infekt, ist zwar unangenehm, Husten, Schnupfen, Heiserkeit und eventuell ein leichtes Fieber klingen aber nach wenigen Tag wieder vollständig ab.

Anders bei der Virus-Grippe. Sie ist immer mit hohem Fieber (39 bis 40 Grad), Gliederschmerzen, Frösteln und großer Energielosigkeit verbunden und dies für mehrere Tage oder sogar Wochen.

Da sich die Grippe-Viren laufend verändern und jedes Jahr neue Virus-Typen entstehen, muss man sich in jedem Herbst aufs Neue vor den gerade aktuellen Erregern durch eine Impfung schützen. Neben einen Standard-Impfstoff, der für alle Menschen – Kinder ab dem 6. Lebensmonat, Jugendliche und Erwachsene – mit normal funktionierendem Immunsystem geeignet ist, gibt es für ältere Menschen über 65 Jahren einen speziellen Impfstoff, der das im Alter weniger leistungsfähige Immunsystem unterstützt.

Quelle: Initiative gegen Grippe