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Zum Welt-Alzheimertag am 21. September
 
Vergesslichkeit, Gedächtnisstörungen und Demenzen
 
Mit dem Welt-Alzheimertag will die Internationale Alzheimer-Gesellschaft die Aufmerksamkeit auf diese schwere und zunehmend häufiger auftretende Erkrankung richten. Der Welt-Alzheimertag wird seit 1994 jährlich am 21. September begangen.

Es gibt eine ganz normale Vergesslichkeit, bei einigen Menschen mehr, bei anderen weniger stark. Dies ist kein Grund zur Beunruhigung. Im Alter ist ein gewisses Maß an Vergesslichkeit normal. Manche biologische Vorgänge sind beim älteren Menschen einfach verlangsamt und eingeschränkt. Da beispielsweise auch das Hör- und Sehvermögen abnimmt, können Informationen auch gar nicht mehr so schnell und in einem solchen Umfang wie früher aufgenommen werden.

Treten häufig und über längere Zeit Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Orientierung auf, so ist dies ein Grund einen Arzt aufzusuchen. In manchen Fällen wird der Arzt feststellen, dass es sich um eine Demenz, d.h. um ein typisches Muster von geistigen Leistungseinschränkungen und Verhaltensänderungen handelt. Die häufigste Ursache ist die Alzheimer-Krankheit, es gibt aber auch eine Reihe anderer Demenzformen, die zum Teil gut behandelbar sind.

Vor rund 100 Jahren diagnostizierte der deutsche Nervenarzt Dr. Alois Alzheimer zum ersten Mal die Krankheit, die später nach ihm benannt wurde: Morbus Alzheimer ist eine degenerative Krankheit, die langsam und fortschreitend Nervenzellen zerstört. Am 26. November 1901 begegnete Alzheimer der Patientin, die ihn berühmt machen sollte: Auguste Deter, eine 51jährige verwirrte und orientierungslose Patientin. Dr. Alzheimer nannte den Zustand "Die Krankheit des Vergessens". Nach ihrem Tod 1906 sezierte er ihr Gehirn, und entdeckte Eiweißablagerungen in Form von Plaques in der gesamten Hirnrinde.

Alois Alzheimer
(1864–1915)

Der Krankheitsverlauf ist gut erforscht. Giftige Eiweiße wie Amyloid und Tau-Protein formen im Gehirn Fädchen und steinharte Klumpen, so groß wie Hirsekörner. Die Folge sind irreparable Schäden im Geflecht der Nervenzellen. Die Alzheimer-Krankheit beeinträchtigt das Gedächtnis und andere seelische Leistungen wie Denken und Sprache. Sie kann auch andere Schwierigkeiten wie Verwirrheit, Veränderungen der Stimmung und Desorientierung hervorrufen.
Abbildung: Alzheimer-Plaques unter dem Mikroskop (mit freundlicher Genehmigung von "Alzheimer's Disease Education and Referral Center").

Alzheimer wird oft die Krankheit des 21. Jahrhunderts genannt, denn unsere Gesellschaft wird immer älter und dadurch steigen auch die Alzheimerfälle signifikant an.

Welt-Alzheimertag - der 21. September
Seit 1994 finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation der Alzheimer-Kranken und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen. Der Welt-Alzheimertag wird von der Dachorganisation Alzheimer’s Disease International (London) (www.alz.co.uk) unterstützt.

Alzheimer in Zahlen:
Weltweit sind etwa 35 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Bis 2050 wird die Zahl auf voraussichtlich 115 Millionen ansteigen.

In Europa sind derzeit vier Millionen Menschen betroffen. Bei 600.000 Neuerkrankungen pro Jahr übertrifft die Alzheimerkrankheit sogar die Schlaganfälle (575.000) und die Diabeteserstdiagnosen (500.000). In Österreich leiden rund 100.000 Menschen an Alzheimer. Experten kritisieren allerdings, dass längst nicht alle richtig behandelt werden. Für viele gilt die Krankheit als altersbedingte Vergesslichkeit. Dabei könnte man den Fortgang von Alzheimer bei rechtzeitiger Behandlung zumindest bremsen. Die Krankheit ist zwar noch nicht heilbar, kann aber durch Medikamente verzögert werden, vorausgesetzt dass die Behandlung bei den ersten Anzeichen beginnt. Das ist allerdings nur bei einem Viertel der Betroffenen der Fall.

Informationen für Österreich: Der Verein "Alzheimer Angehörige Austria" ist Mitglied von Alzheimer Europe und Alzheimer´s Disease International (ADI) und arbeitet mit allen Alzheimer Selbsthilfegruppen in Österreich zusammen. www.alzheimer-selbsthilfe.at

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