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Tipps für die heißesten Tage das Jahres
 
So vermeiden Sie gesundheitliche Probleme
 
Die Sonne heizt uns ordentlich ein und lässt die Temperaturen weit über die 30-Grad-Marke klettern. Folgende Tipps helfen, den Hitzestress ein wenig zu lindern und gesundheitliche Probleme zu vermeiden.
Gesundheitsministerium aktiviert Hitze-Telefon 050555555
Das Gesundheitsministerium hat angesichts des heißen Wetters sein Hitzetelefon aktiviert. Unter der kostenfreien Telefonnummer 050555555 erhält man Tipps, wie man am besten mit den hohen Temperaturen umgeht und was beachtet werden soll, damit es möglichst zu keinen gesundheitlichen Problemen kommt.
Das Hitzetelefon wird von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) betrieben und ist 24 Stunden am Tag erreichbar. Zusätzlich können auf den online-Kanälen www.sozialministerium.at und facebook.com/sozialministerium Informationen zu den Themen effektiver Sonnenschutz, Flüssigkeitszufuhr an heißen Tagen, aber auch zu den Maßnahmen im Falle eines Hitzschlags abgerufen werden.
Welche prinzipiellen Schutzmaßnahmen sind zu treffen?
  • hohe Temperaturen meiden
  • vor allem zur Mittagszeit einen kühlen oder zumindest schattigen Platz aufsuchen
  • Räume kühl halten, frühmorgens und nachts lüften
  • Fenster tagsüber geschlossen halten, damit die heiße Luft draußen bleibt
  • Räume tagsüber abdunkeln, wenn möglich mit einem außenliegenden Sonnenschutz
  • zur Kühlung feuchte Tücher im Zimmer aufhängen
  • Hauttemperatur beachten – insbesondere bei Säuglingen und Kindern, bei beeinträchtigten, alten und kranken Menschen

Welche Maßnahmen sind noch wichtig?

Die Haut schützen durch
  • leichte, luftdurchlässige Kleidung, die den Körper ausreichend bedeckt
  • Kopfbedeckung
  • Sonnenschutzcreme
  • Schatten bevorzugen

Den Organismus schützen durch
  • Vermeiden von unnötigen oder ungewohnten Anstrengungen und von Menschenansammlungen
  • bessere Luft = weniger Ozon durch Verzicht auf das Auto

Was ist bei der Aufnahme von Getränken zu beachten?
  • Erwachsene sollten täglich mindestens 1,5 - 3 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen
  • Bei Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen oder Nierenversagen sowie bei regelmäßiger Einnahme harntreibender Mittel (Diuretika) ist mit dem/der Arzt/Ärztin die geeignete Flüssigkeitsmenge festzulegen.
  • Wer viel schwitzt, sollte zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes viel mehr als sonst trinken! Bevorzugte Getränke sind
    • Leitungs- oder Mineralwasser
    • ungesüßte Kräuter- oder Früchtetees
    • stark verdünnte Obst- oder Gemüsesäfte

Was ist bei der Aufnahme von Getränken noch zu beachten?
Aktiv trinken – Getränke sichtbar bereitstellen. Nicht erst trinken, wenn der Durst auftritt. Insbesondere Säuglinge, Kleinkinder, alte Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen sollen regelmäßig zum Trinken animiert werden.
VORSICHT: Alkoholische, koffeinhaltige und stark gezuckerte Getränke sind keine geeigneten Durstlöscher!
ACHTUNG: Zu schnelles Trinken, zu kalte Getränke und die Aufnahme von großen Flüssigkeitsmengen auf einmal können Magen-Darm-Beschwerden verursachen!
Bei extrem starkem Schwitzen hilft z.B. Apfelsaft + Wasser (Verhältnis 1:2) + 1 Messerspitze Salz, um den Verlust an Wasser und Mineralstoffen schnell wieder auszugleichen.

Welche Nahrungsmittel bzw. Speisen sind zu bevorzugen?
Erfrischende, leicht verdauliche und fettarme Speisen mit möglichst hohem Wassergehalt:
  • Früchte, z.B. Wassermelonen
  • Kompotte
  • Gemüse, z.B. Gurken, Tomaten, Salate
  • fettarme Fleisch- und Gemüsesuppen
  • fettarme oder verdünnte Milch und Milchprodukte, z.B. Buttermilch mit (Mineral)Wasser

Was ist ein Hitzestau?
Ein Hitzestau kann bei großer Hitze in Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung oder/und dem Tragen von enger und zu warmer Kleidung auftreten. Dies löst nämlich starkes Schwitzen aus, welches zu Mineralstoff- und Flüssigkeitsverlust führt. Symptome dafür sind:
  • erhöhte Körpertemperatur (bis zu 41 °C)
  • erhöhte Pulsfrequenz
  • Schwäche, Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Salz- und Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung)
  • trockener Mund
  • Kreislauf- und Schlafstörungen
  • Schwäche, Schwindel, Benommenheit, Bewusstseinsstörungen
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Was ist bei einem Hitzestau zu tun?
Durch die große Hitze verlieren Sie viel Wasser und Mineralsalze. Er(n)ste Alarmzeichen sind Krämpfe in Armen, Beinen oder Bauch, Schwindel, Übelkeit.
1. Sie müssen sofort Flüssigkeit zu sich nehmen, um den Wasser- und Mineralstoffverlust auszugleichen.
2. Begeben sie sich in eine kühle Umgebung - abkühlen mit feuchten Tüchern oder/und lauwarmes bzw. kühles duschen.
3. Wenn keine der Maßnahmen hilft: Sofort die Rettung 144 rufen!

Was ist ein Hitzeschlag?
Der Hitzeschlag ist die Folge des Hitzestaus und stellt eine bedrohliche Situation vor allem für ältere und geschwächte, aber auch für junge und an fremde Hilfe angewiesene Personen dar. Er kann zum Versagen lebenswichtiger Organe führen und ist lebensgefährlich! Die Symptome dafür sind:
  • Bewusstseinstrübung
  • Teilnahmslosigkeit und Bewusstlosigkeit
  • Kreislaufkollaps
Maßnahme: Sofort die Rettung 144 rufen!

Was ist bei der Einnahme von Medikamenten zu beachten?
Besondere Beachtung ist der Medikation von Exponierte Personen, die folgende Mittel einnehmen, müssen Ihrer Medikation besondere Beachtung schenken, da diese Medikamente bei heißen Außentemperaturen den Flüssigkeitshaushalt destabilisieren können:
  • Diuretika (Entwässerungsmittel)
  • Benzodiazepine (Schlaf verursachende und stark betäubende Medikamente)
  • Sedativa (Beruhigungsmittel)
  • Betarezeptorenblocker (oft als Kombinationspräparat mit Diuretika oder anderen blutdrucksenkenden Substanzen)
Nähere Informationen: siehe Gebrauchsinformation bzw. fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Tipps für die Hitzeperiode: Sommer-Sonne-Hitze_2019.pdfSommer-Sonne-Hitze_2019.pdf

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